Heute organisierte das EUROPE DIRECT Büro Aachen in Kooperation mit mehreren Partnern die Veranstaltung 'Europa im Aufbruch? Junge Perspektiven auf einen alten Kontinent'.
Der Abend bestand aus einem vielseitigen Programm, welches sich nicht nur an junge Leute richtete, sondern auch von ihnen mitgestaltet werden konnte.

Das Schwerpunktthema 'Europa im Aufbruch' wurde in mehreren Talkrunden einer Podiumsdiskussion aufgegriffen, welche vom Hochschulradio moderiert wurden. Fragen waren unter anderem, was uns die EU im Alltag bringt, wie mit dem wachsenden Nationalismus in Europa umgegangen werden soll, wie sich das Verhältnis von Nationalstaaten und der Europäischen Union entwickelt und Europa in zehn Jahren aussehen soll.

Während die Podiumsgäste insgesamt eine sehr positive Auffassung zu Europa hatten, zeigte sich vor allem in der letzten Talkrunde, bei der vier Vertreter der Jugendparteien miteinander diskutieren, dass es durchaus Unterschiede in den Vorstellungen über die Zukunft Europas gibt. Streitpunkte waren zum Beispiel die Außen- und Migrationspolitik, aber auch die Umsetzung von Ideen, wie einem Interrail-Ticket durch Europa für 18-Jährige.
Die gut 70 Gäste nutzen die Möglichkeit Fragen zu stellen und dadurch eigene Gesprächsthemen einzubringen.

Zur Auflockerung zwischen den Gesprächsrunden gab es ein Kneipenquiz zu europäischen Themen, welches natürlich auch mit Preisen belohnt wurde.

Zum Abschluss des Abends spielte die Band Stonedrifter feinsten British Indie Rock.

17 05 03 Klaus Schwabe 1Europa ohne England?
Jean Monnet und die Gründung der Europäischen Gemeinschaft.

Heute referierte Prof. Klaus Schwabe im Auditorium des Centre Charlemagne über Jean Monnet und seine Bedeutung für die Europäische Gemeinschaft. Die Einleitung und Moderation übernahm Prof. Armin Heinen vom Historischen Institut der RWTH Aachen.

Prof. Dr. Klaus Schwabe war von 1980 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1997 Professor für Neuere Geschichte an der RWTH Aachen. Er beschäftigt sich insbesondere mit den deutsch-amerikanischen Beziehungen und der europäische Einigung. Im Nomos-Verlag ist im Jahr 2016 sein Buch "Jean Monnet - Frankreich, die Deutschen und die Einigung Europas" erschienen. Mit dieser ersten längeren deutschsprachigen Biographie bringt Schwabe dem Leser das gedankliche Konzept und den geschichtlichen Hintergrund von Monnets politischer Leistung beim Aufbau eines vereinten Europas nahe.

Herr Schwabes Fragestellungen waren: Welche Rolle spielte Großbritannien in Monnets Europapolitik? War Monnet ein wichtiger Urheber des britischen Beitrags zum Europa von heute? Welches Grundmotiv bestimmte Monnets europäische Einigungspolitik?

Nach kurzen biografischen Angaben über Jean Monnet erläuterte der Referen drei Phasen: a) Schuman-Plan (1950 – 1958), b) Im Schatten de Gaulles (1958-1968) und c) Der britische Beitritt zum Europäischen Markt (1969-1972).
Der Franzose Jean Monnet, einer der "Gründerväter" Europas, verehrte Großbritannien so sehr, dass er 1940 nach der deutschen Besetzung Frankreichs zusammen mit Churchill eine Verschmelzung beider Länder forderte. Trotzdem schloss er England 1950 aus seinem europäischen Einigungswerk aus und befürwortete einen britischen Beitrittsantrag erst 1961, dann aber mit allem Nachdruck gegen den erbitterten Widerstand de Gaulles.

Der britische Beitritt zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) erfolgte erst 1973 und veranlasste Monnet, sein Europaprojekt zu verändern. Schwabe entwickelte die These, dass Monnet und Großbritannien als Schlüsselfaktor für einen Erfolg der europäischen Einigung angesehen wurden. Ohne Großbritannien gäbe es laut Monnet kein "Europa unter Gleichen". Die Gleichberechtigung von Deutschland, Frankreich und Großbritannien sei ein Schlüsselfaktor zur Stabilität in Europa.

Somit blieb am Ende der Veranstaltung, bei der sich die ca. 50 Zuschauer sehr rege mit Fragen und Kommentaren beteiligten, der etwas angespannte Blick in die Zukunft, ob beim nunmehr anvisierten Austritt Großbritanniens aus der EU, die Stabilität Europas gewahrt bleiben kann.

Die Veranstaltung wurde durchgeführt von der Initiative Europäische Horizonte, dem EUROPE DIRECT Informationsbüro der Stadt Aachen und der Karlspreisstiftung. Sie war Teil des Rahmenprogramms zur Verleihung des diesjährigen Internationalen Karlspreises an Timothy Garton Ash.

Intensiver Workshop in Stolberg

Heute organisierte das EUROPE DIRECT Informationsbüro Aachen einen vierstündigen englischsprachigen Workshop der EuroTeachers am Goethe Gymnasium Stolberg.

Die EuroTeachers kamen mit 10 Referent/innen und arbeiteten aufgeteilt in vier Klassenräumen mit den beiden bilingualen Klassen der Stufe 9 (Klasse 9c und 9d), zusammen 58 Schülerinnen und Schüler.

Der Workshop wurde inhaltlich eingebettet in den bilingualen Politikunterricht von Susanne Camphausen. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiteten zusammen mit den EuroTeachers verschiedene Themen der europäischen Integration und beschäftigten sich u.a. intensiv mit wirtschaftlichen und institutionellen Fragen der EU sowie aktuellen Herausforderungen wie der Rolle der EU als internationaler Akteur und dem Brexit. Die Schülerinnen und Schüler wurden gefordert, haben viel gelernt und haben neue Fragen an die europäische Integration stellen können.

Die Veranstaltung mit den EuroTeachers war Teil der Aktivitäten rund um den Europatag am Goethe Gymnasium. So konnten die beteiligten Schülerinnen und Schüler der Stufe 9 z.B. kurze Zeit später an einer Diskussionsrunde mit Herrn Arndt Kohn MdEP über die Europäische Union teilnehmen und ihre Erkenntnisse aus dem Workshop der EuroTeachers anwenden und weiter vertiefen.

Das EUROPE DIRECT Büro beteiligte sich heute mit einem Infostand bei der Veranstaltung "Das geht!" am Markt der Möglichkeiten auf den Kurpark-Terassen.

Die Veranstaltungsserie "Das geht!" richtet sich an junge Menschen mit dem Ziel sie über die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 14. Mai zu informieren. Die Einladung in die Kurpark-Terrassen erfolgte durch die Koordinationsstelle Jugendpartizipation im Bildungsbüro der Städteregion Aachen. Neben den Jugendorganisationen der großen Parteien waren weitere Ständen vertreten.

EUROPE DIRECT beteiligte sich ebenfalls von 16 bis 17 Uhr mit einem Infostand.
Die Mitarbeiter Winfried Brömmel und Christopher Eck informierten die Besucher zu unterschiedliche Fragen, welche für junge Menschen relevant sind. Es gab diverse Materialien und Broschüren zu allgemeinen Europathemen, wie den EU-Institutionen und dem Euro, aber auch über die Flüchtlingskrise und Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten im Ausland.

Weitere Veranstaltungen von Das Geht! finden am 3. Mai von 16 bis 19 Uhr im Jugendzentrum HOT, Erkensstraße 7, 52134 Herzogenrath und am 10. Mai von 16 bis 19 Uhr im Zinkhütter Hof, Cockerillstraße 90, 52222 Stolberg, statt.

17 04 03 Niederlande WahlInteresannter Vortrag über die Auswirkungen der Wahl und spannende Diskussion

Heute veranstaltete das EUROPE DIRECT Informationsbüro Aachen einen Vortrag zu dem Thema: "Wo stehen die Niederlande nach der Wahl?" über die Konsequenzen der Wahlergebnisse vom 15. März, auch im Hinblick auf die noch anstehenden Wahlen in Frankreich und in Deutschland.

Etwa 25 Besucher verfolgten im Europäischen Klassenzimmer des Grashauses einen spannenden Vortrag, der vor allem viel Zeit für Fragen aus dem Publikum bot. Der Referent des Abends war der Historiker und Politikwissenschaftler Siebo Janssen. Der Historiker und Politikwissenschaftler ist Experte für Belgien und die Niederlande. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählen u.a. Politische Theorie und Europäische Politik. Durch Abend führte Jochen Leyhe.

Zunächst gab Herr Janssen einen Überblick über die Ergebnisse der Parlamentswahlen vom 15. März. Dem Rechtspopulisten Geert Wilders war es nicht gelungen stärkste Kraft zu werden. Amtsinhaber Mark Rutte und seine VVD triumphierten trotz Verlusten. Der Referent ging auch auf die Person Wilders ein und die Frage warum seine PVV vor allem in der Provinz Limburg eine so hohe Zustimmung erzielen konnte. Jassen nannte hierfür unter anderem die schwächelnde Industrie und den Heimvorteil Wilders, der selbst aus Venlo in der Provinz Limburg stammt, als Grund.

Auch die Auswirkungen der Wahlergebnisse auf die anstehenden Wahlen in Frankreich und Deutschland wurde diskutiert. Herr Janssen machte deutlich, dass die Auswirkungen, seiner Meinung nach, deutlich geringer ausfallen werden, als zunächst angenommen.

Ein weiteres Thema war die Entwicklung des Populismus in den Niederlanden und die Frage ob die Niederländer früher toleranter und offenener gegenüber anderen waren.

Immer wieder gab es Zeit für Fragen aus dem Publikum, der gerne für Zwischenfragen und Diskussionen genutzt wurde. So lenkten die Fragen der Zuhörer den Verlauf des Abends.