12-10-26-EuGH-Luxemburg1EUROPE DIRECT Aachen in Luxemburg

Heute veranstaltete das EUROPE DIRECT Büro Aachen zum zweiten Mal eine Studienfahrt zum Europäischen Gerichtshof in Luxemburg. Die Reisegruppe umfasste 35 Teilnehmer aller Altersstufen.

In Luxemburg war das Historische Museum der Stadt der erste Zwischenhalt, in dem die kleine, aber sehr anschauliche Sonderausstellung "ABC – Luxemburg" besucht wurde, die interessante Fakten über Land und Leute Luxemburgs in Form des Alphabets veranschaulicht. So steht jeder Buchstabe für eine andere Besonderheit, die mit Hilfe von Texten, Fotos, Videos oder anderen visuellen Mitteln erklärt wird. Charakteristische Eigenheiten des Landes, wie beispielsweise die Luxemburgische Sprache, das Schulsystem oder die Pendlerkultur wurden den Besuchern in verschiedenen Räumen der Ausstellung näher gebracht.

12-10-26-EuGH-Luxemburg3Im Anschluss fuhr die Gruppe zum Europäischen Gerichtshof. Zum Einstieg in die Thematik wurden ein Informationsfilm gezeigt, der die Arbeitsweise und Alltag am Gerichtshof anschaulich erläuterte. Den Teilnehmern wurde bewusst, wie hoch der Aufwand ist, um einen reibungslosen Ablauf des hochkomplexen Gerichtsbetriebs zu gewährleisten. Auf Grund der 23 offiziellen Amtssprachen der EU ist viel Übersetzungsarbeit nötig, um die europäische Mehrsprachigkeit sicher zu stellen. Dies erfordert die meiste Zeit zwischen Anklage und Urteilsverkündung.

Die Aufgabe des Gerichtshofs der Europäischen Union besteht seit seiner Errichtung im Jahr 1952 darin, "die Wahrung des Rechts bei der Auslegung und Anwendung" der Verträge zu sichern. Zu dieser Aufgabe gehört, dass der Gerichtshof der Europäischen Union die Rechtmäßigkeit der Handlungen der Organe der Europäischen Union überprüft und darüber wacht, dass die Mitgliedstaaten den Verpflichtungen nachkommen, die sich aus den Verträgen ergeben und auf Ersuchen nationaler Gerichte das Unionsrecht auslegt.

12-10-26-EuGH-Luxemburg2Nach dem Einführungsfilm erläuterte Frau I. Dervisopoulos, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Kabinett von Frau Generalanwältin Kokott, persönlich die Arbeitsweise des EuGH und gab uns anschauliche Beispiele für die Funktionsweise und Urteile. Sie beantworte zudem die zahlreichen Fragen der Bürger.

Abschließend leitet Herr Accetto vom Besuchsdienst die Studiengruppe durch das Ancien Palais und den Großen Saal und versorgte diese mit interessanten Hintergrundinformationen. Zusammen mit einem ausführlichen Informationspaket über den EuGH trat die Gruppe danach die Heimfahrt nach Aachen an.

12-10-25-EH-Der_Osten1Der Osten - Manfred Sapper im Gespräch mit Katharina Raabe

Die Initiative "Europäische Horizonte" zeigt im Zeitraum 2012 bis 2013 mit einer vierteiligen Reihe zum Thema "Himmelsrichtungen: Koordinaten einer mentalen Geographie" die kulturellen, sozialen, politischen und geographisch-räumlichen Bedeutungen der Himmelsrichtungen auf. Die dritte Veranstaltung der Reihe beschäftigte sich am 25.10.2012 mit dem Osten. Das EUROPE DIRECT Informationsbüro Aachen beteiligte sich als Veranstaltungspartner.

Schon in der Antike und im Christentum glaubte viele Menschen im westlichen Europa, die Erleuchtung käme aus dem Osten. Zugleich wähnte das Abendland aber auch große Gefahren im Osten: Mongolen, Türken – und im Kalten Krieg die Russen. Seit der Aufklärung gilt der Osten vielen in Abgrenzung zum Westen als rückständig und despotisch. Doch gilt das heute noch? Und wo verorten wir in Zeiten der Globalisierung eigentlich den Osten?

Katharina Raabe, Lektorin im Suhrkamp-Verlag, und Manfred Sapper, Chefredakteur der Zeitschrift Osteuropa, begaben sich im Ludwig Forum Aachen auf die Suche.

12-10-25-EH-Der_Osten3Nach einer Begrüßung durch die Direktorin des Ludwig Forums Dr. Brigitte Franzen und eine Einführung von Prof. Helmut König vom IPW der RWTH Aachen griffen Frau Raabe und Herr Sapper zunächst bestehende Klischees vom "Osten" auf. Seit der Aufklärung herrschte ein Bedrohungsklischee vor; der Westen grenzte sich vom Osten ab und erhöhte sich selbst damit. Aber es gab im frühen 20. Jahrhunder auch Heilserwartungen an den Osten, die jedoch durch 70 Jahre Sozialismus weitestgehend zerstört wurden. Ein anderer Blick auf den Osten zeigt diesen als ein vielsprachiges und multikulturelles Osteuropa mit phantastischen Sagen, Mythen und vielen Geschichtenerzählern.

Deutschland nimmt in Europa in Bezug auf Osteuropa seit jeher eine besondere Stellung ein, was nicht zuletzt die "deutschen Siedlungen" in Polen, Russland, Tschechien usw. zeigen. Somit ist es folgerichtig, dass es v.a. in Deutschland Osteuropa-Studien und Literatur mit dem Schwerpunkt Osteuropa gibt. Frau Raabe stellte dar, dass viele osteuropäische Autoren erst über die "Zwischenstation" Deutschland einen Zugang zu anderen Literaturmäkten in Westeuropa und anderen Teilen der Welt fänden.

Beide Referenten waren sich einig, dass der Begriff "Osten" sehr relativ ist und nur in Westeuropa oder anderen westlichen Ländern verwendet wird. In Polen usw. selbst verorte man sich keineswegs als "im Osten" oder "in Osteuropa". Herr Sapper griff die Bezeichnung "Osterweiterung der EU" auf und stellte dem die Beobachtung entgegen, dass der Osten (d.h. die Menschen, die Kultur usw.) inzwischen im Westen angekommen sei, dies jedoch in Deutschland oft nicht als wertvolles Potenzial wahrgenommen werde.

Der große Besucherandrang von 120 Gästen und die Fragen aus dem Publikum am Ende der Veranstaltunge zeigten auf jeden Fall, dass das Interesse am "Osten" im Westzipfel der Bundesrepublik sehr groß ist.

Zur letzten Veranstaltung der Reihe "Himmelsrichtungen" werden am 24. Januar 2013 Prof. Edgar Wolfrum und ein Gesprächspartner im Ludwig Forum Aachen erwartet.

12-10-04-Erstsemester1Aachen begrüßt seine neuen Studenten

Auf dem diesjährigen Erstsemesterempfang im Rathaus der Stadt Aachen, war auch das EUROPE DIRECT Büro mit einem Informationsstand vertreten. Die 300 anwesenden Studenten nahmen das Informationsmaterial und die persönliche Beratung rund um die Europäische Union und ihre Möglichkeiten dankbar an.

Beginn der Veranstaltung war 17:30 Uhr im Krönungssaal des Aachener Rathauses. Die Moderation der Veranstaltung übernahm in diesem Jahr Herr Thomas Hissel, Abteilungsleiter für Wissenschaft und Europa. Das vielfältige Bühnenprogramm bestand unter anderem aus einer offiziellen Begrüßung, einem interaktiven Niederländischsprachkurs und einem Vortrag über Raketentechnik.

Auch in diesem Jahr stellten sich verschiedene Organisationen und interessante Adressen für Studenten in Aachen vor. Neben dem Informationsstand des EUROPE DIRECT Büros waren unter anderem vertreten: das Studentenwerk, die Volkshochschule, die Sparkasse Aachen sowie gemeinnützige und studentische Vereinigungen.

An dem Stand von EUROPE DIRECT fanden vor allem Informationen über EU-geförderte Auslandspraktika und Auslandsstudien regen Anklang unter den neuen Studenten. In diesem Zusammenhang war insbesondere die vom EUROPE DIRECT Büro Aachen zusammengestellte Broschüre "Wege ins Ausland" sehr beliebt. Infomaterial und Broschüren konnten kostenlos mitgenommen werden.

12-10-23-Niederlande-Eschweiler1Interessanter Infoabend über die Niederlande nach den Wahlen und die Konsequenzen für Europa

Das EUROPE DIRECT Informationsbüro präsentierte heute zusammen mit dem Europaverein GPB e.V. einen Informationsabend über die politischen Konsequenzen der Niederländischen Parlamentswahl für Europa. Knapp 30 Gäste folgten im Ratssaal des Rathauses Eschweiler nach einer multimedialen Einführung über die Niederlande den Ausführungen des Referenten Siebo Janssen.

Der Referent M.A. Drs. Siebo Janssen ist u.a. an der Fachhochschule des Bundes in Brühl und der Universität zu Köln tätig. Der Politikwissenschaftler ist Experte für Belgien und die Niederlande. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählen u.a. Politische Theorie und Europäische Politik.

Herr Janssen gab zunächst einen sehr anschaulichen Überblick über die Geschichte der Niederlande und wichtige gesellschaftspolitische Entwicklungen. Wenn man die Ergebnisse der Parlamentswahl am 12. September 2012 richtig einordnen will, so hilft das Wissen, dass sich die Niederlande bis in die 60-er Jahre des 20. Jahrhunderts durch eine "Versäulung" in der Gesellschaft kennzeichnet, die aber seitdem an Einfluss verliert. Die Ermordung von Pim Fortuyn im Jahr 2002 und von Theo van Gogh im Jahr 2004 stellt die Niederländische Integrationspolitik auf den Prüfstand.

Der Referent brachte diese einschneidenden Ereignisse in einen Zusammenhang mit der Frage, wie sich die niederländische Europapolitik vom "Klassenprimus" zum EU-Skeptiker par exellence entwickeln konnt. Im Jahr 2005 scheiterte in den Niederlanden ein Referendum zum EU-Verfassungsvertrag und der Politiker Geert Wilders konnte durch anti-islamische und anti-europäische Parolen viele Anhänger in der Niederländischen Bevölkerung finden.

12-10-23-Niederlande-Eschweiler2Am 12. September 2012 haben die Niederlande ein neues Parlament gewählt. Das Wahlergebnis war in mehrerer Hinsicht eine Überraschung und stellt das bisherige politische Kräfteverhältnis weitestgehend auf den Kopf. Die Macht von Geert Wilders wurde wieder beschnitten und die stärksten politischen Kräfte werden die PvdA und die VVD. Herr Janssen wagte die These, dass es nach der Regierungsbildung zu einer Rückkehr zu einem pro-europäischen Kurs kommen wird. Zudem beantwortete er zahlreiche Fragen aus dem Publikum.

Zum Ausklang bot der Europaverein GPB nach der Veranstaltung einen Austausch bei Getränken und Snacks an, der sehr gerne angenommen wurde.

12-09-05-Vortrag_Schulden_1Spannender Vortrag über die Schuldenproblematik abseits der täglichen Nachrichten

Knapp 30 Besucher waren heute abend zu Gast im Sitzungssaal des Haus Löwenstein, um sich einen Vortrag über die Schuldenproblematik in der Europäischen Währungsunion anzuhören, den das EUROPE DIRECT Informationsbüro Aachen gemeinsam mit der EU-Kommissionsvertretung in Berlin organisierte. Referent des Abends war Dr. Klaus Reeh, der bis 2010 für die Europäische Kommission in Luxemburg, Brüssel, Washington und Paris gearbeitet hat. Insbesondere war er zu Beginn der Währungsunion zuständig für die Konjunkturstatistik der Eurozone. Zuletzt war Reeh bis zu seinem Ausscheiden aus dem Dienst Berater des Generaldirektors von Eurostat, dem  Statistischen Amt der Europäischen Union.

Nach einer kurzen Einführung von Winfried Brömmel, dem Leiter des EUROPE DIRECT Informationsbüros Aachen, machte Klaus Reeh zu Beginn seines Vortrags deutlich, dass er nicht beabsichtige, das zu wiederholen, was jeden Abend in den Nachrichten zu hören und zu sehen ist. Stattdessen wolle er versuchen, den Besuchern die Schuldenproblematik von Grund auf verständlich zu machen. So spannte er in seinem Vortrag einen großen historischen Bogen und begann damit, die Verhältnisse vor und nach dem Bretton-Woods-System verständlich darzustellen, um zu begreifen, woher das aktuelle Problem herrührt. Darauffolgend stellte er die verschiedenen Geld-, Finanz-, und Wirtschaftspolitischen Prinzipien der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) vor und betonte die Tatsache, dass mit der Euro-Einführung der potentielle Staatsbankrott eines Landes realistisch geworden sei und Spekulanten demzufolge darauf "wetten" könnten.

12-09-05-Vortrag_Schulden_3Hiernach problematisierte Reeh die Situation in der Euro-Zone und stellte fest, dass die Refinanzierung von Schulden schwieriger geworden ist, da unter anderem die Kapitalverkehrsfreiheit das Problem der Kapitalflucht verstärken würde. Allerdings zeigte er auch auf, dass sich der Euro nicht in einer Krise befinde, sondern unterschiedliche Schuldenkrisen der Kern des Problems seien. Gleichwohl gab er zu Bedenken, dass die Verschuldung Europas in der Gesamtheit im Vergleich mit den USA oder Japan relativ gering sei. Schließlich versuchte Reeh die Frage zu beantworten, warum die Lösung der gegenwärtigen Krise so schwer ist. Er begründete seine Antwort unter anderem mit den vielfältigen und komplexen Interessen der verschiedenen Akteure in der Politik sowie mit den nationalistischen Tendenzen, die die Fortführung der Europäischen Integration schwieriger gestalten würden.

Die vielen Fragen und Diskussionsanstöße der Besucher zeigten am Ende, dass Dr. Klaus Reeh sein ausgegebenes Ziel erreicht hat, tiefer in die Materie einzublicken, als es die Nachrichten jeden Abend versuchen. Das Informationsmaterial von EUROPE DIRECT Aachen, das sich speziell mit dem Euro und der Finanz- und Wirtschaftspolitik der EU beschäftigte, rundete den Abend ab und wurde mit großem Interesse angenommen.