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15 04 09 Leuchtturm AktuellesAktuelle Informationen des EUROPE DIRECT Informationsbüros Aachen

Hier erhalten Sie von unserem Team ausgewählte EU-Infos, regionale Europa-Aktivitäten und Neuigkeiten aus der Euregio.

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Global Handel 300Mit einer Reform der Mehrwertsteuer-Regeln will die Europäische Kommission den Online-Handel erleichtern und Steuerverluste der Mitgliedstaaten wettmachen. Durch ein EU-weit einheitliches Portal für die auf Online-Umsätze fällige Mehrwertsteuer („einzige Anlaufstelle“) können Unternehmen in der EU Verwaltungskosten von jährlich 2,3 Mrd. Euro einsparen.

Gleichzeitig gewährleisten die neuen Vorschriften, dass die Mehrwertsteuer in dem Mitgliedstaat entrichtet wird, in dem der Endverbraucher ansässig ist. Das führt zu einer gerechteren Verteilung der Steuereinnahmen und hilft den Mitgliedstaaten, die derzeit auf 5 Mrd. Euro jährlich veranschlagten Steuerverluste bei Online-Umsätzen wettzumachen. Bis 2020 würden sich die jährlichen Mindereinnahmen voraussichtlich auf 7 Mrd. Euro belaufen. Daher muss dringend gehandelt werden. Außerdem löst die Kommission ihre Zusage ein, des Mitgliedstaaten zu ermöglichen, die Anwendung derselben Mehrwertsteuersätze auf elektronische Veröffentlichungen wie E-Books und Online-Zeitungen zu erheben wie auf die entsprechen Printveröffentlichungen. Dafür werden Vorschriften aufgehoben, die Online-Veröffentlichungen von den Steuervergünstigungen für herkömmliche Druckerzeugnisse ausschließen.

Pierre Moscovici, Kommissar für Wirtschafts- und Finanzangelegenheiten, Steuern und die Zollunion, sagte: „Die innerhalb der EU tätigen Online-Unternehmen haben uns gebeten, ihnen das Leben zu erleichtern – und heute entsprechen wir diesem Wunsch. Unternehmen jeglicher Größe werden ihren Mehrwertsteuerpflichten für Online-Verkäufe im Ausland von nun an in gleicher Weise nachkommen können wie für im Inland bewirkte Umsätze. Das bedeutet weniger Zeitaufwand, weniger Bürokratie und niedrigere Kosten. Zudem vereinfachen wir die Vorschriften für Kleinstunternehmen und Start-ups, damit sie sich leichter neue Märkte erschließen können. Mit unseren Vorschlägen nehmen die europäischen Regierungen zusätzliche 100 Mio. Euro pro Woche ein, die sie für Leistungen für ihre Bürger ausgeben können.“

Die heutigen Vorschläge stützen sich auf einen neuen Ansatz für die Mehrwertsteuer im elektronischen Geschäftsverkehr. Mit ihnen lässt die Europäische Kommission ihren im Rahmen der Strategie für einen digitalen Binnenmarkt für Europa und des Aktionsplans auf dem Weg zu einem einheitlichen europäischen Mehrwertsteuerraum eingegangenen Verpflichtungen Taten folgen.

Im Einzelnen schlagen wir unter Anderem Folgendes vor:
• Es werden neue Vorschriften eingeführt, die es im Online-Handel tätigen Unternehmen ermöglichen, alle ihre Mehrwertsteuerpflichten in der EU leicht an einem einzigen Ort abzuwickeln.
• Um die Mehrwertsteuervorschriften für im Online-Handel tätige Kleinstunternehmen und Start-ups zu vereinfachen, wird die Mehrwertsteuer auf grenzüberschreitende Verkäufe im Wert von bis zu 10 000 Euro im Inland abgerechnet. Um KMUs das Leben zu erleichtern, werden die Verfahren für grenzüberschreitende Verkäufe im Wert von bis zu 100 000 Euro vereinfacht.

Die wichtigsten Maßnahmen im Einzelnen:

Neue Mehrwehrsteuervorschriften für Online-Verkäufe von Waren und Dienstleistungen: Derzeit müssen sich Online-Händler in allen Mitgliedstaaten, in denen sie Umsätze tätigen, für die Mehrwertsteuererhebung anmelden. Aus diesen Mehrwertsteuerpflichten, die oft als eines der größten Hindernisse für den grenzüberschreitenden elektronischen Geschäftsverkehr angeführt werden, entstehen Unternehmen Kosten in Höhe von rund 8000 Euro für jedes EU-Land, in dem sie Verkäufe tätigen. Wir schlagen nun vor, dass Unternehmen nur noch eine einfache vierteljährliche Steuererklärung für die gesamte von ihnen in der EU geschuldete Mehrwertsteuer einreichen müssen und dafür die einzige Anlaufstelle für die Mehrwertsteuer im Internet nutzen können. 

Der Verwaltungsaufwand für Unternehmen wird um nicht weniger als 95 Prozent vermindert werden, womit die EU-Wirtschaft insgesamt 2,3 Mrd. Euro einsparen kann und die Mehrwertsteuereinnahmen der Mitgliedstaaten um 7 Mrd. Euro gesteigert werden.
Vereinfachung der Mehrwertsteuervorschriften für Kleinstunternehmen und Start-ups: Es wird ein neuer Schwellenwert von jährlich 10 000 Euro für Online-Verkäufe eingeführt, unter dem im grenzüberschreitenden Handel tätige Unternehmen weiter die ihnen aus ihrem Heimatland bekannten Mehrwertsteuervorschriften anwenden dürfen. Damit wird die Einhaltung der Mehrwertsteuervorschriften für EU-weit für 430 000 Unternehmen erleichtert, die 97 Prozent aller grenzüberschreitend tätigen Kleinstunternehmen ausmachen.

Ein zweiter neuer Schwellenwert von 100 000 Euro jährlich wird KMU das Leben erleichtern, wobei die Vorschriften dafür vereinfacht werden, wie die Ansässigkeit ihrer Kunden festzustellen ist. Die Grenzwerte könnten bereits ab 2018 auf elektronische Dienstleistungen und bis 2021 auf Online-Verkäufe von Waren angewendet werden. Andere Vereinfachungen würden es den Kleinstunternehmen ermöglichen, die aus dem Heimatland vertrauten Mehrwertsteuervorschriften weiter anzuwenden, etwa die Vorschriften für die Rechnungstellung und das Führen von Aufzeichnungen. Die erste Anlaufstelle wird stets die Steuerverwaltung jenes Mitgliedstaats sein, in dem das betreffende Unternehmen ansässig ist.

Maßnahmen gegen Mehrwertsteuerbetrug von außerhalb der EU: In die EU eingeführte Kleinsendungen mit einem Wert von weniger als 22 Euro sind derzeit von der Mehrwertsteuer befreit. Mit rund 150 Mio. Paketen, die jedes Jahr mehrwertsteuerfrei in die EU eingeführt werden, ist dieses System für massenhaften Betrug und Missbrauch anfällig, womit beträchtliche Wettbewerbsverzerrungen zulasten von Unternehmen in der EU entstehen. Erstens sind die EU-Unternehmen gegenüber ihren nicht in der EU ansässigen Wettbewerbern eindeutig benachteiligt, da sie vom ersten Eurocent an mehrwertsteuerpflichtig sind. Zweitens enthalten die Einfuhrunterlagen für hochwertige Waren wie Smartphones und Tablets systematisch zu niedrigere Wertangaben oder falsche Warenbeschreibungen, damit diesen die Mehrwertsteuerbefreiung gewährt wird. Die Kommission will diese Befreiung daher abschaffen.

Gleiche Steuervorschriften für E-Books und Online-Zeitungen und die entsprechenden Druckerzeugnisse: Die derzeitigen Vorschriften gestatten den Mitgliedstaaten, gedruckte Veröffentlichungen wie Bücher und Zeitungen zu ermäßigten Sätzen und in einigen Fällen zu stark ermäßigten Sätzen oder zum Nullsatz zu besteuern. Diese Vorschriften gelten nicht für elektronische Veröffentlichungen, sodass diese zum Normalsatz besteuert werden müssen. Sobald das neue System von allen Mitgliedstaaten verabschiedet ist, werden sie die Steuersätze für elektronische Veröffentlichungen denen für Druckerzeugnisse anpassen können (aber nicht dazu verpflichtet sein).

USA EU 300EU-Justizkommissarin Věra Jourová hat das positive Votum des Europäischen Parlaments zum EU-US-Datenschutz-Rahmenabkommen („Umbrella Agreement“) begrüßt. „Dieses historische Abkommen führt hohe Datenschutzstandards für die transatlantische Zusammenarbeit bei der Strafverfolgung ein“, so Jourová.

„Mehr denn je müssen die EU und die USA zusammenarbeiten, um Kriminalität und Terrorismus zu bekämpfen und Bürger vor gemeinsamen Sicherheitsbedrohungen zu schützen. Gleichzeitig muss bei der Zusammenarbeit das europäische Grundrecht auf Datenschutz beachtet werden.“

Die EU-Justizkommissarin erklärte weiter: „Dieses Rahmenabkommen wird gewährleisten, dass der Austausch personenbezogener Daten, wie Strafregister, Namen oder Adressen, unter strengen Datenschutzregeln stehen. Nach Jahren der Verhandlungen haben wir ein einzigartiges Abkommen abgeschlossen, das einen hohen Schutz jener persönlicher Daten von EU-Bürgern gewährleistet, die an justizielle und polizeiliche Behörden über den Atlantik weitergegeben werden. Eine bedeutende Neuerung ist, dass die USA allen EU-Bürgern das Recht zugestehen, ihre Datenschutzrechte vor US-Gerichten geltend zu machen - ein Recht, das für US-Bürger in Europa bereits gilt.“

Das Datenschutz-Rahmenabkommen zwischen der EU und den USA setzt hohe Datenschutzstandards für Datenübermittlungen bei der Strafverfolgung. Es gilt für alle personenbezogenen Daten (z. B. Namen, Adressen, Strafregisterauszüge), die zwischen der EU und den USA zum Zwecke der Verhütung, Aufdeckung, Untersuchung und Verfolgung von Straftaten, einschließlich terroristischer Tätigkeiten, ausgetauscht werden.

Die Zustimmung des Parlaments folgt der Unterzeichnung des Abkommens durch die Justizminister der EU und der USA am 2. Juni 2016. Zuvor hatte der US-Kongress mit der Verabschiedung des Judicial Redress Acts am 24. Februar 2016 dem Klagerecht von EU-Bürgern vor US-Gerichten zugestimmt. Bevor das EU-US-Datenschutzrahmenabkommens offiziell in Kraft treten kann, wird noch der Rat über den Abschluss des Abkommens entscheiden.

Schulkinder 300Die EU erhöht ihre Mittel für humanitäre Hilfe von derzeit vier Prozent des EU-Haushalts auf sechs Prozent im Jahr 2017. Das hat die Europäische Kommission am 30.11.2016 anlässlich des Forums für Bildung in Notsituationen in Brüssel mitgeteilt. Mit den aufgestockten Finanzmitteln möchte die Kommission Bildungsprojekte für Kinder in Notsituationen weltweit noch stärker fördern.

Damit baut die EU ihre Vorreiterrolle im Bereich der humanitären Hilfe weiter aus. Die für 2017 geplanten Ausgaben der Kommission für humanitäre Hilfe liegen weit über dem globalen Durchschnitt.

Christos Stylianides, EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenschutz, sagte hierzu: „Bildung ist kein Privileg, sondern ein Recht. Sie ist eine unserer obersten Prioritäten in den Programmen für humanitäre Hilfe, vom Nahen Osten bis Afrika und darüber hinaus. Unser Ziel ist es zu ermöglichen, dass schutzbedürftige Kinder in Notsituationen Zugang zu hochwertiger Bildung in einem sicheren Lernumfeld erhalten. Die Finanzierung der Bildung ist eine echte Investition in die Zukunft der Kinder und gibt ihnen Hoffnung auf ein besseres Leben. Die EU geht mit gutem Beispiel voran und ich rufe andere internationale Geber und Interessenträger auf, ihre Bemühungen in der ganzen Welt zu verstärken.“

Stylianides nimmt heute am Forum für Bildung in Notsituationen in Brüssel teil. Die von der Europäischen Kommission organisierte Veranstaltung bringt Entscheidungsträger und Experten für humanitäre Fragen zusammen, um gemeinsam über Bildungsprojekte und Maßnahmen zur Unterstützung von Kindern in Notsituationen zu beraten. Neben Stylianides werden sich auch der UN-Sondergesandte für Humanitäre Hilfe und Krisenmanagement Gordon Brown, der türkische Minister für EU-Angelegenheiten Ömer Celik und der libanesische Bildungsminister Elias Bou Saab mit Redebeiträgen an dem Forum beteiligen.

Kommissar Stylianides hat die finanzielle Unterstützung für Bildungsprojekte für Kinder in Konfliktgebieten seit seinem Amtsantritt vor zwei Jahren jedes Jahr aufgestockt. Der Anteil der humanitären Hilfe der EU, der zur Unterstützung der Bildung in Notsituationen zugewiesen wird, ist nun sechs Mal höher als 2014.

Der Beitrag unterstützt den Zugang zur formalen und nichtformalen Bildung, einschließlich Life Skills und Berufsbildung, psychosoziale Unterstützung und Erholungsmöglichkeiten. Außerdem sollen für die Kinder Schulmaterial bereitgestellt und neue Bildungseinrichtungen geschaffen werden. Auch Eltern und Lehrer sollen unterstützt werden und Schulungen erhalten.
Bildung in Notsituationen gehört zu den am stärksten unterfinanzierten Bereichen der humanitären Hilfe: Für diesen Bereich werden weniger als zwei Prozent der internationalen humanitären Mittel zugewiesen.

EU Flagge 300Die EU-Kommission hat ihre Pläne für eine engere europäische Zusammenarbeit in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik vorgestellt. „Um unsere kollektive Sicherheit zu garantieren, müssen wir in die gemeinsame Entwicklung von Technologien und Ausrüstung mit strategischer Bedeutung investieren – von Land-, Luft-, See- und Raumfahrtfähigkeiten bis zur Cybersicherheit“, so Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.

„Dazu müssen die Mitgliedstaaten mehr zusammenarbeiten und nationale Ressourcen müssen stärker gebündelt werden. Wenn wir in Europa uns nicht um unsere Sicherheit kümmern, wird es auch sonst niemand tun. Eine starke, wettbewerbsfähige und innovative Verteidigungsindustrie wird uns zu strategischer Autonomie verhelfen.“

Kernstück der heute vorgelegten Vorschläge ist die Einrichtung eines Europäischen Verteidigungsfonds, der die Investitionen in die gemeinsame Forschung und Entwicklung von Verteidigungsausrüstung und -technologie fördern soll. Außerdem will die EU-Kommission den Binnenmarkt für Verteidigungsgüter ausbauen, damit Unternehmen einfacher grenzüberschreitend tätig werden können und die Mitgliedstaaten bei der Beschaffung von Verteidigungsgütern ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis erzielen können.
Die EU leidet unter fehlender Ausgabeneffizienz wegen Doppelstrukturen,
mangelnder Interoperabilität, Technologielücken und unzureichender Größenvorteile für Industrie und Produktion. Etwa 80 Prozent der Beschaffung in der Verteidigung vollzieht sich auf rein nationaler Ebene, was zu hohen Kosten durch nicht nötige, mehrfach vorhandene militärische Fähigkeiten führt. Der Mangel an Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten im Bereich Verteidigung und Sicherheit verursacht schätzungsweise Kosten zwischen 25 Mrd. Euro und 100 Mrd. Euro.

In seiner Rede zur Lage der Union in diesem Jahr betonte Präsident Jean-Claude Juncker, wie wichtig ein starkes Europa ist, das seine Bürger im Innern und im Ausland verteidigen und schützen kann – ein Ziel, das ohne Innovationen und die Bündelung der Ressourcen in der europäischen Verteidigungsindustrie nicht zu erreichen ist.

Mit dem Europäischen Verteidigungs-Aktionsplan schlägt die Kommission unter Anderem Folgendes vor:

• Einrichtung eines Europäischen Verteidigungsfonds, der Investitionen in die gemeinsame Forschung und Entwicklung von Verteidigungsausrüstung und -technologie fördern soll: Der vorgeschlagene Fonds enthält zwei „Fenster“, die sich ergänzen, aber eine unterschiedliche rechtliche Struktur aufweisen und aus unterschiedlichen Mitteln finanziert werden.

• Ein „Forschungsfenster“ zur Förderung der gemeinsamen Forschung zu innovativen Verteidigungstechnologien (z. B. Elektronik, Metawerkstoffe, verschlüsselte Software oder Robotertechnik): Die Kommission hat bereits im Rahmen des EU-Haushalts für 2017 Ausgaben in Höhe von 25 Mio. Euro für die Verteidigungsforschung vorgeschlagen. Sie rechnet damit, dass dieser Betrag bis 2020 auf insgesamt 90 Mio. Euro steigen könnte. Für den mehrjährigen Finanzrahmen nach 2020 plant die Kommission, ein spezielles Verteidigungsforschungsprogramm mit Mitteln von schätzungsweise 500 Mio. Euro pro Jahr vorzuschlagen.

• Den Binnenmarkt für Verteidigungsgüter ausbauen: Die Kommission wird die Bedingungen für einen offenen und wettbewerbsbestimmten Markt im Verteidigungsbereich in Europa verbessern, damit Unternehmen einfacher grenzüberschreitend tätig werden können und die Mitgliedstaaten bei der Beschaffung von Verteidigungsgütern ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis erzielen können. Zu diesem Zwecke wird die Kommission die tatsächliche Anwendung der beiden Richtlinien über die Vergabe im Verteidigungs- und Sicherheitsbereich und über die Verbringung innerhalb der EU vorantreiben, die grenzüberschreitende Beteiligung an Vergabeverfahren in der Verteidigung erleichtern, die Entwicklung von Industrienormen unterstützen und den Beitrag der Politik anderer Sektoren (z. B. EU-Raumfahrtprogramme) zu den gemeinsamen Prioritäten der Sicherheit und Verteidigung fördern.

EU Flagge 2 300Der erste Kommissionsvizepräsident Frans Timmermans hat am 29.11.2016 mit hochrangigen Vertretern verschiedener Religionsgemeinschaften aus ganz Europa über die Themen Migration, Integration und europäische Werte diskutiert.

„Die religiösen Führungspersönlichkeiten spielen eine maßgebliche Rolle dabei, die Integration und Teilhabe aller ihrer Mitglieder als vollwertige Bürger in Europa voranzubringen, unabhängig von Herkunft und Glauben“, sagte Timmermans. „Durch diese Dialoge schauen wir auf die gemeinsamen Grundwerte, die uns verbinden, anstatt auf den Punkten zu beharren, die uns trennen.“

Aus Deutschland waren Bischof Bedford-Strohm, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Imam Benjamin Idriz, Direktor der islamischen Gemeinschaft in Penzberg nach Brüssel gereist.

Die Religionsvertreter sprachen unter anderem über die Herausforderungen, die sich durch Intoleranz und Populismus ergeben. Die Religionsvertreter vereinbarten, eng mit der EU-Kommission zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass die europäischen Werte im Zusammenhang mit Migration und Integration berücksichtigt werden.

EU-Migrationskommissar Dimitris Avramopoulos, der ebenfalls teilnahm, fügte hinzu: „Mit allen Gemeinschaften zu reden, auch mit den unterschiedlichen Religionsgemeinschaften, ist zur Schaffung und Erhaltung einer solidarischen und inklusiven Gesellschaft unabdingbar. Angesichts der Zunahme von Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit und Extremismus müssen wir dafür sorgen, dass unsere Gesellschaft offen bleibt – insbesondere für Menschen, die auf der Flucht vor Krieg internationalen Schutz benötigen – und gleichzeitig ihre Grundwerte und Grundsätze bewahrt.“

Das Treffen, dem ein jährliches Treffen mit weltanschaulichen Gemeinschaften am 30. Juni 2016 vorausgegangen war, fand im Rahmen des laufenden Dialogs mit Kirchen, religiösen Vereinigungen und weltanschaulichen Gemeinschaften gemäß dem Vertrag von Lissabon statt.
Die Kommission lädt regelmäßig Vertreterinnen und Vertreter von Kirchen und religiösen Vereinigungen sowie weltanschaulichen Gemeinschaften zu hochrangigen Treffen und Arbeitssitzungen ein. Das gestrige Treffen mit religiösen Führern ist das zwölfte in einer Reihe von jährlichen Treffen, die von der Kommission im Jahr 2005 initiiert wurden. Seit 2009 ist der Dialog mit Kirchen, religiösen Vereinigungen und weltanschaulichen Gemeinschaften in Artikel 17 des Vertrags von Lissabon verankert.

Am 7. Juni 2016 hat die Kommission einen Aktionsplan für die Integration von Drittstaatsangehörigen angenommen, der eine Reihe von Maßnahmen vorsieht, die von der Bildung über die Beschäftigung und den Zugang zu Dienstleistungen bis hin zur Nichtdiskriminierung und sozialen Inklusion reichen. Besonderen Wert legt die Kommission auf die Förderung von inklusiver Bildung und der gemeinsamen europäischen Werte sowie darauf, junge Menschen zu erreichen.

Autobahn LKW 2 300Verkehrssünder, die in einem anderen EU-Land auffällig werden, kommen inzwischen nicht mehr ganz so einfach davon. Das zeigt ein von der EU-Kommission veröffentlichter Bericht zur grenzüberschreitenden Verfolgung von Verkehrsdelikten. Dank neuer Regeln und eines europäischen Austauschsystems ist die Zahl der grenzüberschreitend verfolgten Verkehrsdelikte zwischen 2013 und 2015 um das Vierfache gestiegen.

Dazu gehören Verstöße wie Geschwindigkeitsüberschreitungen, das Überfahren einer roten Ampel und Fahren ohne Sicherheitsgurt. Allerdings wird etwa die Hälfte der im EU-Ausland aufgedeckten Verkehrsdelikte noch nicht grenzüberschreitend verfolgt.

EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc sagte: „Unsere Evaluierung zeigt, dass Verkehrssünder aufgrund des neuen automatischen Informationsaustauschs weniger oft davonkommen mit ihrem gefährlichen Verkehrsverhalten.“ Das sei eine gute Nachricht. Gleichzeitig rief sie jedoch die Mitgliedstaaten auf, die Möglichkeiten des Austauschsystems besser auszunutzen. Denn trotz der Erfolge gibt es bei der grenzüberschreitenden Verfolgung von Verkehrsdelikten noch viel Potential. Immer noch haben nicht alle EU-Mitgliedstaaten die Richtlinie umgesetzt und nach wie vor sind fünf Staaten nicht mit dem Austauschsystem verbunden.

Zudem wurde ungefähr die Hälfte der aufgedeckten Straßenverkehrsdelikte, die von Nicht-Einheimischen begangen wurden, 2015 nicht weiter verfolgt. Gleiches gilt für die Durchsetzung der Strafen: Auch dabei wurden 50 Prozent nicht erfolgreich durchgesetzt. Ein Grund ist unter anderem die mangelnde Kooperation zwischen den Mitgliedstaaten.

Kühe im Stall 1 300Europäische Landwirte, die Direktbeihilfen von der EU erhalten, bekommen ab 1. Dezember 2016 zusätzliche 435 Mio. Euro Unterstützung. Davon gehen 60 Mio. Euro an Landwirte in Deutschland. Das Geld stammt aus der landwirtschaftlichen Krisenreserve, in der seit 2013 jährlich Geld aus dem Budget für Direktbeihilfen zurückgehalten wird, um zum Beispiel Marktstützungsmaßnahmen zu finanzieren.

Es wird am Ende des Jahres ausgezahlt, wenn es nicht in Anspruch genommen wurde. Die Europäische Kommission hat seit September vergangenen Jahres zwar über 1 Mrd. Euro zusätzliche Hilfen für Landwirte bereitgestellt, die unter der schwierigen Marktlage leiden, diese jedoch nicht aus der Krisenreserve finanziert, um die Direktbeihilfen für Landwirte nicht zu mindern.

EU-Landwirtschaftskommissar Phil Hogan erklärte: „2016 war ein schwieriges Jahr für viele Landwirte, insbesondere für bestimmte Märkte. Ich bin froh, dass die Kommission mit einer ganzen Reihe von zusätzlichen Maßnahmen reagieren konnte – ohne diesen letzten Ausweg wählen zu müssen, nämlich die Reserve für Krisen im Agrarsektor zu nutzen. Das heißt, dass wir reagieren konnten, ohne die Einkommensstützen für Landwirte abzusenken.“

Junge Leute 1 300Vorsitzende von multinationalen Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen haben anlässlich eines Treffens des Netzwerks „Unternehmen für soziale Verantwortung“ (CSR Europe) mit Sozialkommissarin Marianne Thyssen in Brüssel ihre Bereitschaft bekräftigt, den Europäischen Jugendpakt zu unterstützen. Der Jugendpakt wurde im November 2015 von EU-Kommission und Unternehmen gegründet, um die Einrichtung von 10.000 Partnerschaften zwischen Unternehmen und Bildungseinrichtungen für Ausbildungsplätze und Jobs für Berufseinsteiger zu unterstützen.

Ein Jahr nach Gründung des Pakts sind über 15.000 solcher Partnerschaften entstanden. Marianne Thyssen wies darauf hin, dass berufliche Ausbildung den Übergang von der Schule in die Arbeitswelt erleichtert und die Beschäftigung ankurbelt. Die Europäische Woche der Berufsbildung, die ab dem 5. Dezember stattfindet, soll auf die Vorteile dieser Ausbildungsform aufmerksam machen.

Vom 5. bis 9. Dezember findet die erste Europäische Woche der beruflichen Ausbildung (European Vocational Skills Week) statt. Zahlreiche Aktivitäten in ganz Europa werden im Rahmen der Skills Week die berufliche Bildung als Aus- und Weiterbildungsoption erster Wahl präsentieren. EuroSkills, die Europameisterschaft der Berufe vom 1. bis 3. Dezember in Göteborg (Schweden) ist ein Beispiel für diese Aktivitäten.

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) betreut federführend die 22-köpfige deutsche Euro-Skills-Mannschaft, darunter elf junge Handwerker. Aus Deutschland haben sich bisher 29 Veranstalter für die Woche registriert, so findet unter anderem am 7. Dezember ein Fachkongress in Stuttgart zu 50 Jahren berufliche Gymnasien in Baden-Württemberg statt.

Mit der Europäischen Woche der Berufsbildung will die Europäische Kommission die Berufsbildung für hochwertige Qualifikationen und Arbeitsplätze attraktiver machen. Dazu finden in ganz Europa lokale, regionale und nationale Veranstaltungen statt, die die positiven Aspekte der beruflichen Bildung und konkrete Beispiele mit Modellcharakter präsentieren.

Beteiligen können sich Interessierte aus der ganzen EU und aus Partnerländern. Sie können eigene Veranstaltungen und Aktivitäten ausrichten, die zeigen, wie berufliche Fähigkeiten auf allen Ebenen Innovation und Wettbewerbsfähigkeit fördern und Beschäftigungsaussichten verbessern.
Alle erfolgreichen Veranstaltungen während des gesamten Jahres 2016, die europaweit ausgerichtet wurden (einschließlich denjenigen, die vor der Woche stattfanden), werden in den sozialen Medien, auf Websites, in Veröffentlichungen, Videos und über Foren vorgestellt.

EU Ukraine bearbeitet 300Die EU-Spitzen Donald Tusk und Jean-Claude Juncker haben der Ukraine am Donnerstag, dem 24.11.2016, im Anschluss an den 18. EU-Ukraine-Gipfel Fortschritte bei der Umsetzung der Reformen bescheinigt. Die Ukraine habe alle Auflagen für eine Visaliberalisierung erfüllt, die von der EU gefordert worden waren. Damit empfahlen sie dem Rat und dem Europäischen Parlament der Visaliberalisierung zuzustimmen.

Rat und Parlament müssen noch über die genauen Bedingungen dafür beraten. Die EU und die Ukraine unterzeichneten zudem eine neue Vereinbarung über eine strategische Energiepartnerschaft.

Juncker sagte bei der Abschlusspressekonferenz, die Ukraine habe alle Bedingungen für die Visaliberalisierung erfüllt. Nun müsse die EU liefern. Die von der EU in Aussicht gestellten 600 Mio. Euro für die ukrainische Infrastruktur könnten bereitgestellt werden.

Auch Ratspräsident Tusk unterstrich die großen Reformanstrengungen der Ukraine auf dem Weg zu einer Demokratie. Alle Seiten hätten sich bei dem Treffen zudem auf eine weitre Unterstützung der OSZE-Mission geeinigt.

Im Fokus des Gipfels standen Beratungen über die Umsetzung der ukrainischen Reformagenda und die Visaliberalisierung. Die Kommission hatte der Ukraine bereits vor dem Treffen ihre unverminderte politische und wirtschaftliche Unterstützung zugesichert.

Ziel der Reformagenda ist es, die Ukraine an rechtsstaatliche und wirtschaftliche Standards der EU heranzuführen und die Vorteile des EU-Ukraine Assoziierungs-Abkommens und des Assoziierungsabkommens über eine vertiefte und umfassende Freihandelszone (DCFTA), das seit 1. Januar dieses Jahres vorläufig in Kraft ist, für die Menschen in der Ukraine spürbar zu machen.

Darüber hinaus wurden die jüngsten Schritte im Hinblick auf einen visumfreien Reiseverkehr für ukrainische Staatsangehörige bei Reisen in die EU und umgekehrt diskutiert. Weitere Abkommen etwa im Bereich Energie, Korruptionsbekämpfung, Zusammenarbeit mit Europol und die weitere Unterstützung der OSZE-Beobachtermission standen auf der Tagesordnung. So haben der für die Energieunion zuständige Vizepräsident der Europäischen Kommission, Maroš Šefčovič, und der Energieminister der Ukraine, Ihor Nasalyk, eine neue Vereinbarung über eine strategische Energiepartnerschaft zwischen der Europäischen Union und der Ukraine unterzeichnet.

Die Gipfelteilnehmer der EU und der Ukraine haben außerdem über die Umsetzung der Minsker Vereinbarungen beraten.

In einem Schreiben fordern die Europaabgeordneten der Euregio die Europäische Kommission dazu auf, eine europäische Lösung in Bezug auf Tihange und Doel zu finden. Anlass des Schreibens waren die geleakten Briefe des Direktors der französischen Atomkraftaufsichtsbehörde (FANC), Jan Bens, an Energie Electrabel, den Betreiber der Kernkraftwerke.

Mangelnde Brandsicherheit, das Risiko einer Kernschmelze und die generelle Sicherheitssituation der Kernkraftwerke waren Teil der Sorgen, die Bens in diesem Brief äußerte.

„Einmal mehr wird die Sicherheitslage von Tihange und Doel als besorgniserregend eingestuft. Die Sicherheit und das Wohlsein der Menschen in der Region muss doch absolute Priorität haben“, fordert die CDU-Europaabgeordnete Sabine Verheyen. „Aus diesem Grund verlangen wir auch, dass sich die Europäische Kommission für verbindliche europäische Sicherheitsnormen von Kernkraftwerken sowie für die Einrichtung einer europäischen Atomaufsichtsbehörde einsetzt, die den nationalen Aufsichtsbehörden und Betreibern auf die Finger schaut. Wenn etwas schief geht, bedeuten Ländergrenzen gar nichts mehr. Gerade im Bereich der Sicherheit von Atomkraftwerken brauchen wir europäische Standards, da Katastrophen nicht an Grenzen Halt machen“, so Verheyen.

Die Sorgen über die Sicherheitslage der Kernkraftwerke sind in der Grenzregion nach wie vor besonders groß. Sabine Verheyen und ihre Kollegen hielten diesen weiteren Schritt daher für erforderlich. Angesichts der grenzüberschreitenden Betroffenheit haben die Europaabgeordneten der Euregio immer wieder darauf hingewiesen, dass nationale Ansätze nicht ausreichen, sondern gegenseitige Sicherheitsinspektionen und eine Zusammenarbeit auf EU-Ebene dringend von Nöten seien.

Das gemeinsame Schreiben an die Europäische Kommission wurde von Sabine Verheyen in Zusammenarbeit mit ihren Kollegen Claude Rolin (Belgien, CDH), Esther de Lange (Niederlande, CDA), Jeroen Lenaers (Niederlande, CDA) und Pascal Arimont (Belgien, CSP) unterzeichnet. Die Europäische Kommission muss innerhalb von drei Wochen auf das Schreiben antworten.

EU Ukraine 300Am Donnerstag, den 24.11.2016, wird der 18. EU-Ukraine-Gipfel in Brüssel stattfinden. Kommissionspräsident Juncker wird die Europäische Union zusammen mit Ratspräsident Donald Tusk vertreten.

Für die Ukraine wird Präsident Petro Poroschenko an dem Treffen teilnehmen. Auf Seiten der EU werden zudem die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Federica Mogherini, sowie die Kommissare Maroš Šefčovič, Valdis Dombrovskis, Johannes Hahn und Cecilia Malmström anwesend sein.

Im Fokus des Gipfels stehen die Fortschritte der ukrainischen Reformagenda und die Visaliberalisierung. Die Kommission wird unverändert an ihrer Unterstützung für die Ukraine bei der Umsetzung der Reformagenda festhalten, damit die Vorteile des EU-Ukraine Assoziierungs-Abkommens und des Assoziierungsabkommens über eine vertiefte und umfassende Freihandelszone (DCFTA), das seit 1. Januar dieses Jahres vorläufig in Kraft ist, für die Menschen in der Ukraine spürbar werden.

Darüber hinaus werden die jüngsten Schritte im Hinblick auf einen visumfreien Reiseverkehr für ukrainische Staatsangehörige bei Reisen in die EU und umgekehrt diskutiert. Weitere Abkommen etwa im Bereich Energie, Korruptionsbekämpfung, Zusammenarbeit mit Europol und die weitere Unterstützung der OSZE-Beobachtermission sollen unterzeichnet werden.
Die Gipfelteilnehmer der EU und der Ukraine werden außerdem über die Umsetzung der Minsker Vereinbarungen beraten.

Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments haben den diesjährigen Gewinner des Lux-Filmpreises gekürt: Der Spielfilm „Toni Erdmann" der deutschen Regisseurin, Drehbuchautorin und Produzentin Maren Ade erhält die begehrte Auszeichnung, die in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal vom Europäischen Parlament verliehen wird.

Die Tragikomödie von Maren Ade erzählt die Geschichte einer Vater-Tochter-Beziehung. Das Leben der ehrgeizigen Unternehmensberaterin Ines gerät aus den Fugen, als urplötzlich ihr Vater Winfried bei ihr in Bukarest auftaucht. Ihr Leben ist perfekt durchorganisiert, doch als ihr Vater fragt: „Bist du glücklich?“, weiß Ines keine Antwort. Von da an unternimmt ihr lästiger und peinlicher Vater Winfried alles, um ihrem Leben wieder einen Sinn zu verleihen. Dazu entwickelt er auch sein Alter Ego: den schrillen und glattzüngigen Toni Erdmann. Je mehr die beiden einander drängen, desto enger wird ihre Beziehung. In all dem Wahnsinn beginnt Ines zu verstehen, dass ihr exzentrischer Vater nach all der Zeit einen Platz in ihrem Leben verdient hat.

"Ich bin tief beeindruckt, mit welcher Leichtigkeit und welch unkonventionellem Humor es Maren Ade gelingt, diese ernste Geschichte über die Beziehung zwischen Vater und Tochter zu erzählen. Ein Film der, im Gewand einer Komödie, Kritik an gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ungleichheiten übt und bei aller Komik zum Nachdenken anregt – über Tod und Vergänglichkeit, über Einsamkeit, und über die Suche nach dem Glück“, erklärt Sabine Verheyen, Mitglied des Europäischen Parlaments und Sprecherin im Ausschuss für Kultur und Bildung.

Die diesjährige Preisträgerin konnte sich im Finale gegen die Filme A peine j´ouvre les yeux (Leyla Bouzid), ein ergreifendes Porträt einer jungen Frau in Tunesien kurz vor dem Arabischen Frühling und Ma vie de courgette (Claude Barras), ein Stop-Motion-Animationsfilm zum Leben in einem Waisenhaus, durchsetzen.

Mit dem LUX-Filmpreis zeichnet das Europäische Parlament seit 2007 jährlich einen Film aus, der auf besondere Weise das europäische Publikum berührt und mit Blick auf die aktuellen sozialen und politischen Herausforderungen in Europa zum Nachdenken anregt. Eine 21-köpfige Fachjury wählt unter allen Teilnehmern zehn Filme für die offizielle Auswahl und schließlich drei Filme ins Finale des Wettbewerbs. Die drei Finalisten-Filme werden in allen 24 Amtssprachen der EU untertitelt und im Zuge der „LUX Film Days“ in den 28 EU-Mitgliedstaaten gezeigt. Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments wählen schließlich den Gewinner des LUX-Filmpreises und zeichnen diesen im Rahmen einer Plenartagung in Straßburg aus. Der Film, der den LUX-Filmpreis erhält, wird auch für hör- und sehbehinderte Menschen produziert und beim internationalen Vertrieb unterstützt.

Wirtschaft und Eurozeichen 300Innovative europäische Unternehmen sollen möglichst ideale Rahmenbedingungen erhalten, um weltweit führend zu werden. Dazu hat die EU-Kommission am Dienstag, den 22.11.2016 eine Start-up- und Scale-up-Initiative vorgestellt.

Sie fasst alle Möglichkeiten zusammen, die die EU bereits bietet, und setzt zusätzlich neue Schwerpunkte in den Bereichen Risikokapitalinvestitionen, Insolvenzrecht und Besteuerung.

EU-Kommissionsvizepräsident Jyrki Katainen und EU-Kommissarin Elżbieta Bieńkowska, zuständig für Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU, haben die Initiative in Straßburg vorgestellt.

Es mangelt in Europa nicht an innovativen Ideen und Unternehmergeist. Doch viele neue Firmen überstehen die kritischen ersten Jahre nicht oder versuchen ihr Glück außerhalb der EU, anstatt viele der 500 Millionen EU-Bürger als Kunden für sich zu gewinnen. Die Europäische Kommission ist entschlossen, das zu ändern und Start-ups dabei zu helfen, ihr gesamtes Innovations- und Beschäftigungspotenzial zu entfalten.

Die Initiative geht auf die wichtigsten Hindernisse für Start-ups und Scale-ups in Europa ein, die in einer jüngst durchgeführten öffentlichen Konsultation identifiziert wurden.

 

EU Flagge 2 300Die Europäische Kommission wird am Dienstag, den 22.11.2016 ihre Strategie für eine nachhaltige Entwicklung in Europa und in der Welt vorstellen. In drei Mitteilungen führt die EU-Kommission aus, welche Leitlinien sie zur Umsetzung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung verfolgen will.

Eine erste Mitteilung zu den nächsten Schritten für eine nachhaltige europäische Zukunft zeigt zehn Prioritäten der Kommission zur Umsetzung der 2030 Agenda der UN auf. Zudem ist darin aufgeführt, wie die EU künftig die Ziele für nachhaltige Entwicklung erreichen will. Eine zweite Mitteilung beschreibt die Neuausrichtung der EU-Partnerschaften mit den Ländern Afrikas, des Karibischen Raums und des Pazifischen Ozeans als Fortführung der 2020 auslaufenden Cotonou-Abkommen. Eine dritte Mitteilung umfasst die Rahmenbedingungen für die künftige entwicklungspolitische Zusammenarbeit mit anderen EU-Institutionen und den EU-Mitgliedstaaten.

Die Pressekonferenz zur Vorstellung der drei Mitteilungen mit dem Ersten Vizepräsidenten der Kommission, Frans Timmermans, der Hohen Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Federica Mogherini, sowie dem Kommissar für Internationale Zusammenarbeit und Entwicklung, Neven Mimica, kann ab 14:30 Uhr im sogenannten Europaen Commission Audiovisual Service live verfolgt werden.

Nature 300Die Europäische Kommission hat ihre Unterstützung des afrikanischen Kontinents beim Kampf gegen den Klimawandel bekräftigt. Mit einer Reihe von Initiativen im Rahmen der EU-Afrika-Energiepartnerschaft Africa Renewable Energy Initiative (AREI) will die Kommission konkret zu mehr Klimaschutz und der Erschließung erneuerbarer Energien in afrikanischen Ländern beitragen.

Neven Mimica, EU-Kommissar für Internationale Zusammenarbeit und Entwicklung, gab dies zusammen mit Alpha Condé, dem Präsidenten der Republik Guinea und Koordinator der Afrikanischen Union (AU) für die EU-Afrika-Energiepartnerschaft, in Brüssel bekannt. Beide Seiten vereinbarten, regelmäßig bei internationalen Treffen und im Rahmen der gemeinsamen strategischen Zusammenarbeit Gespräche auf Regierungsebene abzuhalten.

„Zum Ende des heißesten Jahres seit Beginn der Aufzeichnungen bekräftigt die Europäische Union ihre Entschlossenheit, die Bemühungen in Afrika um eine Reduzierung von Schadstoffemissionen und zur Verbesserung des Zugangs der bedürftigsten Menschen zu Energie zu unterstützen“, sagte Mimica. „Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass dieses Engagement durch neue Projekte konkretisiert wird und greifbare Ergebnisse erreicht werden. Konkret hat die EU zugesagt, Investitionen zu fördern, um die Erzeugungskapazität für erneuerbaren Strom bis 2020 um mindestens 5 Gigawatt zu steigern. Dies entspricht der Hälfte des Ziels von 10 Gigawatt im Rahmen der Initiative „Erneuerbare Energien für Afrika.“

Europakarte Güter 300Wie von der EU-Kommission vorgeschlagen, wird die Europäische Union im kommenden Jahr mehr Geld ausgeben, um Europa wettbewerbsfähiger und sicherer zu machen. Ebenso wird mehr Geld bereitgestellt, um die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen zu unterstützen und die Ursachen der Migration in den Herkunfts- und Transitländern zu bekämpfen.

Die Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament haben sich in der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag früh auf einen Kompromiss verständigt.

Die für den Haushalt zuständige Vizepräsidentin der Europäischen Kommission Kristalina Georgieva sagte: „Wir haben alles daran gesetzt, die Mittel für einen Haushalt zu sichern, der im Interesse unserer Bürgerinnen und Bürger funktioniert. Der EU-Haushalt 2017 wird somit dazu beitragen, Schocks abzufedern, unsere Wirtschaft anzukurbeln und Situationen wie die Flüchtlingskrise zu bewältigen. Wie bereits in früheren Jahren ist unser Haushaltsplan ergebnisorientiert, damit jeder Euro aus dem EU-Haushalt etwas bewegt.“

Der EU-Haushalt für 2017 beläuft sich auf 157,9 Mrd. Euro bei den Mitteln für Verpflichtungen und 134,5 Mrd. Euro bei den Mitteln für Zahlungen.

Einige Eckpunkte:
• Fast die Hälfte der Mittel - 74,9 Mrd. Euro an Verpflichtungen - wird Wachstum, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit fördern. So werden etwa 21,3 Mrd. Euro für Programme wie das europäische Forschungsprogramm Horizont 2020, das Bildungsprogramm Erasmus +, das Programm für kleine und mittlere Unternehmen COSME und die Connecting Europe Facility (CEF) ausgegeben.
• Die Unterstützung für europäische Landwirte beläuft sich auf 42,6 Mrd. Euro.
• Fast 6,0 Mrd. Euro dienen dem Schutz der EU-Außengrenzen und helfen, die Migrations- und Flüchtlingskrise zu bewältigen. Mit der Hälfte dieser Summe werden Maßnahmen innerhalb der EU finanziert. Die zweite Hälfte steht für Maßnahmen außerhalb der EU bereit, um die Ursachen der Migration zu bekämpfen.

Hintergrund:

Die Europäische Kommission legt jedes Jahr einen Entwurf des Haushaltsplans der EU vor. In diesem Jahr legte die Kommission ihren ersten Vorschlag am 30. Juni 2016 vor.

Daraufhin nehmen sowohl das Europäische Parlament als auch der Rat einen Standpunkt zu diesem Vorschlag an. In diesem Jahr nahm der Rat seinen Standpunkt am 12. September 2016 förmlich an. Das Europäische Parlament seinerseits nahm seinen Standpunkt auf seiner Plenartagung vom 26. Oktober 2016 an.

Weichen die Standpunkte des Europäischen Parlaments und des Rates voneinander ab, treten sie im Rahmen des sogenannten Vermittlungsverfahrens in Verhandlungen. In diesem Jahr dauerte das 21-tägige Vermittlungsverfahren vom 28. Oktober bis zum 17. November.

Diese Verhandlungen werden von einem eigens eingesetzten Vermittlungsausschuss geführt, dem jeweils 28 Vertreter des Europäischen Parlaments und des Rates angehören. Die Europäische Kommission übernimmt dabei in Person der für den Haushalt zuständigen Vizepräsidentin sowie von Experten der Generaldirektion Haushalt die Rolle eines ehrlichen Maklers.
Weitere Schritte

Zur Besiegelung des Kompromisses, der bei den Haushaltsgesprächen gefunden wurde, müssen das Europäische Parlament und der Rat den Text förmlich annehmen.

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AEGEE lädt mit EUROPE DIRECT zur Diskussion über Europas Zukunft ein

AEGEE ist ein internationales Studierenden-Netzwerk, das die Entwicklung eines demokratischen, vielfältigen und grenzenlosen Europas fördert und in Aachen eine sehr aktive lokale Gruppe hat.

AEGEE Aachen organisiert ein Networkmeeting und lädt zusammen mit EUROPE DIRECT Aachen zu einer öffentlichen Diskussion ein. In der Podiumsdiskussion wird es um neue Sichtweisen und Meinungen zum Thema Europa und europäische Zusammenarbeit gehen. Rednerinnen und Redner aus verschiedenen Bereichen erläutern ihren Standpunkt und zeigen Beispiele, wo Kooperation in Europa gut funktioniert und wo nicht.

Die eingeladenen Sprecher sind:
Prof. Emanuel Richter, RWTH Aachen
Jan Schliewert, Region Aachen
Dr. Sven Pastoors, Team Europe
Dr. Sigrid Fretlöh, Team Europe

Da ca. 50 Gäste aus verschiedenen Teilen Europas erwartet werden, wird die Diskussion auf Englisch stattfinden. Darüber hinaus sind auch alle Interessenten, insbesondere Studierende, auch herzlich eingeladen.

  • Donnerstag 24.11.2016
    19:00 bis 21:30 Uhr
  • Aula 1 der RWTH Aachen
  • Eintritt frei!

Weitere Informationen:

Jedes vierte Kind in der EU war im vergangenen Jahr von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Besonders gefährdet sind Kinder, deren Eltern einen geringen Bildungsgrad haben.

Das zeigen die Zahlen, die die europäische Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch, 16.11.2016 anlässlich des Weltkindertages am kommenden Sonntag (20.11.) veröffentlicht hat.

Im Jahr 2015 waren insgesamt 25 Mio. Kinder im Alter von 0 bis 17 Jahren betroffen, die in Haushalten lebten, die trotz Sozialtransfers armutsgefährdet waren, materielle Entbehrungen erleiden mussten oder in denen die Erwerbstätigen nur in sehr geringem Umfang einer Arbeit nachgegangen sind.

Am stärksten sind Kinder in Rumänien (46,8 Prozent), Bulgarien (43,7) und Griechenland (37,8 Prozent) betroffen. In Deutschland sind es 18,5 Prozent der Kinder, was im Vergleich zu 2010 einen leichten Rückgang von 3,2 Prozentpunkten bedeutet. Am stärksten gestiegen ist die Zahl der von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedrohten Kinder in den letzten fünf Jahren in Griechenland: Von 28,7 Prozent in 2010 auf 37,8 Prozent in 2015. Im EU-Durchschnitt sind die Zahlen leicht von 27,5 Prozent auf 26,9 Prozent gesunken. Den stärksten Rückgang hat Litauen zu verzeichnen: von 42,2 Prozent auf 31,3 Prozent.

Der Bildungsgrad der Eltern hat einen entscheidenden Einfluss auf das Armutsrisiko der Kinder. Im EU-Durchschnitt sind 65,5 Prozent der Kinder, deren Eltern eine geringe Bildung (höchstens untere Sekundarstufe) haben, von Armut bedroht. In Deutschland sind es sogar 78,7 Prozent. Besser sieht es in Dänemark aus: Hier sind weniger als die Hälfte (41,9 Prozent) der Kinder bedroht.

EU Flagge 300Die Gruppe von Bürgerinitiativen „Wo ein Wille ist, gibt es keine Grenze“ organisiert am Samstag, den 26. November 2016 von 13.00 Uhr bis spätestens 17.00 Uhr im Centre Ceramique in Maastricht eine Zusammenkunft von maximal 150 Bürgern aus den Euregios über den freien Personenverkehr.

Mit dem Vertrag von Maastricht ist unter anderem auch das Phänomen Europäische Staatsbürgerschaft zustande gekommen. Grenzbewohner besuchen häufig, oft täglich ein anderes europäisches Land und machen auf diese Weise vielfältig Gebrauch vom „freien Verkehr von Personen“.Und doch sind die Binnengrenzen nach lange nicht so offen wie häufig behauptet wird; alleine schon die Unterschiede in der Sprache und sozial-ökonomischen Systeme behindern die soziokulturelle Kohäsion.

In Verbindung mit der Erinnerung an 25 Jahre Vertrag von Maastricht – die Geburtsurkunde der Europäischen Staatsbürgerschaft – steht, neben einer Feier, auch eine Erinnerung und ein erneutes Überdenken und Reflektieren über diesen Vertrag an. Auf welche Weise kann der Vertrag so angepasst werden, dass die Bürger in den Grenzregionen bequemer die „offenen Binnengrenzen“ überqueren können und der soziokulturelle Zusammenhalt in den Grenzregionen vergrößert wird.

Sie sind herzlich eingeladen, wenn Sie als Bürger Gebrauch machen vom „freien Verkehr von Personen“ , darin selbst Erfahrungen haben und / oder aktiv und interessiert sind an grenzüberschreitender Zusammenarbeit. Während dieser Zusammenkunft soll versucht werden neue Ideen und Wünsche auf den Tisch zu bringen, die am Ende zu einer Anpassung des heutigen EU-Vertrags führen können. Ihre Idee oder ihren Wunsch können Sie bei der Anmeldung durchgeben.

Mit fachkundiger Expertise der Universität Utrecht (BEUCITIZEN), der Open Universiteit und der Universität von Maastricht / ITEM-Institute sollen die eingebrachten Ideen in der Folge umgesetzt werden in juristische Anträge zur Änderung des heutigen Vertrags. Das Programm für den 26. November finden Sie im Anhang. Die Teilnahme ist gratis. Anmeldung kann bis einschließlich 21. November erfolgen.

TTIP Flaggen 300Die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Federica Mogherini, hat nach einem informellen Abendessen am Sonntag, den 13. November, der EU-Außenminister den Willen der EU zu weiterhin engen Beziehungen mit den USA unterstrichen.

Zudem betonte sie die Geschlossenheit der EU in politischen Kernbereichen. Dazu zählen auch die Stärkung der EU-Verteidigungs- und Sicherheitspolitik.

Vor dem Hintergrund des Wahlausgangs in den USA hatte Mogherini die EU-Außenminister am Vorabend ihres regulären Treffens zu einem Abendessen eingeladen. Sie sagte im Anschluss: „Die Europäische Union und die Vereinigten Staaten sind Partner und werden weiterhin Partner sein, soweit es die Europäische Union betrifft, basierend auf unseren eigenen Werten, Prinzipien und Interessen. Zweitens haben wir auch über die Notwenigkeit diskutiert, die europäische Geschlossenheit in einigen Schlüsselbereichen zu stärken, die in den kommenden Monaten noch ausschlaggebender sein werden.“

Mit Blick auf die europäische Verteidigungspolitik verwies Mogherini auf ihre im Sommer vorgestellte Strategie. „Ich sehe eine Notwenigkeit für die Europäer, ihre Verteidigungs- und Sicherheitspolitik und ihre Zusammenarbeit zu verstärken, ungeachtet der Veränderungen in der Administration der Vereinigten Staaten“, sagte Mogherini.

Zu den Schlüsselbereichen zählt Mogherini unter anderem die Umsetzung des Klimaabkommens, der Atomwaffensperrvertrag und das Abkommen mit Iran. Auch der Handel gehöre dazu. In den letzten acht Jahren habe man sehr gut mit den Vereinigten Staaten zusammengearbeitet, so Mogherini weiter.
Die gemeinsame Tagung der EU-Außen- und der Verteidigungsminister geht am Montag und Dienstag weiter. Im Mittelpunkt der Beratungen wird der Umsetzungsplan für Sicherheit und Verteidigung im Rahmen der Globalen Strategie für die Außen-und Sicherheitspolitik der Europäischen Union stehen.

Gemüse 300Die Task Force „Agrarmärkte“ von zwölf unabhängigen Experten unter dem Vorsitz des ehemaligen niederländischen Landwirtschaftsministers Cees Veerman hat EU-Landwirtschaftskommissar Phil Hogan ihren Bericht vorgestellt.

Mit Blick auf die angespannte Lage auf den Märkten und Sorgen um die Situation der Erzeuger hatte er die Task Force um Empfehlungen gebeten, wie die Stellung der Landwirte in der Lebensmittelversorgungskette verbessert werden kann.

EU-Kommissar Hogan erklärte: „Angesichts der Probleme, die unlängst in bestimmten Sektoren zu beobachten waren, hielten wir es für notwendig, die Stellung der Landwirte in der Lebensmittelversorgungskette zu stärken, damit diese einen fairen Preis für ihre Erzeugnisse erhalten. Den Landwirten mehr Gehör zu verschaffen und ihre Stellung zu stärken ist mir ein besonderes Anliegen."

Angesichts der Besorgnis, dass die Landwirte die Hauptlast der Preisschwankungen und der langanhaltenden Preisschwäche tragen müssen, kommt die Task Force in ihrem Bericht zu dem Schluss, dass die Rahmenregelungen für die Versorgungskette weiter verbessert werden könnten und sollten. Zu den Schlussfolgerungen des Berichts zählen außerdem Forderungen nach neuen Regeln auf EU-Ebene, um gegen bestimmte unfaire Handelspraktiken vorzugehen, und die Empfehlung, in den Mitgliedstaaten wirksame Durchsetzungsmechanismen einzuführen, indem z. B. ein Schiedsrichter eingesetzt wird. Im Einzelnen empfiehlt die Task Force unter anderem Folgendes:

  • Verbesserung der Markttransparenz, Einführung einer verbindlichen Preisberichterstattung und die Bereitstellung aktuellerer, stärker standardisierter Daten;
  • im Zusammenhang mit den unfairen Handelspraktiken waren freiwillige Initiativen zwar nützlich, konnten aber einen wirksamen und unabhängigen Durchsetzungsmechanismus nicht ersetzen; deshalb sollten auf EU-Ebene Rahmenvorschriften und in den Mitgliedstaaten ergänzend dazu wirksame Durchsetzungsmechanismen, wie z. B. die Einsetzung eines Schiedsrichters, eingeführt werden. Außerdem wurden Empfehlungen zu verbindlichen schriftlichen Verträgen abgegeben, die auch für die Landwirte von Vorteil wären;
  • zur Unterstützung der Zusammenarbeit zwischen den Landwirten sollten die Vorschriften für die gemeinschaftliche Organisation und das Wettbewerbsrecht klar gefasst und praktisch umsetzbar sein, damit sie wirklich die Voraussetzungen für die Zusammenarbeit der Landwirte verbessern;

Ferner hat sich die im Januar 2016 eingesetzte Task Force „Agrarmärkte“ mit einer Reihe von Fragen befasst, die in die Diskussion über die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) in der Zeit nach 2020 einfließen werden, wobei auf die Herausforderungen durch den Klimawandel sowie die Wasser- und Energieknappheit hingewiesen wurde. In dem Bericht wird auch die Möglichkeit angesprochen, Maßnahmen zum integrierten Risikomanagement auf EU-Ebene einzuführen. Schließlich wird die Bedeutung von Forschung und Innovation - sowie die Gewinnung von Junglandwirten für diesen Sektor - bei der Bewältigung künftiger Herausforderungen hervorgehoben.

Die Europäische Kommission und die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Federica Mogherini, haben am Mittwoch, 10.11.2016, eine Strategie zur sicheren, sauberen und nachhaltigen Bewirtschaftung der Weltmeere vorgeschlagen.

Als starker globaler Akteur strebt die Europäische Union eine bessere Meerespolitik auf der Grundlage eines sektorübergreifenden, regelbasierten internationalen Ansatzes an.

Die Kommission hat dazu heute eine gemeinsame Mitteilung mit 14 Leitlinien verabschiedet. „Mit dieser gemeinsamen Mitteilung bekräftigen wir unser Engagement, bei der Umsetzung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen für eine nachhaltige Entwicklung eine führende Rolle zu spielen, und davon profitieren nicht nur EU-Bürger, sondern die ganze Welt“, sagte Federica Mogherini dazu.

Der für Arbeitsplätze, Wachstum und Investitionen zuständige Vizpräsident Jyrki Katainen betonte den Wirtschaftsfaktor der Ozeane: „Die Weltmeere bieten großes Potenzial, um Wachstum, Beschäftigung und Innovation anzukurbeln. Gleichzeitig stehen sie im Mittelpunkt einiger der dringendsten globalen Herausforderungen, wie Klimawandel, Abfälle im Meer und eine wachsende Weltbevölkerung. Mit dieser Mitteilung wird die wichtige Rolle der EU als Vorkämpfer für nachhaltige Entwicklung, als globaler Akteur im Bereich der Meerespolitik und als Nutzer von Meeresressourcen unterstrichen.“

Der für Umwelt, Meerespolitik und Fischerei zuständige EU-Kommissar Karmenu Vella ergänzte: „Ozeane bedecken 70 Prozent unseres Planeten. Inzwischen ist den Menschen weltweit bewusst geworden, dass sie sich besser um die Ozeane kümmern müssen. Dies gelingt nur durch enge internationale Zusammenarbeit. Die EU geht dabei voran, eine durchsetzungsstärkere, weltumspannende Meerespolitik aufzubauen. Dadurch wird sichergestellt, dass die Meeresressourcen mit dem Ziel gesunder Meeresökosysteme und einer dynamischen Meereswirtschaft nachhaltig genutzt werden.“

Der heutige Vorschlag enthält 14 Maßnahmenbündel in drei Schwerpunktbereichen:

1. Verbesserung des Rahmens für die internationale Meerespolitik

Geltende Regeln für die Ozeane müssen weiter ausgebaut und besser durchgesetzt werden, damit beispielsweise Regelungen für Gebiete außerhalb der nationalen Hoheitsbereiche geschaffen oder auf internationaler Ebene vereinbarte Ziele für nachhaltige Entwicklung, wie die Einführung des 10 Prozent-Ziels für Meeresschutzgebiete bis 2020, umgesetzt werden. Um an dieses Engagement anzuknüpfen, wird die EU bei der Umsetzung mit internationalen Partnern zusammenarbeiten und im Oktober 2017 Gastgeber der Konferenz „Unsere Ozeane“ sein. Zudem wird die Kommission bis 2018 Leitlinien zur Erkundung und Nutzung natürlicher Ressourcen in nationalen Hoheitsgebieten erarbeiten.

2. Verringerung der menschlichen Einwirkungen auf die Weltmeere und Schaffung der Voraussetzungen für eine nachhaltige blaue Wirtschaft

Nachdem das Übereinkommen von Paris nun in Kraft getreten ist, wird sich die Kommission dafür einsetzen, meeresbezogene Maßnahmen zu stärken, um nationalen und internationalen Verpflichtungen, beginnend mit dem Tag der Ozeane bei der COP22 in Marrakesch am 12. November 2016, nachzukommen. Da die Ozeane 25 Prozent des erzeugten CO2 absorbieren, sind sie entscheidend für die Regulierung des Klimas. Werden keine Maßnahmen zur Begrenzung der Erwärmung und Versauerung der Ozeane ergriffen, besteht die Gefahr, dass das Klima aus dem Gleichgewicht gerät.

Die Kommission wird an der Einführung internationaler Leitlinien für die maritime Raumplanung bis 2025 arbeiten und dabei helfen, Meeresschutzgebiete weltweit durch eine Förderung im Rahmen von Horizont 2020 und LIFE-Programmen auszuweiten.

3. Stärkung der internationalen Meeresforschung und der entsprechenden Datenbasis

Schätzungsweise 90 Prozent des Meeresbodens sind nach wie vor nicht kartografisch erfasst. Weniger als 3 Prozent werden wirtschaftlich genutzt. Um die Meeresressourcen nachhaltig zu bewirtschaften und die Einwirkungen des Menschen zu verringern, sind mehr Verständnis und eine solide wissenschaftliche Grundlage von entscheidender Bedeutung. Das „Blue Data Network“ der EU, das Europäische Meeresbeobachtungs- und Meeresdatennetzwerk, enthält Daten von über 100 Meeresforschungseinrichtungen und steht allen Nutzern offen. Die Kommission wird Vorschläge dazu unterbreiten, wie diese Datenbank zu einem weltweiten Meeresdaten-Netzwerk ausgebaut werden kann.

Die vorgeschlagenen Maßnahmen werden nun gemeinsam mit den EU-Mitgliedstaaten im Rat und im Europäischen Parlament erörtert.

TTIP Handshake 300Die beiden EU-Spitzen Jean-Claude Juncker und Donald Tusk haben  den Gewinner der US-Präsidentschaftswahl Donald Trump beglückwünscht und zu einem EU-USA-Gipfel nach Europa eingeladen.

„Wir gratulieren herzlich zu Ihrer Wahl zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika“, schrieben Kommissionspräsident Juncker und Ratspräsident Tusk am Mittwochmorgen in einem gemeinsamen Brief an Trump. Sie verwiesen auf die gemeinsamen Werte der Freiheit, der Menschenrechte, der Demokratie und des Glaubens an die Marktwirtschaft, welche Europäer und Amerikaner verbinden. Nun sei es wichtiger denn je, die transatlantischen Beziehungen zu stärken. „Glücklicherweise ist die strategische Partnerschaft zwischen der EU und USA breit und tief“, so Juncker und Tusk.

Juncker und Tusk schrieben im Wortlaut: „Die strategische Partnerschaft zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten ist in unseren gemeinsamen Werten der Freiheit, der Menschenrechte, der Demokratie und des Glaubens an die Marktwirtschaft begründet. Im Laufe der Jahre haben die Europäische Union und die Vereinigten Staaten eng zusammengearbeitet, um Frieden und Wohlstand für unsere Bürger und für Menschen auf der ganzen Welt zu gewährleisten.

Glücklicherweise ist die strategische Partnerschaft zwischen der EU und USA breit und tief: von unseren gemeinsamen Bemühungen, die Energieversorgungssicherheit zu verbessern und den Klimawandel zu bekämpfen über die Zusammenarbeit zwischen der EU und den Vereinigten Staaten mit Blick auf die Bedrohungen der Sicherheit in den östlichen und südlichen Nachbarschaften Europas bis zu den Verhandlungen über die transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft - wir sollten keine Anstrengung unterlassen, um sicherzustellen, dass die Beziehungen, die uns verbinden, stark und langlebig bleiben.

Wir sollten die Brücken festigen, die wir über dem Atlantik gebaut haben. Die Europäer vertrauen darauf, dass Amerika, dessen demokratische Ideale immer ein Leuchtfeuer der Hoffnung auf der ganzen Welt waren, weiterhin in seine Partnerschaften mit Freunden und Verbündeten investieren wird, um unsere Bürger und die Menschen der Welt sicherer und wohlhabender zu machen.
Wir möchten diese Gelegenheit nutzen, um Sie zu einem EU-USA-Gipfeltreffen nach Europa einzuladen. Dieses Gespräch würde es uns ermöglichen, den Verlauf unserer Beziehungen für die nächsten vier Jahre festzulegen.“

Logo On y va 300Auch in diesem Jahr findet der Ideenwettbewerb "On y va" statt, bei dem sechs Projekte zur Auswahl stehen. Stimmen Sie für Ihren Favoriten! Der Sieger erhält bis zu 5000 Euro Fördergeld für sein gemeinnütziges, internationales Projekt. Die Abstimmung läuft noch bis zum 15. November 2016.

"On y va – auf geht’s – let’s go!" ist ein Programm der Robert Bosch Stiftung, das in Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Französischen Institut (dfi) durchgeführt wird. Der Wettbewerb spricht alle Themenbereiche an, egal ob Projekte aus Kultur, Bildung, Sozialwesen, Gesundheit, Sport oder Umwelt. Wichtig ist, dass die internationale Öffnung zu einer neuen Dynamik in der praktischen Arbeit führt.

Flagge Türkei EU 300Die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Federica Mogherini, hat zu den jüngsten Entwicklungen in der Türkei Stellung bezogen. In einer Erklärung im Namen der gesamten EU forderte Mogherini die Türkei auf, zu einem glaubwürdigen politischen Prozess und einem ernsthaften politischen Dialog zurückzukehren. Die Immunität von Parlamentariern dürfe nicht willkürlich aufgehoben werden.

Mogherini betonte in ihrer Erklärung: „Die Rückkehr zu einem glaubwürdigen politischen Prozess und einem ernsthaften politischen Dialog ist unerlässlich für die Demokratie in dem Land und die Stabilität in der Region.“

Mit Blick auf die Aufhebung der Immunität von Abgeordneten sagte sie: „ Die EU und ihre Mitgliedstaaten weisen erneut darauf hin, dass die Entscheidung des türkischen Parlaments von Mai 2016, parlamentarische Immunität einer großen Zahl von Parlamentsmitgliedern aufheben zu dürfen, Anlass zu großer Besorgnis ist. Immunität muss für alle auf einer diskriminierungsfreien Grundlage gelten und Entscheidungen zur Aufhebung der Immunität müssen auf jedem Einzelfall basieren, entsprechend transparenter Kriterien und keinerlei politischen Erwägungen folgend.“

Mogherini verurteilte im Namen der EU den Terroranschlag in der südosttürkischen Stadt Diyarbakir von vergangenem Freitag und sprach den Opfern und Familien ihre Solidarität und der türkischen Regierung ihre Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus aus.

Zudem verurteilte sie abermals den versuchten Putsch durch türkische Militärs vom 15. Juli dieses Jahres und billigte der Türkei eine angemessene Reaktion darauf zu. Auch Aktionen gegen die PKK, die von der EU als Terrororganisation gelistet ist, seien legitim.
Allerdings müsse die Reaktion auf Putsch und Terror die parlamentarische Demokratie schützen und die Menschrechte und Meinungsfreiheit achten, mahnte Mogherini.