15 01 08 EH Petrowsjkaja 2Ukrainische Autorin liest im Ludwig Forum aus ihrem preisgekrönten Roman "Vielleicht Esther"

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Ostwärts" einer Zusammenarbeit von EUROPE DIRECT Aachen, der Initiative Europäische Horizonte und dem Ludwig Forum war die Schriftstellerin Katja Petrowskaja zu Gast. Sie las den gut 65 Gästen aus ihrem Roman "Vielleicht Esther". Für diesen erhielt sie unter anderem 2013 den Ingeborg-Bachmann-Preis.

Die Autorin wurde 1970 im Kiew der Sowjetunion geboren und studierte nach dem Ende des kalten Krieges und Literaturwissenschaften in Estland, Russland und den USA. Seit 1999 lebt sie in Berlin. Die Familiengeschichte, die Katja Petrowskaja in kurzen Kapiteln erzählt, hätte ein tragischer Epochenroman werden können: der Student Judas Stern, ein Großonkel, verübte 1932 ein Attentat auf den deutschen Botschaftsrat in Moskau. Sterns Bruder, ein Revolutionär aus Odessa, gab sich den Untergrundnamen Petrowski. Ein Urgroßvater gründete in Warschau ein Waisenhaus für taubstumme jüdische Kinder ...

Gebannt folgten die Zuhörer und Zuhörerinnen der Autorin auf ihrer Reise zu den Erlebnissen ihrer Vergangenheit: Reflektierend über ein traumatisierendes Jahrhundert, berichtet sie von zufälligen Begegnungen und Figuren, die ihre Familie begleitet haben. Ungläubigkeit, Skrupel und ein besonderer Sinn für Komik und Skurrilität wirken in jedem Satz dieses eindringlichen Buches.

Katja Petrowskajas Roman "Vielleicht Esther. Geschichten" ist im Suhrkamp Verlag erschienen und wurde mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis 2013 und dem Ernst-Toller-Preis 2015 ausgezeichnet.