18 06 27 Bruessel 1Die Stimme der Städte und Regionen - eine Erkundung im Europaviertel in Brüssel

Der Europaverein GPB e.V. Eschweiler hat heute zusammen mit dem EUROPE DIRECT Informationsbüro Aachen eine Studienfahrt nach Brüssel organisiert. Im Zentrum der Erkundungsfahrt stand der Ausschuss der Regionen (AdR). Er ist die jüngste Institution der Europäischen Union und gilt als Hüter des Subsidiaritätsprinzips. Klaus Hullman vom Besucherzentrum machte die Besuchergruppe mit den Aufgaben und der Struktur vertraut.

Im AdR sind Gebietskörperschaften aus allen 28 EU-Mitgliedsländern vertreten. Der Präsident des AdR ist seit 2017 Karl-Heinz Lambertz, Senator der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens im belgischen Senat. Seiner Einladung folgten gut ein Dutzend interessierte Bürgerinnen und Bürger. Aus dieser Begegnung erwuchs vor Ort ein sehr persönlicher Dialog.

18 06 27 Bruessel 2So ist Karl-Heinz Lambertz davon überzeugt, dass die Antwort auf die Klimaschutz- und Energieproblematik in Wirklichkeit bei den Städten und Regionen der EU liege. Sie führen nicht nur einfach Beschlüsse aus, sondern übernehmen eine Vorreiterrolle. Darüber hinaus steht die lokale und regionale Ebene den Bürgern am nächsten und ist auch die Ebene, in die die Bürger das größte Vertrauen haben. Deshalb müssen Gemeinde, Städte und Regionen umfassend in das europäische Einigungswerk einbezogen werden.

Zu den weiteren Prioritäten als Präsident erklärte Karl-Heinz Lambertz außerdem die Pflege der Beziehungen zu den anderen EU-Institutionen, damit die Stimme der AdR-Mitglieder in Brüssel gehört wird.

Am Nachmittag ging es zum Haus der Europäischen Geschichte, einer umfangreichen Sammlung über die Gestaltung Europas. Hier wurde ein Hort der gemeinsamen Erinnerung geschaffen, die ausgiebig erkundet und nachvollzogen werden konnte.

Die Planung und Leitung der Studienfahrt übernahmen Annelene Adolphs und Peter Schöner vom Europaverein GPB e.V. .

18 06 26 Führung 300Im Rahmen der Veranstaltungsreihe 'Europa am Dienstag' organisierte EUROPE DIRECT für rund 14 Erwachsene eine Führung durch das Grashaus und den Workshop 'Migration und Grenze'.

Nach einer kurzen Führung durch die verschiedenen Räumlichkeiten des Grashauses, stellte Andreas Düspohl, Leiter des Grashauses, auch die tägliche Arbeit in diesem Gebäude vor. Im Anschluss daran hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit einen kurzen Einblick in den Workshop 'Migration und Grenze' zu gewinnen, der sonst von Schülerinnen und Schülern besucht wird.

18 06 26 Führung 2 300Zur Hinführung zum Thema Migration sahen die Schüler/innen einen kurzen Film, in dem die Situation von Menschen auf der Flucht anhand von SMS-Nachrichten per Handy veranschaulicht wurde. In großer Runde wurde zunächst auch darüber gesprochen, welche Gegenstände jeder mitnehmen würde wenn er oder sie sich sofort auf die Flucht begeben müsste. Kernaufgabe des Workshops war die paarweise Erarbeitung verschiedener Themen zu "Migration und Grenze in Europa", wie zum Beispiel "Steuerung von Migration", "Fluchtrouten" oder "Zukunft der Migration". Hierzu erhielten die Teilnehmenden Texte bzw. konnten sich im Urkundensaal in der virtuellen Bibliothek und den Audionischen informieren. Den Abschluss des gelungenen Workshops stellte die Präsentation der Ergebnisse sowie eine gemeinsame Gesprächsrunde dar.

18 06 04 Goethe Gy 300Institutionenkunde kann langweilig und ziemlich repetitiv sein. Besonders, wenn man noch gar nicht wahlberechtigt ist und die Bedeutung der Institutionen, in diesem Fall diejenigen der Europäischen Union, als recht gering für die eigene Lebenswelt eingeschätzt werden.

Für 46 Schülerinnen und Schüler des Goethe-Gymnasiums Stolberg sollte sich dies am Montag, den 04.06.2018 ändern. Im Rahmen des Politikunterrichts bei Herrn Mager wurde an diesem Tag, in Kooperation mit EUROPE DIRECT, dem Informationsbüro der Stadt Aachen für Fragen rund um Europa sowie dem ausführendem CIVIC Institut für internationale Bildung, das Planspiel Destination Europe am Goethe-Gymnasium in Stolberg (Rhld.) durchgeführt.

Das Planspiel begann gegen 8.00 Uhr morgens; die Referenten des CIVIV Institutes stellten sich, das politisch reale Szenario sowie die Abläufe des Planspiels vor. Die Schülerinnen und Schüler bekamen die Aufgabe die Rolle verschiedener Politikerinnen und Politiker des Rates der Europäischen Union, des Europäischen Parlaments sowie der Europäischen Kommission einzunehmen, um gemeinsam einen Gesetzesentwurf zur europäischen Migrations- und Asylpolitik zu diskutieren und zu verhandeln sowie nach Möglichkeit einen Kompromiss zu finden, der alle 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union zufrieden stellen würde. Während der Auseinandersetzung mit den verschiedenen Interessen der EU-Mitgliedsstaaten und den Positionen der im EU-Parlament vertretenen Parteien konnten die Schülerinnen und Schüler das komplizierte Verfahren der Gesetzgebung auf europäischer Ebene durch eigene Erfahrungen simulativ nachvollziehen und verstehen lernen. Nach ungefähr sieben Stunden Arbeit und zähen Verhandlungen konnten die Schülerinnen und Schüler gegen 14.45 Uhr ein Gesetz zur europäischen Migrations- und Asylpolitik verbschieden, das für fast alle Beteiligten zufriedenstellend war.

18 06 04 Goethe Gy 300 2In der Evaluation des Planspiels resümierten die Schülerinnen und Schüler, dass ihnen deutlich geworden sei, dass der Prozess von der politischen Idee zur Umsetzung eine Menge Arbeit erfordere, dass das Aushandeln von Kompromissen nicht immer ganz einfach und letztlich auch ihr Verständnis für die Politik im Allgemeinen sowie die politische Entscheidungsfindung gestiegen sei. Darüber hinaus waren einige Schülerinnen und Schüler über die politische Position ihrer jeweiligen Rolle erstaunt und begannen infolgedessen mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern über die politische Ausrichtung der EU-Mitgliedsstaaten und Parteien bezüglich der Migrations- und Asylpolitik zu sprechen. Vermisst wurde hingegen eine intensivere Besprechung der Fluchtursachen sowie die Diskussion über Maßnahmen zur Bekämpfung der Fluchtursachen.

Letztlich kann konstatiert werden, dass das Planspiel trotz vereinzelter Längen die Schülerinnen und Schüler dazu motiviert hat sich mit den Aufgaben der EU Institutionen sowie dem europäischen Gesetzgebungsprozess auseinanderzusetzen. Gleichzeitig hat es sie dazu angeregt eigene Vorstellungen von Politik und politischen Prozessen zu reflektieren – wichtige Schritte auf dem Weg zur mündigen Bürgerin und zum mündigem Bürger.

18 06 07 Spanien 300 2Spanien besitzt eine nicht nur im Ausland geschätzte regionale Vielfalt. Auch die überwältigende Mehrheit der Spanier inklusive der Mehrheit der Menschen, die in Katalonien leben, betrachtet diese Vielfalt als etwas Positives. Wie sollte es auch anders sein nach der massiven Binnenwanderung zwischen den Regionen im 20. Jahrhundert, die mit am stärksten ihre Spuren in Katalonien hinterlassen hat, wo die katalanischen Muttersprachler nur mehr ein Drittel der Bevölkerung ausmachen. Genau mit diesem Thema befasste sich EUROPE DIRECT mit vielen weiteren Partnern beim diesjährigen Europäischen Forum.

Vielleicht hat es auch mit dieser demografischen Entwicklung zu tun, dass allein in der autonomen Region Katalonien eine Mehrheit der „geborenen“ Katalanen separatistische Neigungen zeigt, und das auch nur nach einem systematischen Aufheizen der Emotionen beim von der Zentralregierung zu Recht nicht anerkannten Plebiszit 2017.

Im diesjährigen Europäischen Forum mit der VHS ging es genau um diese Themen. Spanien  wurde in seiner regionalen und kulturellen Vielfalt betrachtet und es wurde unter die Lupe genommen, was es tatsächlich mit dem Separatismus auf sich hat. Außerdem wurde der Blick geweitet auf andere europäische Regionalismen, für die Katalonien wahrscheinlich weder als Blaupause noch als Menetekel taugt.

18 06 07 Spanien 300Rund 60 interessierte Gäste lauschten einem kurzen historischen Abriss Spaniens und ein Blick auf "Spanien heute". Aber auch Themen wie "Separatismus in der EU und in Spanien", "kulturelle Vielfalt" oder "Tourismus - Segen und Fluch" wurden kontorvers thematisiert. Besonderen Anklang fand dabei der sehr professionelle Vortrag von Prof. Rotte vom IPW der RWTH. Vorführungen von spanischen Tänzen und ein Pub-Quiz sorgten für die notwendige Entspannung zwischendurch.

18 06 02 EYE kohn 300Bild: Büro Arndt KohnBeim Europäischen Jugendevent brachten auch junge Erwachsene aus dem Rheinland ihre Ideen ein. Bei den intensiven Diskussionen in Straßburg war von Politikmüdigkeit keine Spur – ganz im Gegenteil.

Über 8.000 Teilnehmer, rund 50 Nationalitäten und ein Ziel: Ideen für die Zukunft Europas sammeln! Dazu waren tausende junge Leute zwischen 16 und 30 Jahren aus ganz Europa und von weltweit nach Straßburg gekommen. Beim Europäischen Jugendevent im EU-Parlament diskutierten sie über aktuelle politische Herausforderungen. Auch 20 Jugendliche aus dem Rheinland waren mit dabei: Die SPD-Europaabgeordneten Arndt Kohn aus Aachen und Petra Kammerevert aus Düsseldorf hatten in Kooperation mit dem EUROPE DIRECT Informationszentrum Aachen eine Jugendgruppe aus der Region eingeladen an diesem Event teilzuehmen.

In Workshops und Diskussionsforen beschäftigten sich die Teilnehmer mit einer Vielzahl von Themen, von Klimaschutz über soziale Gerechtigkeit bis hin zur Außenpolitik. „Es war super spannend, einmal über den nationalen Tellerrand zu blicken“, berichtet die 24-jährige Halice aus Aachen. „Ich habe ganz neue und vielfältige Perspektiven aus den verschiedenen europäischen Ländern kennengelernt. Die Diskussionen waren sehr intensiv und trotz des schönen Wetters waren die Veranstaltungen immer gut besucht. Das zeigt, wie sich junge Menschen für Politik begeistern können!“

Das Europäische Jugendevent, welches vom EU-Parlament ausgerichtet wird, fand bereits zum dritten Mal statt. Ein großes Thema war die Europawahl 2019. EU-Parlamentarier Arndt Kohn betont: „Die jungen Menschen sind die Zukunft Europas! Deshalb ist es entscheidend, dass sie ihre Interessen deutlich vortragen und von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Das Europäische Jugendevent leistet einen wichtigen Beitrag, denn es motiviert die jungen Menschen, sich Gehör zu verschaffen.“
Die wichtigsten Ideen und Ergebnisse des Jugendevents werden nun zusammengefasst und allen Abgeordneten des EU-Parlaments zur Verfügung gestellt. Auf Folgeveranstaltungen soll geprüft werden, inwieweit die Vorschläge tatsächlich Eingang in die europäische Politik finden.

„Mir hat vor allem die Begeisterung für Europa gefallen, die während der ganzen Veranstaltung deutlich zu spüren war“, erzählt Josephine aus Mönchengladbach. „Gerade bei der feierlichen Abschlusssitzung fand ich es inspirierend, so viele überzeugte junge Europäerinnen und Europäer versammelt zu sehen.“

Die dreitägige Reise endete mit einer nachdenklichen Note: Auf der Heimfahrt besuchte die Gruppe aus dem Rheinland die Maginot-Linie an der deutsch-französischen Grenze. In den 1930er Jahren hatte Frankreich diese Verteidigungsanlage gegen die Bedrohung aus dem nationalsozialistischen Deutschland errichtet. Heute erinnert das Bollwerk an die Kriege, die vor Beginn des europäischen Versöhnungsprozesses Nachbarn zu Feinden gemacht hatten – ein Mahnmal für eine friedliche Zukunft Europas, wie sie sich auch die Teilnehmer des Europäischen Jugendevents wünschen.