18 05 05 Bruessel 1EUROPE DIRECT fährt zum Europafest nach Brüssel

Das EUROPE DIRECT Informationsbüro Aachen hat heute im Rahmen des Europafestes eine Fahrt zum Tag der offenen Tür der EU-Institutionen nach Brüssel durchgeführt. 56 Bürgerinnen und Bürger aus dem Raum Aachen nutzten ihre Chance, einen Tag lang einen Eindruck von den EU-Institutionen und dem EU-Viertel in Brüssel zu erhalten.

Nach der gemeinsamen Busfahrt und dem Passieren der Sicherheitskontrollen im EU-Parlamentsgebäude besuchten die Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit den Mitarbeitern von EUROPE DIRECT die Eröffnungszeremonie im großen Plenarsaal. Anschließend stand es den Teilnehmern offen, das Europa-Viertel auf eigen Faust zu erkunden und die zahlreichen Veranstaltungen und Infostände vor und in den EU-Institutionen selbst zu besuchen. Diese informierten zum Bespiel über Praktikumsmöglichkeiten, Förderungen, politischen Vereinigungen und aktuellen Arbeitsbereichen der EU.
Außerdem gab es verschiedenste öffentliche Vorträge und Debatten, die natürlich simultan in alle EU-Amtssprachen übersetzt wurden.

18 05 05 Bruessel 2Auch dieses Jahr gab es die Möglichkeit zu einem Austausch mit Niels Fischer aus Aachen, der Referatsleiter im EU-Parlamentsverwaltung ist. Herr Fischer konnte spannende Hintergründe aus dem Arbeitsalltag des Europäischen Parlaments erläutern und die vielen Fragen der Bürger beantworten. Vielen Dank dafür!

Im ganzen EU-Viertel wurden zudem eine Vielzahl von weiteren Attraktionen für Besucher und Besucherinnen jeden Alters angeboten. Einzelne Regionen aus der EU präsentierten sich auf kulturelle Weise mit typischem Essen, Tänzen oder einer Darstellung der landschaftlichen Höhepunkte.

Ein weiteres Highlight war das Haus der Europäischen Geschichte, das vor einem Jahr eröffnete.
Somit war für jeden etwas dabei und je nach Interesse konnten auch individuelle Schwerpunkte gesetzt werden.
Wie in den letzten Jahren kehrten die Teilnehmer mit vielen Eindrücken und Taschen voller Informationsmaterial über die Europäische Union nach Aachen zurück.

18 05 04 Innere Sicherheit und MigrationDas Thema Migration, innere Sicherheit und Grenzen beschäftigt Europa mittlerweile so sehr wie kaum ein anderes. Dabei geht es um viele Fragen gleichzeitig. Es geht um die Frage, wie mit Flüchtlingen umgegangen werden soll, es geht um die Frage, wie die Grenzen vor Kriminellen oder gar Terroristen geschützt werden können, es geht um kriminelle Banden, die ganz Europa unsicher machen, um Poller in deutschen Innenstädten, um grassierenden Rassismus, um offene oder verdeckte Fremdenfeindlichkeit und vieles, vieles mehr. Gerade diese Themen sind allerdings auch solche, bei denen das Verstellen nur eines kleinen Rädchens für große Konsequenzen sorgen kann.

Unter dem Überthema "Migration und Innere Sicherheit" diskutierten daher Boris Pistorius, Minister für Inneres und Sport des Landes Niedersachsen und Wolfgang Bosbach, Vorsitzender der NRW-Regierungskommissoin "Mehr Sicherheit für Nordrhein-Westfalen" sowie ehemaliger stellvertretender Voristzender der CDU/CSU-Fraktion und Vorsitzender des Innenausschusses am Freitag, 04. Mai, im Ludwig-Forum.

Im Verlaufe der rund zweistündigen Veranstaltung wurden eine ganze Reihe unterschiedlicher Themen angesprochen. Unter Moderation von Anja Clemens-Smicek, Redakteurin der Aachener Nachrichten / Aachener Zeitung, wurden den Politikern einige provokante Fragen gestellt. Zunächst widmete man sich den Fragen innerer Sicherheit. Es wurde insbesondere darüber diskutiert, ob es in Deutschland rechtsfreie Räume gebe und ob der Staat die Sicherheit in Deutschland überhaupt noch gewähren könne. In dieser Frage waren sich Pistorius und Bosbach einig. Es gebe selbstverständlich Kriminalität in Deutschland, aber der Staat tue alles, was nötig und möglich sei, um die Sicherheit der Bürger zu garantieren. Gerade der Begriff der rechtsfreien Räume ist zudem reichlich problematisch. Es ginge weniger um Rechtsfreiheit, sondern eher um ein Problem der Durchsetzung, aber auch hier arbeite der Staat aktiv an einer Verbesserung dieses Gefühls. Denn es ist gerade die gefühlte Sicherheit, die Menschen umtreibt und Rechtspopulisten Auftrieb gebe. Einerseits würden sich gerade ältere Menschen häufiger diffus bedroht fühlen (obwohl die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Straftat zu werden, für diese Altersgruppe eher gering sei), andererseits würden junge Menschen tendenziell weniger Angst haben, dafür aber öfter Opfer von Straftaten werden.

Bezüglich eher europäischer Aufgaben stellten Pistorius und Bosbach beide die grenzübergreifende Arbeit der Polizei heraus. Es habe sich in den letzten Jahren viel in diesem Bereich getan, so dass die nationalen Polizeistationen grenzübergreifend zusammenarbeiten könnten. Da sei aber noch einiges Potential. Zum Schluss hob Boris Pistorius noch eine Sache zum Thema Europa besonders hervor: Man schiebe schnell die Schuld auf die Europäische Union. Dabei sei es sinnvoller, sich stärker zu Brüssel zu bekennen und der europäischen Politik nicht den schwarzen Peter zuzuschieben.

18 04 26 Bürgersinn 300Um diese und viele weitere Fragen rund um Städtepartnerschaften ging es bei der, von EUROPE DIRECT und dem DFKI organisierten, Veranstaltung 'Europäischer Bürgersinn durch Städtepartnerschaften'. Der Direktor des Deutsch-Französischen Instituts Prof. Dr. Frank Baasner erläuterte die bislang größte Studie zu den deutsch-französischen Städtepartnerschaften. Zusammen mit über 80 interessierten Besucherinnen und Besucher im Haus Löwenstein stellte er sich auch der Frage nach der Zukunft dieser Begegnungsform.

Die Bürger Europas haben sich angenähert, auch abseits der politischen Bühne. Die Aussöhnung nach dem 2. Weltkrieg war ein zentrales Gründungsmotiv für viele Städtepartnerschaften, davon über 2.200 zwischen Deutschland und Frankreich. Bei den Treffen standen gerade anfangs Kontakte zwischen der Jugend Im Mittelpunkt. Jedoch spielt für die jungen Generationen die Versöhnung mit den früheren Feindesnationen eine weniger zentrale Rolle. Wie zeitgemäß und wirkungsvoll sind diese Partnerschaften heute noch? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibt eine aktuelle Studie des Deutsch-Französischen Instituts und der Bertelsmann Stiftung. Sie untersucht Modelle der europäischen Zusammenarbeit auf lokaler Ebene, die auch in Zeiten von Wirtschaftskrisen und Europaskepsis einen wichtigen Rahmen für Bürgerbegegnungen darstellt.

Dabei arbeitete Prof. Baasner vor allem heraus, dass Partnerschaften keineswegs auf einem absteigenden Ast seien. Die Hauptaufgaben seien für die Zukunft dennoch das Anwerben von jüngeren Mitgliedern und das Entwickeln von neuen öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungsformen.
In der anschließenden Diskussion mit den Gästen zeigte sich ein vielfältiges Bild von engagierten Partnerschaftfreunden im Raum Aachen. Viele der Anwesenden bestätigten die Eindrücke der Studie, zeigten sich allerdings auch dazu animiert neue Wege für die Zukunft zu gehen.

18 04 27 Kulturelle Identität 300"Europäische Werte sind etwas, wofür wir kämpfen sollten", Prof. Dr. Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe Instituts, wählte am Freitag, 27. April, gelungene Worte für seinen Vortrag "Europas kulturelle Identität". Lehmann widmete sich bei der Veranstaltung, die im Karlspreisrahmenprogramm stattfand, vor allem Fragen nach der "Kultur" Europas, den gemeinsamen Wurzeln, aber auch den regionalen Unterschieden.

Vor rund 30 Zuhörern betonte er insbesondere die Gemeinsamkeiten der europäischen Staaten. Sein Wunsch? "Kein Europäer soll sich fremd in einem europäischen Land fühlen." Ein schwieriger Wunsch in Zeiten, in denen der Nationalismus wieder auf dem Vormarsch ist. Auch auf Fragen der Einwanderung und Migration ging Lehmann ein. Die Begegnung mit dem Fremden sei essenziell, um Ängste abzubauen und seinen Gegenüber kennenzulernen. Es ist kein Geheimnis, dass insbesondere dort Rassismus zu finden ist, wo kaum Menschen anderer ethnischer Herkunft oder Religion leben. Man dürfe nicht auf die Rechtspopulisten hereinfallen, die das Schüren von Ängsten nutzen, um damit Wahlen zu gewinnen.

Auch auf die Rolle von Jugendlichen – die am Abend selbst leider kaum vertreten waren – ging Lehmann kurz ein. Junge Menschen wachsen heutzutage wie selbstverständlich mit der Europäischen Union auf. Mit offenen Grenzen, dem Euro, Lernen und Leben im Ausland und vielen Annehmlichkeiten mehr. Dass es sich lohnt, für diese Werte zu kämpfen, muss aber nicht nur Jugendlichen vermittelt werden. Im Weiteren hob Lehmann drei Aspekte hervor, die er für wesentliche Probleme der EU hält. Zu nennen seien hier Vermittlungsprobleme der Europäischen Union, das Festhalten an marktwirtschaftlichen Prinzipien, die dauerhaft zu viel Einfluss auf das Leben und die Kultur der Menschen nähmen und schlussendlich die Verantwortung Europas anderen Regionen der Welt gegenüber. Nach der Rede konnte das Publikum Fragen stellen. Das Angebot wurde rege angenommen.

18 05 25 HalloEuropa 300Heute organisierte EUROPE DIRECT für 12 Schülerinnen und Schüler der Internationalen Förderklasse des Rhein-Maas-Gymnasiums (Aachen) einen Workshop zum Thema "Hallo Europa, Hallo Demokratie?".

Das Gymnasium ist Teil des Bündnisses "Schule ohne Rassismus". In diesem Jahr gibt es deshalb für alle Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Aktionen zu dem Oberthema Respekt. In dieses Themenfeld gehört auch die Auseinandersetzung mit Fragestellungen wie Demokratie, Grundrechte, Gleichberechtigung.
 
Die Aufbereitung dieser sehr komplexen Themengebiete speziell für diese Zielgruppe durch den Museumspädagogischen Dienst empfanden sowohl Lehrerinnen und Lehrer als auch die Schülerinnen und Schüler als sehr ansprechend. Die unterschiedlichen Sprachniveaus der Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurden durch die verschiedenen Aufgabenstellungen genauso berücksichtigt wie die persönlichen Erfahrungen der Einzelnen. .
Das Gebäude mit seiner Geschichte hat ebenso beeindruckt, wie auch die offene Arbeits- und Lernatmosphäre. Es wurde sehr offen diskutiert und auch von den Schülerinnen und Schülern empfundene Ungerechtigkeiten in der deutschen Gesellschaft konnten offen angesprochen und diskutiert werden. Auch die selbst erarbeiteten Vorträge zeigen, wie intensiv die Auseinandersetzung mit diesen Themen ist. Oft wurde nach neuen Wörtern gesucht, um sich differenziert ausdrücken zu können. Die Jugendlichen gewinnen an Ausdrucksvermögen, lernen ihre Gedanken zu besser verbalisieren. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung für demokratische Prozesse.