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14-05-05-EH-Bach-1Die Krise Europas aus der soziologischen Perspektive

Heute eröffnete Prof. Dr. Mauricio Bach die Vortragsreihe "Europa, wie weiter?" der Europäischen Horizonte. Unter dem Titel "Das Projekt Europa in der Krise" beleuchtete der Professor der Universität Passau die aktuelle Situation der Europäische Union aus der soziologischen Perspektive. Etwa 70 Gäste verfolgten den Vortrag im Ford-Saal des Super C der RWTH Aachen.

Prof. Dr. Bach wählte bewusst Thesen zur Krise, die "irritieren" sollten. Er ist überzeugt, dass die aktuelle Krise der EU nicht eine von außen herbeigebrachte Krise, sondern eine Strukturkrise sei, die durch den Integrationsprozess selbst verursacht wurde. Besonders durch die Währungsunion wurde die soziale Ungleichheit in Europa verschärft, so Bach. Diese Disparitäten werden heute öffentlich wahrgenommen und die EU dafür verantwortlich gemacht.

Dass die Europäische Union diese oft kritisierte Dynamik entwickelt hätte, sei ein Resultat dessen, dass sie keine Demokratie ist, sondern ein technokratisches Projekt, sagt der Professor der Soziologie. Der Referent ist auch der Meinung, dass Europa als ausschließlich technokratisches Projekt nicht weiterbestehen kann. Der Gedanke der europäischen Solidarität müsse öffentlich mehr diskutiert werden. Zudem wäre eine Transferunion möglicherweise eine Lösung.

Im Anschluss an den Vortrag fand eine rege Diskussion statt, in der auch EU-kritische Stimmen laut wurden. Prof. Dr. Bach gab zum Schluss noch einmal zu bedenken, dass wir uns überlegen müssten, "was für ein Europa wir eigentlich wollen".

Die Vortragsreihe "Europa, wie weiter?" wird am 06.05. um 19:00 Uhr mit einem Vortrag von Prof. Dr. Wirsching fortgesetzt.