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15 04 09 Leuchtturm AktuellesAktuelle Informationen des EUROPE DIRECT Informationsbüros Aachen

Hier erhalten Sie von unserem Team ausgewählte EU-Infos, regionale Europa-Aktivitäten und Neuigkeiten aus der Euregio.

Sie wollen bei den nächsten Veranstaltungen dabei sein und keine Information verpassen?
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14 05 09 JobsucheDie am Dienstag veröffentlichte Winterausgabe der vierteljährlichen Überprüfung zu Beschäftigung und Sozialer Entwicklung in Europa weist auf steigendes Wirtschaftswachstum und sinkende Arbeitslosenzahlen in der EU hin. Im Vergleich zum Vorjahr waren im Dezember 2016 1,8 Mio. Menschen weniger arbeitslos, davon 1,3 Mio. weniger in der Eurozone. Besonders deutlich war der Beschäftigungszuwachs unter jungen Altersgruppen von 20-24 und 25-29 Jahren.

Im Laufe des Jahres 2016 ist die Anzahl an Erwerbstätigen mit festen Arbeitsverträgen  um 1,8 Prozent gestiegen. Das entspricht einem Zuwachs von 2,8 Millionen Menschen. Damit ist der Zuwachs bei den festen Arbeitsverträgen sieben Mal höher als der Anstieg der temporären Arbeitsverträge, der  im dritten Quartal von 2016 bei 420.000 lag. Ebenfalls ist auch das real verfügbare Bruttoeinkommen von EU-Haushalten um etwa 2 Prozent angestiegen. Dies ist auf steigende Einkommen durch Beschäftigung und eine Zunahme bei den Sozialleistungen zurückzuführen.

Sozialkommissarin Marianne Thyssen sagte hierzu: „Mit 1,8 Millionen weniger Arbeitslosen als im Vorjahr und Beschäftigungszahlen, die sogar das Vorkrisenniveau übersteigen, zeigt die Kommission erneut, dass es eines ihrer wichtigsten Anliegen ist, den Menschen dabei zu helfen, einen hochwertigen Arbeitsplatz zu finden. Das hat nicht nur positive Auswirkungen auf unsere Volkswirtschaften zur Folge, sondern stärkt und schützt unsere europäischen Bürger  vor Armut und finanziellen Notlagen. Aber das soll nicht heißen, dass unsere Arbeit hier endet. Wir müssen unser Sozialmodell weiterentwickeln und modernisieren, um es an die heutigen Herausforderungen des Arbeitsmarktes anzupassen und allen Generationen gerecht zu werden. Dieses Ziel wird den Schwerpunkt unseres Vorschlags zur Einrichtung einer Europäischen Säule für Soziale Rechte bilden, einer Schlüsselinitiative, um Berufsmöglichkeiten und soziale und wirtschaftliche Bedingungen für jeden Einzelnen weiter zu verbessern.“

Kanada EU 600Das Umfassende Wirtschafts- und Handelsabkommen, kurz CETA, zwischen der EU und Kanada baut 99 Prozent der Zölle ab und erleichtert europäischen Unternehmen den Zugang zum kanadischen Markt. In Deutschland profitieren davon allein 10.464 Unternehmen, die meisten davon kleine und mittlere Firmen, die ihre Produkte wie etwa Fahrzeugteile, medizinische Ausrüstung und Schneepflugschaufeln nach Kanada exportieren. Damit werden 141.000 heimische Arbeitsplätze gesichert. Dies geht aus einer interaktiven Karte hervor, die die EU-Kommission am Mittwoch auf ihren Internetseiten veröffentlicht hat.

Die interaktive Karte bietet die Möglichkeit, sich EU-weit darüber zu informieren, wie viele Unternehmen nach Kanada exportieren und in welcher Stadt und Region diese sitzen.  Handelskommissarin Cecilia Malmström hob am Dienstag erneut die Bedeutung des Abkommens für die EU hervor. „Es ist das fortschrittlichste Abkommen, das die EU jemals verhandelt hat. Es lohnt sich auch, einen Blick auf den Partner Kanada zu werfen. Es ist im globalen Vergleich eines der demokratischsten und am wenigsten korruptesten Länder, es hat einen starken öffentlichen Sektor und hohe Umweltstandards“, sagte Malmström in einem Interview.

Die EU und Kanada haben von  2007-2014 CETA ausgehandelt. Kanada und die EU haben sich in Nachverhandlungen auf einen modernen und transparenten Investitionsschutz verständigt und wollen daran anknüpfend einen multilateralen Investitionsgerichtshof ins Leben rufen. Letzten Oktober haben die Mitgliedstaaten das Abkommen offiziell im Rat gebilligt. Am 15. Februar stimmt das Europäische Parlament darüber ab.

11 02 17 EU KindUnternehmen wie Facebook und Lego, Fernsehsender wie Super RTL, Telekomanbieter und NGOs haben am Dienstag, am internationalen „Safer Internet Day“, gemeinsam mit EU-Kommission und dem Kinderhilfswerk Unicef eine freiwillige Selbstverpflichtung veröffentlicht, um schädliche Inhalte und schädliches Verhalten im Netz zu bekämpfen. Diese Vereinbarung ist Teil der Strategie der EU-Kommission, das Internet für Kinder sicherer zu machen.

„Die Schaffung eines sicheren digitalen Umfelds für Kinder ist eine gemeinsame Verantwortung und so begrüße ich diese Selbstregulierungsinitiative. Ich habe hohe Erwartungen an die Arbeit der Allianz, um das Internet für Kinder sicherer und besser zu machen“, sagte Andrus Ansip, Vizepräsident der EU-Kommission und zuständig für den digitalen Binnenmarkt in Brüssel.

Heutzutage werden Kinder in eine zunehmend digitale Gesellschaft geboren und beginnen, das Internet zu einem immer früheren Zeitpunkt zu nutzen. „Während Online-Aktivitäten ihr kritisches Denken stimulieren, können sie Gefahren ausgesetzt sein, die ihr Wohl und die Entwicklung schädigen können“, so Ansip.

Unter dem Motto „Be the change: unite for a better internet“ hat die Europäische Kommission anlässlich des heutigen Safer Internet Day weltweit zu Veranstaltungen und Aktionen rund um das Thema Internetsicherheit aufgerufen. Millionen von Menschen in 120 Ländern sind dem Aufruf gefolgt. In Deutschland initiiert und koordiniert klicksafe  die nationalen Aktivitäten und hat den Fokus auf Cybermobbing gelegt.

Flüchtlinge zu Fuß 300Die EU-Kommission hat Griechenland und Bulgarien weitere Soforthilfe zur Bewältigung der Flüchtlingssituation bereitgestellt. Griechenland erhält weitere 3,9 Mio. Euro zur Verbesserung der Aufnahmebedingungen für Flüchtlinge auf den griechischen Inseln. Nach Bulgarien fließen 6,1 Mio. Euro zur Unterstützung des bulgarischen Asylsystems, insbesondere für den Schutz von unbegleiteten Minderjährigen.

Die Soforthilfe für Griechenland aus dem Fonds für Innere Sicherheit (ISF) soll das griechische Verteidigungsministerium bei der Verpflegung und Unterbringungen von Flüchtlingen auf den griechischen Inseln unterstützen. Insgesamt hat Griechenland seit Anfang 2015 rund 356,8 Mio. Euro an Soforthilfe aus den Fonds für Inneres erhalten, zusätzlich zu den bereits veranschlagten 509 Mio. Euro aus dem Asyl- Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) sowie dem Fonds für innere Sicherheit (ISF).

Insgesamt hat die EU-Kommission Griechenland seit 2015 über eine Milliarde Euro zur Bewältigung der Flüchtlingskrise und den Grenzschutz erhalten.

In Bulgarien werden die zusätzlichen Sofortmittel von der Internationalen Organisation für Migration (IOM) eingesetzt, u.a. zum Schutz von unbegleiteten Minderjährigen, für freiwillige Rückführungen und zur besseren Integration von Flüchtlingen. Bulgarien hat damit seit Oktober 2016 rund 149 Mio. Euro an Soforthilfe erhalten, zusätzlich zu den bereits veranschlagten 91 Mio. Euro aus dem Asyl- Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) sowie dem Fonds für innere Sicherheit (ISF).

14 04 17Zum Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung haben mehrere EU-Kommissare in einer gemeinsamen Erklärung zur mehr Schutz von Frauen vor Gewalt in der EU aufgerufen. „Wir widmen das Jahr 2017 der Bekämpfung aller Formen von Gewalt gegen Frauen in der Europäischen Union. Auch die weibliche Genitalverstümmelung ist eine Form der Gewalt“, so die EU-Kommissare. Die weibliche Genitalverstümmelung ist in allen Mitgliedstaaten der EU strafbar. Die EU unterstützt Partnerländer dabei, sie ebenfalls unter Strafe zu stellen. So haben zum Beispiel Gambia und Nigeria die Genitalverstümmelung unter Strafe gestellt.

Weiter heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Hohen Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Federica Mogherini, der EU-Kommissarin für Justiz, Verbraucher und Gleichstellung, Vĕra Jourová, und der EU-Kommissar für Entwicklung, Neven Mimica: „Weltweit haben mehr als 200 Millionen Mädchen und Frauen eine Genitalverstümmelung erlitten. 500 000 von ihnen leben in Europa. Wir müssen dieser schädlichen Praxis, die die Menschenrechte, die Würde und die körperliche Unversehrtheit von Mädchen und Frauen in abscheulicher Weise verletzt, ein Ende setzen. Wir sind entschlossen, der weiblichen Genitalverstümmelung Einhalt zu gebieten, bevor es zu spät ist für die weltweit drei Millionen Mädchen, die Jahr für Jahr als gefährdet gelten.

Frauen und Mädchen in Europa müssen vor dieser Gewalt und den Schmerzen, die mit der Praxis einhergehen, geschützt werden. Lehrern, Ärzten, Krankenpflegepersonal, Polizisten, Rechtsanwälten, Richtern und für Asylfragen zuständigen Beamten kommt eine zentrale Rolle zu, wenn es darum geht zu erkennen, welche Mädchen Gefahr laufen, Opfer der Genitalverstümmelung zu werden. Die EU wird diese Berufsgruppen nun durch Einrichtung einer EU-weiten Internetplattform bei der Erfüllung dieser Aufgabe unterstützen.

Wir schützen auch von Migration betroffene Frauen und Mädchen, indem wir sicherstellen, dass sie Zugang zu medizinischer Versorgung, psychosozialer Betreuung und juristischer Unterstützung erhalten. Auf der Grundlage einer Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems werden wir besser auf die spezifischen Bedürfnisse weiblicher Asylbewerber, die geschlechtsspezifische Verletzungen erlitten haben, eingehen können.

Die weibliche Genitalverstümmelung ist in allen Mitgliedstaaten der EU eine strafbare Handlung, und wir unterstützen die Partnerländer außerhalb der EU dabei, sie ebenfalls unter Strafe zu stellen. Seit Beginn des einschlägigen Programms von EU und der UNO haben zum Beispiel Gambia und Nigeria bahnbrechende Rechtsvorschriften verabschiedet, die die Praxis strafbar machen. 531 300 Mädchen sind im Zusammenhang mit der Genitalverstümmelung betreut worden oder haben Unterstützung bei der Verhinderung der Anwendung der Praxis erhalten, und 2000 lokale Gemeinschaften haben sich öffentlich dazu verpflichtet, die schädliche Praxis aufzugeben."

Kühe im Stall 2 300Schon seit über 50 Jahren ist die gemeinsame Agrarpolitik ein wesentlicher Politikbereich der Europäischen Union.Um den Anforderungen der Moderne gewachsen zu sein, musste sich dieser Politikbereich immer wieder und wieder verändern. Auch in den nächsten Jahren wird es Veränderungen geben müssen, über die die Verantwortlichen mit den Bürgern sprechen möchten.

Die Europäische Kommission hat am Donnerstag, 02. Februar, den Startschuss für eine weitere  Modernisierung und Vereinfachung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) gegeben und eine öffentliche Konsultation eingeleitet. In den kommenden drei Monaten bis zum 2. Mai sind Landwirte, Bürger, Organisationen und alle anderen Interessierten aufgerufen, ihre Meinung zur Zukunft der europäischen Landwirtschaftspolitik zu äußern. Die Ergebnisse werden in eine Mitteilung der Kommission einfließen, in der sie bis Ende dieses Jahres mögliche politische Optionen für die Zukunft der Agrarpolitik in der nächsten Finanzperiode ab 2020 aufzeigen wird.
Mit einer modernisierten und vereinfachten Gemeinsamen Agrarpolitik soll den Herausforderungen für die Landwirtschaft und die ländlichen Gebiete begegnet werden und gleichzeitig ein Beitrag zu Wachstum, Beschäftigung, einem ergebnisorientierten EU-Haushalt und nachhaltiger Entwicklung geleistet werden.

Phil Hogan, EU-Kommissar für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung erklärte: „Heute leiten wir die nächsten Schritte zur Modernisierung und Vereinfachung der Gemeinsamen Agrarpolitik des 21. Jahrhunderts ein. Im Rahmen dieser öffentlichen Konsultation bitten wir alle Interessenträger und alle, die sich für die Zukunft des Nahrungsmittelsektors und der Landwirtschaft in Europa interessieren, daran mitzuwirken, eine Politik für alle Menschen in Europa zu gestalten. Die Ergebnisse dieser öffentlichen Konsultation fließen direkt in den Fahrplan für die künftige Gemeinsame Agrarpolitik ein, den Präsident Juncker im Dezember angekündigt hat. Die Gemeinsame Agrarpolitik bringt bereits jetzt jedem europäischen Bürger großen Nutzen im Bereich der Ernährungssicherheit, der Lebensfähigkeit ländlicher Gebiete, der ländlichen Umwelt und des Beitrags zur Bewältigung der durch den Klimawandel bedingten Herausforderungen.“ Es sollen genügend finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden.

Die Ergebnisse der öffentlichen Konsultation werden im Internet veröffentlicht und im Juli 2017 von Kommissar Hogan auf einer Konferenz in Brüssel vorgestellt.

Die Gemeinsame Agrarpolitik, die im Jahr 1962 ins Leben gerufen wurde, ist einer der am längsten bestehenden Politikbereiche der EU und hat sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt, um den sich verändernden Herausforderungen der Agrarmärkte zu begegnen. Auch wenn die jüngste Reform erst 2013 durchgeführt wurde, hat es seither einige grundlegende Entwicklungen gegeben, auf die die Gemeinsame Agrarpolitik wirksamer reagieren muss, wie z. B. die zunehmende Unsicherheit auf den Märkten und fallende Preise sowie neue internationale Verpflichtungen in Bezug auf den Klimawandel und die nachhaltige Entwicklung.

Angesichts dieser und anderer Herausforderungen muss die Gemeinsame Agrarpolitik modernisiert und vereinfacht werden, um den Verwaltungsaufwand weiter zu verringern. Darüber hinaus gilt es, für mehr Kohärenz mit anderen Politikbereichen der EU zu sorgen, um einen optimalen Beitrag zu den 10 politischen Prioritäten der Kommission, den Zielen für eine nachhaltige Entwicklung und das Pariser Klimaschutzübereinkommen zu leisten.

Logo EU Kommission 197In einer Rede in Wiesbaden hat Richard Kühnel, Vertreter der Europäischen Kommission in Deutschland, die Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen, mit mehr Zuversicht für das europäische Gemeinwesen einzutreten.  „Wir müssen unseren Zusammenhalt in Europa festigen, und mit Besonnenheit, Entschlossenheit und Mut den Herausforderungen begegnen, die vor uns liegen“, sagte Kühnel am Mittwochabend beim Neujahrsempfang des Europakomitees und der Europäischen Akademie Hessen.

„Wenn wir uns der Angst und der Lust am eigenen Niedergang ergeben, haben wir schon verloren. In Österreich sagen wir: zu Tode gefürchtet ist auch gestorben.“ Es gebe keinen Anlass, die Dinge schön zu reden, aber auch keinen Anlass, die die Dinge schlecht zu reden: „Wir haben die höchste politische Stabilität und größte soziale Gerechtigkeit aller Weltregionen. Die EU ist unverzichtbar für die Lösung unserer Probleme und die Gestaltung unserer Zukunft.“

 Kühnel hob die Errungenschaften von sechs Jahrzehnten europäischer Integration hervor. „Wir sind der je nach Bemessung größte oder zweitgrößte Markt der Welt, Kopf an Kopf mit den USA, mit einer hohen Wertschöpfung, exzellenten Universitäten und Forschungseinrichtungen und einem Entwicklungsvorsprung in vielen Sparten. Wir werden weltweit für unsere hohen Standards geachtet und sind für viele der Leuchtturm für eine offene Gesellschaft. Für viele sind wir daher auch ein Hoffnungs- und Zufluchtsort geworden. All das ist keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit“, sagte Kühnel.  „Bei der Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft lag unser Kontinent wirtschaftlich wie politisch noch in Trümmern. Heute herrschen Frieden und Stabilität.“

Dies sage er als Vertreter der Europäischen Kommission in Deutschland nicht mit einem „privilegierten Anspruch auf Europa“, so Kühnel. „Es gibt kein isoliertes Europa der Institutionen und kein Brüsseler Europa. Es gibt nur eine Europäische Union, die ihre schönen und weniger schönen Seiten hat, ihre Fehler und Schwächen, die von einigen gerne zum Sündenbock gemacht und von anderen als Lösung aller Probleme verklärt wird. Sie ist nicht über Kritik erhaben, aber auch nicht schuld an allem, was schiefläuft. Sie ist eine Union, über deren Schicksal wir alle, Deutsche wie Österreicher, Griechen wie Finnen, Politiker wie Wähler, Beamte wie Unternehmer, als Unionsbürger mit entscheiden. Das klingt offensichtlich, aber trotzdem will ich damit klarmachen: ich rede nicht über eine ferne, oder gar fremde politische Macht. Ich rede über Ihr und unser Europa. Die EU ist eine politische Gestaltungsebene in unserem Gemeinwesen. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.“

Europa kann in unsicheren Zeiten Halt bieten

„In einer Zeit, da Wandel und Veränderung nicht mehr als etwas unumschränkt Positives gesehen werden, sondern viele Menschen Sorgen haben, da suchen sie einen Halt. Manche Sorgen sind vielleicht übertrieben, manche berechtigt, aber was zählt: sie sind vorhanden. Wir können nicht einfach sagen: fürchtet Euch nicht! Sondern müssen Lösungen und Hilfe anbieten. Genau das tut Europa. Durch unser Handeln sind wir nicht blinde Treiber, sondern Gestalter des Wandels“, sagte Kühnel.

In der Migrationspolitik, beim Aufbau einer Sicherheitsunion, wichtigen Zukunftsinvestitionen für Jobs und Wachstum sowie in der Außen- und Handelspolitik habe die Europäische Union in den vergangenen Monaten wichtige Fortschritte erzielt, so Kühnel. „Bei aller Klarheit über die schwierige Zeit vor uns: lassen wir uns das Errungene nicht schlecht reden. Auch bei der Gestaltung unserer Zukunft ist Europa unverzichtbar.“

17 02 02 MimicaAls Reaktion auf die vom neuen US-Präsidenten Donald Trump wieder eingeführte sogenannte „Mexico City Policy“, die Nichtregierungsorganisationen US-Finanzmittel versagt, wenn sie Beratungen zu Schwangerschaftsabbrüchen durchführen, hat sich EU-Kommissar Neven Mimica zur Stärkung von Frauenrechten und damit auch der Familienplanung als zentralem Element für die EU-Entwicklungspolitik bekannt.

„Die internationale Zusammenarbeit und Entwicklungspolitik der EU-Kommission wird auch weiterhin eine führende Rolle dabei spielen, Frauen den Zugang zu Gesundheitsversorgung und Familienplanung zu gewährleisten“, sagte der für Internationale Zusammenarbeit und Entwicklung zuständige EU-Kommissar.

„Geschlechtergleichstellung hat internationale Priorität. Die Europäische Kommission unterstützt dies aktiv, insbesondere mit dem „EU-Aktionsplan für die Gleichstellung“ und den außenpolitischen Maßnahmen der EU“, unterstrich Mimica.

Weltweit seien 225 Millionen Frauen auf moderne Verhütungsmittel angewiesen. Über 300.000 stürben jedes Jahr  durch Schwangerschaften und geburtsbedingte Verletzungen, 99 Prozent von ihnen stammten aus Entwicklungsländern, so der Kommissar.

Der Zugang für Frauen zu Gesundheitsversorgung und Familienplanung sowie zu Bildung und Verhütungsmitteln zählt für die EU-Kommission zu den universellen Menschenrechten.

Die EU unterstützt mit erheblichen finanziellen Mitteln Gesundheits- und Gleichstellungsprogramme auf der ganzen Welt. Ziel ist es, die Diskriminierung von Frauen und die damit verbundenen Auswirkungen zu bekämpfen. Diese Arbeit wird die Kommission auch weiterhin mit ihren Partnern fortsetzen.

Roaming Gebühren sinkenDie letzte Hürde zur Abschaffung der Roaming-Aufschläge bei Reisen in der EU ist genommen: in der vergangenen Nacht haben Vertreter des Europäische Parlaments, des Rates der EU-Staaten und der Kommission eine Einigung über die Preise erzielt, die sich die Betreiber gegenseitig in Rechnung stellen können, wenn ihre Kunden beim Roaming andere Netze in der EU benutzen. Damit kann das Roaming zu Inlandspreisen ab dem 15. Juni 2017 Wirklichkeit werden.

Andrus Ansip, Kommissionsvizepräsident zuständig für den digitalen Binnenmarkt, begrüßte die Einigung: „Das was das letzte Puzzleteil. Ab dem 15. Juni werden alle Europäerinnen und Europäer in der EU reisen können, ohne Roaminggebühren zu zahlen. Gleichzeitig sorgen wir dafür, dass die Anbieter auch weiterhin im Wettbewerb um die besten Angebote auf ihren Heimatmärkten stehen können. Damit lösen wir heute unser Versprechen ein.“

Die Telekom-Unternehmen können sich gegenseitig Kosten in Rechnung stellen, wenn ihre Kunden ein Netz im Ausland nutzen. Dafür haben sich die Verhandlungsführer auf folgende Obergrenzen geeinigt:

  • 3,2 Cent pro Minute für Anrufe, ab 15. Juni 2017,
  • 1 Cent pro SMS, ab 15. Juni 2017,
  • eine schrittweise Senkung der Preisobergrenzen für Datenverkehr über 5 Jahre, von 7,7 Euro  pro GB (ab 15. Juni 2017) auf 6 Euro pro GB (ab 1. Januar 2018), dann auf 4,5 Euro pro GB (ab 1. Januar 2019), 3,5 Euro pro GB (ab 1. Januar 2020), 3 Euro pro GB (ab 1. Januar 2021) und schließlich 2,5 Euro pro GB (ab 1. Januar 2022).

Die Einigung macht das Roaming zu Inlandspreisen möglich und stellt gleichzeitig sicher, dass Kosten gedeckt werden können und der Wettbewerb auf den nationalen Roamingvorleistungsmärkten erhalten bleibt.

Dank dieser politischen Einigung über die Vorleistungsbedingungen sowie dank der Regelung der angemessenen Nutzung und des Tragfähigkeitsmechanismus, die von der Kommission im Dezember 2016 vorgelegt worden waren, werden Verbraucher ihre Mobilgeräte auch auf vorübergehenden Auslandsreisen in der EU zu den Bedingungen ihrer inländischen Verträge nutzen können. Wenn Verbraucher die vertraglichen Nutzungsgrenzen beim Roaming überschreiten, dürfen etwaige zusätzliche Entgelte nicht höher sein als die für die Vorleistungsebene festgelegten Obergrenzen.

Die Einigung muss nun noch formell von Parlament und Rat beschlossen werden.

13 10 16 WindraederBei der Senkung der Treibhausgasemissionen, der Steigerung der Energieeffizienz und dem Anteil erneuerbarer Energien ist Europa auf gutem Weg, seine für 2020 gesetzten Ziele zu erreichen. Das zeigt der zweite Bericht über den Stand der Energieunion, den die Europäische Kommission am Mittwoch veröffentlicht hat. Er beleuchtet zudem die Fortschritte, die seit der Veröffentlichung des ersten Berichts im November 2015 erzielt wurden. „Trotz der derzeitigen geopolitischen Unwägbarkeiten arbeitet Europa unbeirrbar an der Energiewende“, sagte Energie- und Klimakommissar Miguel Arias Cañete.

Maroš Šefčovič, für die Energieunion zuständiger Vizepräsident der Kommission, erklärte: „Die Energieunion ist weit mehr als nur Klima- und Energiepolitik. Es geht um eine grundlegende Modernisierung der gesamten europäischen Wirtschaft, mit der auf eine sozial ausgewogene Weise eine Reduzierung der CO2-Emissionen sowie Energie- und Ressourceneffizienz erreicht werden sollen. Wir sollten auch die externe Dimension der Energieunion ausbauen, damit die weltweite Führungsrolle der EU gestärkt wird."

Der für Klimapolitik und Energie zuständige EU-Kommissar Miguel Arias Cañete sagte: „Europa ist auf dem richtigen Weg, um die für 2020 gesetzten Ziele der Klima- und Energiepolitik zu erreichen. Trotz der derzeitigen geopolitischen Unwägbarkeiten arbeitet Europa unbeirrbar an der Energiewende. Zu ihr gibt es keine Alternative. Und die Tatsachen sprechen für sich: Energie aus erneuerbaren Quellen ist inzwischen wettbewerbsfähig und zuweilen sogar günstiger als fossile Brennstoffe; der Sektor beschäftigt mehr als eine Million Menschen in Europa und zieht mehr Investitionen an als viele andere Sektoren; außerdem hat die Nutzung der erneuerbaren Energieträger dazu geführt, dass wir 16 Mrd. Euro weniger für die Importe fossiler Brennstoffe ausgeben mussten. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem wir unsere Anstrengungen fortsetzen müssen, denn Europa muss zusammen mit seinen Partnern mit Nachdruck daran arbeiten, im weltweiten Rennen um eine nachhaltigere, wettbewerbsfähigere Wirtschaft die Führungsrolle zu übernehmen.“

Die EU als ganze hat weiterhin gute Fortschritte bei der Verwirklichung der Ziele der Energieunion gemacht,  insbesondere im Hinblick auf die energie- und klimapolitischen Ziele bis 2020. Sie hat bereits ihren für 2020 gesetzten Zielwert für den Endenergieverbrauch erreicht. Das gleiche gilt für Treibhausgasemissionen: 2015 lagen die Treibhausgasemissionen um 22 Prozent unter denen des Jahres 1990. Die EU ist auch im Bereich der erneuerbaren Energien auf einem guten Weg. Den Daten für 2014 zufolge machte der Anteil der erneuerbaren Energien 16 Prozent des Bruttoendenergieverbrauchs der EU aus.

Zudem koppelt die EU ihr Wirtschaftswachstum weiter von den Treibhausgasemissionen ab. Im Zeitraum 1990-2015 wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der EU insgesamt um 50 Prozent, während die Emissionen um 22 Prozent zurückgingen.

In einem sich rasch wandelnden geopolitischen Umfeld ist der Erfolg der Energieunion entscheidend für den Schutz der langfristigen wirtschaftlichen Interessen und des Wohlergehens Europas und der Europäer.

jungeleute2 300Ihr wollt Euer Europa-Wissen testen? Sie wollen ihren Schülern die Europäische Union auf interaktive Weise näher bringen?

Dann ist das Quiz "Entdecken Sie die Europäische Union" genau das Richtige!

Das Quiz der Europäischen Union soll jungen Menschen einen schnellen und informativen Überblick über die Funktionsweise der EU und ihren Aufgaben geben. Es kann jederzeit gespielt werden, egal ob unterwegs auf dem Smartphone oder als Teil des Unterrichts in der Schule.

Das Quiz ist in vier Kapitel mit jeweils 12 Fragen unterteilt, die man alle direkt hintereinander oder auch seperat spielen kann. Die Themenbereiche befassen sich mit den Fragen: Was ist die EU? Wie funktioniert die EU? Was bringt uns die EU? Und wie sieht die Tagesordnung der EU aus?

Forschung 300Die Europäische Kommission und der Europäische Forschungsrat haben am Dienstag Forschungsstipendien an innovative Projekte vergeben, darunter auch Forschungsprojekte mit deutscher Beteiligung.

Zum einem unterstützt die Europäische Kommission mit 33 Mio. Euro die schnellere Marktreife von 17 innovativen Projekten aus 19 Ländern. Jedes der geförderten Projekte wird bis zu 2 Mio. Euro aus dem Forschungsprogramm Horizont 2020 erhalten. Das Instrument „Fast Track to Innovation“ erleichtert den Marktzugang für ihre Forschungsergebnisse.

Forschungskommissar Carlos Moedas gab am Dienstag die Ergebnisse des „Fast Track to Innovation“ bekannt. „Das Herzstück von Horizont 2020 ist die Entstehung neuer Märkte als Schlüssel von Wirtschaftswachstum und Beschäftigung. Das Instrument ‚Fast Track to Innovation‘ war insbesondere für innovative Unternehmen attraktiv, weil es ihnen dank europäischer Fördermittel von insgesamt 200 Mio. Euro einen Wettbewerbsvorteil am Markt verschafft“, sagte Moedas.

Zu den ausgewählten Projekten zählen unter anderem eine selbstreinigende Beschichtung von Solarpanelen, eine Anwendung zur Bekämpfung der Bienensterblichkeit sowie geräuscharmer und umweltfreundlicher Fahrbahnbelag aus Kautschuk.

Forschungsrat fördert 133 Projekte mit je 150.000 Euro

Zudem fördert der Europäische Forschungsrat 133 innovative Projekte mit jeweils 150.000 Euro. Dazu gehört das Forschungsprojekt von Professor Jonathan Harrington an der Ludwigs-Maximilians-Universität München, das sich mit der Entwicklung eines web-basierten Dienstes zur Diagnose von Sprachstörungen befasst. Bei den vergebenen Stipendien handelt es sich um sogenannte Proof-of-Concept-Grants. Damit werden ausschließlich Forscher gefördert, denen bereits eine Förderung des Forschungsrates gewährt wurde. Ziel der Proof-of-Concept-Projektes ist es, das Marktpotential neuer Ideen zu prüfen.

Forschungskommissar Moedas erklärte: „Über Horizont 2020 und insbesondere den Europäischen Forschungsrat nutzen wir EU-Geld, um für Wissenschaft und Wissen Schranken zu überwinden. Die Proof-of-Concept-Förderung ist ein Instrument, um den Übergang vom Labor hin zum erfolgreich vermarkteten Technologien und Produkten zu ermöglichen.“

13 12 20 PlastiktütenDie europäischen Abfallgesetze sollen künftig strenger gefasst werden. Am 24. Januar stimmte der Umweltasschuss des Europäischen Parlaments über das neue Abfallpaket ab. Betroffen von den Änderungen sind die Bereiche Abfälle, Deponien, Verpackungen, Batterien und Elektrogeräte sowie Fahrzeuge. Die Richtlinien sind Teil des Kreislaufwirtschaftspakets.

Neben dem, im Dezmeber 2015 veröffentlichten, Vorschlag für das Kreislaufwirtschaftspaket stellte  die EU-Kommission auch neue Recycling- und Deponierungsziele für 2030 vor.
Diese Ziele waren jedoch dem Parlamentsausschuss zu wenig ambitioniert. Er erhöhte die Zahl der Abfälle, die recycelt werden sollen, von 65 auf 70 Prozent. Außerdem sieht der Vorschlag nun vor, dass 2030 maximal fünf Prozent und nicht zehn Prozent des Abfalls auf Deponien gelagert werden dürfen. Diese Änderungsvorschläge kommen dem ursprünglichen Vorschlag des zurückgezogenen Pakets, aus dem Jahr 2014, gleich.
Das „Abfallpaket“ gehört zu den Prioritäten der Institutionen für das kommende Jahr. Es ist Teil der Bemühungen der EU zur Schaffung einer Kreislaufwirtschaft. Dabei solle die Lebenszyklen von Produkteverlängert werden oder deren Rohstoffe wieder in den Produktionsprozess zurückgeführt werden.
Das Plenum des EU-Parlaments wird in der Sitzungswoche vom 13. bis zum 16. März über das „Abfallpaket“ abstimmen.

Die Anmeldefrist für den diesjährigen Europäischen Karlspreis für die Jugend ist verlängert worden. Bis zum 20. Februar haben Kandidaten noch die Gelegenheit an dem Wettbewerb für die Auszeichnung teilzunehmen. Die Einreichung von Projektvorschlägen ist einfach und unkompliziert.

Der Europäische Jugendkarlspreis wird seit 2008 gemeinsam vom Europäischen Parlament und Karlspreisstiftung in Aachen an Projekte von jungen Menschen zwischen 16 und 30 Jahren vergeben, die einen Beitrag zum besseren Verständnis zwischen den Bürgerinnen und Bürgern aus verschiedenen europäischen Ländern leisten.

Die Gewinnerprojekte sollten Vorbilder für Jugendliche aus ganz Europa sein und praktische Beispiele für das Zusammenleben von Europäern als eine Gemeinschaft anbieten. Hierzu zählen z.B. Jugendaustauschprogramme, künstlerische Projekte und Internetprojekte mit europäischer Dimension.

Das beste Projekt wird mit 7 500 EUR prämiert, der zweite Preis ist mit 5 000 EUR und der dritte Preis mit 2 500 EUR dotiert. Im Rahmen des Preises werden die drei Preisträger auf europäischer Ebene zu einem Besuch beim Europäischen Parlament eingeladen. Zur feierlichen Verleihung des Jugendkarlspreises im Mai 2017 werden Vertreter der besten Projekte aus allen 28 Mitgliedstaaten zu einem insgesamt viertägigen Aufenthalt nach Aachen eingeladen.

Die Gewinner 2016

Der erste Preis ging 2016 an das Projekt InteGREAT aus Italien. Den zweiten Platz gewann das griechische Projekt „Searching for Charlemagne“. Dritplatziert war das britische Projekt „Young European Council (YEC)“.

Für den "Europa ruft" - Diskussionstisch am 18.02.2017 in Aachen gibt es keine freien Plätze mehr!

Anlässlich des 25 jährigen Jubiläum des Vertrags von Maastricht werden 30 Teilnehmer darüber diskutieren, was die Zusammenarbeit in den letzten 25 Jahren verändert hat. Gerade jetzt muss auch ein kritischer Blick auf Europa geworfen werden und darauf, was es für das Wohnen, Arbeiten und Leben in der Euregio bedeutet. In 25 Jahren hat sich immerhin einiges verändert.

13 07 15 FlaggenDie Europäische Union hat ihren Katastrophenschutz aktiviert, um Chile im Kampf gegen die verheerenden Großbrände in weiten Teilen des Landes zu unterstützen. Unter anderem werden 180 Feuerwehrleute in das südamerikanische Land entsendet. Die chilenische Regierung hatte am vergangenen Freitag die EU um Unterstützung mit Ausrüstung, Helfern und Expertise gebeten.

„Die EU steht den Menschen und Behörden in Chile uneingeschränkt zur Seite, während die Waldbrände große Teile des Landes bedrohen. Über den EU-Katastrophenschutz haben wir, wie von Chile angefragt, Feuerwehrleute und Experten geschickt, um in diesen schwierigen Zeiten zu helfen. Unsere Gedanken sind bei den betroffenen Menschen und den nationalen Ersthelfern. Lassen Sie mich den Mitgliedstaaten danken, die ihre wertvolle Hilfe angeboten haben“, sagte EU-Kommissar Christos Stylianides, zuständig für Humanitäre Hilfe und Krisenmanagement, am Montag.

Frankreich, Portugal und Spanien haben ihre Unterstützung angeboten und wollen Feuerwehrteams mit jeweils 55 bis 65 Feuerwehrleuten entsenden. Darüber hinaus wird der EU-Katastrophenschutz ein Team von acht Experten aus Spanien, Frankreich, Schweden und Finnland nach Chile schicken.

EU Karte FlaggeJunge 300Die Europäische Kommission weist einen Bericht der „Bild“-Zeitung zurück, laut dem die EU Buntstifte und Wasserfarben verbiete. Tatsächlich erfüllt der größte Teil der betroffenen Produkte bereits die notwendigen Grenzwerte für Blei, wie umfangreiche Tests in Deutschland und Schweden zeigen. Die jüngste Verschärfung der Grenzwerte für Blei in Spielzeug basiert auf den aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnissen, die bestätigen, dass Blei gerade für Kinder giftiger ist, als man viele Jahre glaubte. „Wir kümmern uns um die Sicherheit unserer Kinder – und zwar mit der vollen Unterstützung der Mitgliedstaaten, einschließlich Deutschlands“, sagte Richard Kühnel, Vertreter der Europäischen Kommission in Deutschland.

„Wir wollen, dass alle Spielzeuge, die im europäischen Binnenmarkt verkauft werden, sicher sind für unsere Kinder: egal ob Buntstifte oder Teddybären, egal ob in der EU produziert oder importiert“, so Kühnel weiter.

Der Vorschlag zur Verschärfung der Grenzwerte für Blei in Spielzeug (nicht nur in Buntstiften, Finger- und Wasserfarben) wurde von den Mitgliedstaaten beschlossen, einschließlich der Bundesregierung. Nachdem im zuständigen Fachausschuss keine Entscheidung gefunden werden konnte, präsentierte die Kommission ihren Vorschlag am 17. Oktober 2016 dem Umweltrat. Weder das Europäische Parlament noch die Mitgliedstaaten haben sich bis zum Ende der Prüfungsfrist am 9. Januar 2017 gegen den Vorschlag der Kommission ausgesprochen, so dass die Kommission nun rechtlich dazu verpflichtet ist, den Rechtsakt formal anzunehmen.

Die schärferen Grenzwerte wurden vorab nicht nur mit den Mitgliedstaaten diskutiert, sondern auch mit betroffenen Stakeholdern, darunter auch Hersteller von Buntstiften und anderen Spielzeugen.

Tatsächlich erfüllt der Großteil der betroffenen Produkte bereits die notwendigen Grenzwerte, wie umfangreiche Tests in Deutschland zeigen: eine in Deutschland durchgeführte Marktübersicht zu Blei in Spielzeugen (in den Jahren 2010 und 2011) führte zu der Erkenntnis, dass der Großteil der möglicherweise betroffenen Spielzeuge bereits die vorgeschlagenen strengeren Grenzwerte für Blei erfüllen.

Allerdings wurden drei Arten von Malwerkzeugen entdeckt, von denen einige wenige die strengeren Grenzwerte nicht erfüllen: Fingerfarben, Buntstifte und Wasserfarbenkästen. Von diesen Produkten erfüllen wiederrum 70 bis 80 Prozent bereits die strengeren Grenzwerte, einschließlich der von außerhalb der EU importierten Produkte. Weitere Tests in Schweden bestätigten diese Situation.

Der Kommissionsvorschlag basiert auf den jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnissen, die bestätigen, dass Blei giftiger ist, als man viele Jahre glaubte. Neueste Daten zeigen, dass es keinen sicheren Grenzwerte für Blei gibt und dass sogar kleinste Mengen schädlich für die Entwicklung des kindlichen Gehirns sein können.

Um das höchste Schutzniveau für Kinder aufrecht zu erhalten, hat die Europäische Agentur für Lebensmittelsicherheit einen täglichen Grenzwert in Höhe von 0,5 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht vorgeschlagen. Dieser Grenzwert wurde auch von der Europäischen Chemikalienagentur bestätigt. Der Europäischen Chemikalienagentur zufolge ist der Durchschnittswert von Blei im Blut europäischer Kinder bereits viermal höher als das vorgeschlagene Niveau. Deshalb sollte jede weitere Einnahme so weit wie möglich verhindert werden.

„Die europäischen Sicherheitsanforderungen für Spielzeug gehören zu den strengsten der Welt, besonders was die Verwendung von Chemikalien in Spielzeug betrifft. Die Sicherheit unserer Kinder kommt zuerst“, sagte Kühnel.

Die neuen Regeln treten 2018 in Kraft.

Sie planen eine Jugendbegegnung in Kooperation mit Ihrer Partnerstadt? Ihr Partnerschaftsverein oder Ihre Kommune organisiert im nächsten Jahr das Treffen der Städtepartner? Ihre Freiwillige Feuerwehr plant einen gemeinsamen Einsatz mit den ausländischen Kollegen? Sie wollen ihrer Städtepartnerschaft neues Leben einhauchen?

Oft mangelt es nicht an guten Ideen für Begegnungsprojekte, sondern an der kostspieligen Durchführung.
Das Institut für europäische Partnerschaft und internationale Zusammenarbeit e.V. (IPZ) veranstaltet daher in Kooperation mit der Stadt Düren am 9. März 2017 ein Seminar zum Thema " Fördermöglichkeiten für Europaprojekte, Städte- und Schulpartnerschaften XL". Verschiedene Stiftungen, Bundesinstitutionen, aber auch EU-Einrichtungen, fördern Projekte, die zu mehr Völkerverständigung und bürgerschaftlichem Engagement beitragen. Bei der Vielzahl der Fördermöglichkeiten ist es schwierig den Überblick zu behalten, daher gibt das Seminar eine Übersicht über Möglichkeiten der Unterstützung und Geldquellen.

Die Veranstaltung ist in zwei Teile gegliedert: Der erste Teil behandelt das EU-Programm "Europa für Bürgerinnen und Bürger " und richtet sich besonders an Träger von Städtepartnerschaften und -freundschaften. Im zweiten Teil der Veranstaltung werden Förderungen vorgestellt, die auch für Bildungseinrichtungen und Vereine nutzen lassen. So sollen, neben dem EU-Austauschprogramm ERASMUS+, auch andere Fördermöglichkeiten auf Bundes- und auf Stiftungsebene im Bereich der internationalen Zusammenarbeit vorgestellt werden.

erasmus2678 000 Europäerinnen und Europäer konnten 2015 dank Erasmus+ im Ausland studieren, sich fortbilden, arbeiten oder Freiwilligendienst leisten. 83 100 Teilnehmer kamen aus Deutschland. Damit verzeichnete das Programm einen neuen Teilnehmerrekord. Um dies zu ermöglichen, investierte die EU  2015 über 2 Mrd. Euro in fast 20.000 Projekte. Die meisten Erasmus-Teilnehmer stammen aus Frankreich, Deutschland und Spanien. Spanien, Deutschland und Großbritannien waren 2015 die beliebtesten Zielländer. Der am Donnerstag vorgelegte Jahresbericht 2015 zeigt, dass das Programm weiterhin auf gutem Weg ist, sein Ziel einzuhalten, zwischen 2014 und 2020 vier Millionen Menschen zu unterstützen. Die EU-Kommission hat ebenfalls heute die Kampagne zum 30-jährigen Bestehen des Programms gestartet.

Jyrki Katainen, Vizepräsident der Kommission und ehemaliger Erasmus-Studierender an der Universität Leicester (Vereinigtes Königreich), erklärte: „Durch Bildung erwerben wir die Kenntnisse, Kompetenzen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, die es uns ermöglichen, unser Potenzial voll auszuschöpfen und unsere Chancen zu nutzen. Mobilität erweitert unseren Horizont und stärkt unser Selbstbewusstsein. Erasmus kann beides bieten. Als ehemaliger Erasmus-Studierender kann ich dies aus meiner persönlichen Erfahrung heraus bestätigen. Ich rufe alle Studierenden und insbesondere auch Lehrkräfte, Ausbilder, Jugendbetreuer und Auszubildende dazu auf, die Möglichkeiten, die Erasmus+ ihnen bietet, zu nutzen.“

Tibor Navracsics, EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, ergänzte: „Seit mittlerweile drei Jahrzehnten eröffnet Erasmus jungen Menschen große Chancen, hilft ihnen dabei, wichtige Fähigkeiten wie soziale und interkulturelle Kompetenz zu entwickeln, und fördert bürgerschaftliches Engagement. Das Programm verbindet Menschen miteinander, unterstützt ihre Zusammenarbeit und versetzt so unsere Jugend in die Lage, eine bessere Gesellschaft aufzubauen. Genau diese Solidarität braucht Europa – heute mehr denn je. Ich möchte dafür sorgen, dass mit Erasmus+ künftig noch mehr Menschen mit unterschiedlichstem Hintergrund gefördert werden.“

Jahresbericht 2015

2015 wurde das Spektrum von Erasmus+ noch ausgeweitet: Erstmals konnten Hochschuleinrichtungen mehr als 28 000 Studierende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Länder außerhalb Europas entsenden oder aus diesen Ländern aufnehmen. Frankreich, Deutschland und Spanien entsenden weiterhin die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer; bei den Empfängerländern stehen Spanien, Deutschland und das Vereinigte Königreich an der Spitze. Die Rückmeldungen der Teilnehmenden belegen, dass sich ein Auslandsaufenthalt mit Erasmus+ lohnt: 94 Prozent geben an, dass sie ihre Kompetenzen steigern konnten, und 80 Prozent sind der Auffassung, dass sich ihre beruflichen Perspektiven verbessert haben. Ein Drittel der Erasmus-Studierenden, die Praktika im Ausland absolvierten, erhielt vom aufnehmenden Unternehmen anschließend ein Stellenangebot.

Im Vergleich zu den Vorgängerprogrammen wurde bei Erasmus+ auch die Einbeziehung des Arbeitsmarktes gestärkt, Schüler können jetzt Praktika in Unternehmen und Organisationen im Ausland machen und damit Erfahrungen sammeln, die sie auf die Arbeitswelt vorbereiten.

Der typische Erasmus-Hochschulstipendiat war 2014/15 übrigens weiblich, 24,5 Jahre alt und verbrachte 5,3 Monate im Ausland.

Eine weitere wichtige Funktion von Erasmus+ ist die Förderung der sozialen Eingliederung. Dies gilt auch für neu angekommene Migranten und Flüchtlinge, deren Bildungsbedarf nun verstärkte Aufmerksamkeit gewidmet wird. Dem Jahresbericht 2015 zufolge wurden  zusätzlich 4 Mio. Euro bereitgestellt, damit die Online-Sprachhilfe in den kommenden drei Jahren von 100 000 Flüchtlingen genutzt werden kann. Auch der Bekämpfung der Radikalisierung im Rahmen von Erasmus+-Maßnahmen wird eine größere Priorität beigemessen.

Neu hinzugekommen ist die Finanzierung von Austauschmaßnahmen zwischen europäischen Hochschulen und Hochschulen aus der ganzen Welt. Im Rahmen dieser Aktion wurden über 28 000 Teilnehmer mit insgesamt 110 Mio. Euro gefördert. Im zweiten Laufzeitjahr von Erasmus+ richteten internationale Zusammenschlüsse von Hochschuleinrichtungen außerdem 32 gemeinsame Erasmus-Mundus-Masterstudiengänge ein; jeder dieser Studiengänge bietet von der EU finanzierte Stipendien für Studierende aus der ganzen Welt.

Erasmus-Austauschmaßnahmen stehen allen Menschen offen. Im Einklang mit dem Programmziel, Gerechtigkeit und Inklusion zu fördern, wurde denjenigen der Zugang erleichtert, die mit Hindernissen konfrontiert sind – aufgrund ihrer wirtschaftlichen Lage, einer Behinderung, des sozialen Status, der geografischen Abgelegenheit oder aus gesundheitlichen Gründen. Dies sind derzeit rund 10 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Austauschmaßnahmen. Personen, die gemäß nationalen Kriterien aus benachteiligten Verhältnissen kommen, erhalten eine zusätzliche Förderung von 100-200 Euro pro Monat. Derzeit werden über 39 000 benachteiligten Studierenden solche Zusatzstipendien gezahlt.

 

Die Deutsch-Niederländische Gesellschaft zu Aachen (DNG) ist ein Verein niederländischer und deutscher Bürger, der es sich zum Ziel gesetzt hat, die Beziehungen zwischen Deutschland und den Niederlanden im Grenzgebiet der Euregio Maas-Rhein zu vertiefen. Seit 1971 setzt sich der Verein für grenzüberschreitende Kontaktpflege und länderübergreifenden Meinungsaustausch ein.

Aufgrund der aktuellen politischen Situation Europas sei es wichtiger denn je, dass die Bürger der Grenzregionen mit Leidenschaft und Kreativität zusammenleben und -arbeiten.
Bei ihrem alljährlichen Wittemer Gespräch hat die DNG am 4. und 5. März 2016 die Resolution „Vertiefung der europäischen Zusammenarbeit an der Limburgisch-Deutschen Binnengrenze“ verfasst. In ihr wurden 33 Ideen und Wünsche formuliert, die zu mehr wirtschaftlicher und soziokultureller Zusammenarbeit in der Grenzregion führen sollen. Ziele der Resolution sind unter anderem:

  • mehr grenzüberschreitende Demokratie
    Bürgerinnen und Bürgern im Grenzgebiet zwischen Limburg und Nordrhein-Westfalen sollen mehr politische Rechte bekommen und auch an demokratisch gewählten Organen partizipieren können. Bürger die fünf Jahre im anderen Land gelebt haben, sollen das aktive und passive Wahlrecht für beide Länder bekommen.
  • intensivere grenzüberschreitende kommunale Zusammenarbeit
    Jede Gemeinde in der Grenzregion soll mit einer anderen Grenzgemeinde zusammenarbeiten, in dem sie zum Beispiel einen "Städtebund" bilden oder auch Schulunterricht in der anderen Landessprache anbieten soll.
  • grenzüberschreitendes Arbeiten und Wohnen
    Es soll eine bessere Koordinierung und mehr Beratungen für Grenzarbeiter und Grenzbewohner geben. So sollen Grenzarbeiter sowohl vom Wohnstaat, als auch vom Beschäftigungstaat gleichbehandelt werden.
  • Förderung der euregionalen Identität und soziokulturellen Kohäsion
    Die Landesgrenze soll nicht mehr als Trennung, sondern als Linie der Nachbarschaft angesehen werden. Um die Überschreitung der Grenze einfacher zu machen, soll unter anderem das „SchönerTagTicket NRW“ auch in der niederländischen Grenzregion gelten.
  •  grenzüberschreitender öffentlicher Nah- und Fernverkehr
    Es soll eine Verbesserung des Personenverkehrs mit öffentlichen Verkehrsmitteln innerhalb der grenznahen Regionen (Euregios) stattfinden.
  • Ausbau der euregionalen Kompetenzen in Schule und Lehre
    Um die Verständigung zwischen beiden Ländern zu verbessern, sollen alle Schulen in der niederländisch-deutschen Grenzregion die Nachbarsprache als Schulfach anbieten müssen.

Die DNG ruft die Regierungen, die Ministerien für Schule und Bildung, die gesellschaftlichen Organisationen und Vereine auf, diese Ideen und Ziele zu übernehmen, weiter zu ergänzen und zu verbreiten – frei nach dem Motto „Wir lieben Grenzen, um sie zu überwinden“.

13 07 15 FlaggenDie EU-Kommission hat am Mittwoch vorgeschlagen, die Kontrollen an der deutsch-österreichischen Grenze und weiteren Binnengrenzen des Schengen-Raums in Dänemark, Österreich Schweden und Norwegen für weitere drei Monate beizubehalten. Trotz einer allmählichen Stabilisierung der Lage und maßgeblichen Fortschritten beim Schutz der Außengrenzen sind die Bedingungen hin zu einem normal funktionierenden Schengen-Raum noch nicht vollständig erfüllt. Die von der Kommission vorgeschlagene Empfehlung muss nun vom Rat der EU-Staaten verabschiedet werden.

Vorübergehende Kontrollen an den Binnengrenzen des Schengen-Raums sollten die Ausnahme bleiben und verhältnismäßig sein, mit dem Ziel, so schnell wie möglich zur Normalität zurückzukehren. Die empfohlene Verlängerung um weitere drei Monate betrifft Kontrollen an denjenigen Binnengrenzen, an denen gemäß Empfehlung des Rates vom 11. November 2016 bereits Kontrollen erfolgen.

Der Erste Vizepräsident der Europäischen Kommission, Frans Timmermans, erklärte: „Es wurden maßgebliche Fortschritte hinsichtlich einer Aufhebung der Kontrollen an den Binnengrenzen erzielt, die aber noch weiter gefestigt werden müssen. Deshalb empfehlen wird, dass die betroffenen Mitgliedstaaten die befristeten Grenzkontrollen für weitere drei Monate beizubehalten dürfen."

Dimitris Avramopoulos, Kommissionsmitglied für Migration, Inneres und Bürgerschaft, erklärte dazu: „Die Europäische Kommission ist und bleibt weiterhin fest entschlossen, mit den Mitgliedstaaten an einem schrittweisen Abbau der vorübergehenden Kontrollen an den Binnengrenzen zu arbeiten und so bald wie möglich zu einem normal funktionierenden Schengen-Raum ohne Kontrollen an den Binnengrenzen zurückzukehren. Auch wenn wir in den vergangenen Monaten unsere Maßnahmen kontinuierlich verstärkt haben, um dem beispiellosen Migrationsdruck auf Europa zu begegnen, sind wir aber leider noch nicht am Ziel.“

In den vergangenen Monaten wurden bei der Sicherung und besseren Verwaltung der Außengrenzen sowie bei der Eindämmung der irregulären Migration wichtige Fortschritte erzielt. Mit der neuen Europäischen Grenz- und Küstenwache, die am 6. Oktober 2016 eingerichtet wurde, stehen die Mittel zur Verfügung, um die Außengrenzen der EU besser zu schützen und auf neue Entwicklungen zu reagieren. Seit der Einführung des Hotspot-Konzepts erfolgen die Registrierung und die Abnahme der Fingerabdrücke von Migranten, die in Griechenland und in Italien ankommen, jetzt nahezu zu 100 Prozent.

Die von der Kommission vorgeschlagenen, anstehenden systematischen Abgleiche mit einschlägigen Datenbanken für alle Personen, die die Außengrenzen überschreiten, werden einen weiteren Beitrag zur Stärkung der Außengrenzen leisten. Darüber hinaus hat die Erklärung EU-Türkei zu einem wesentlichen Rückgang der Zahl der irregulären Migranten und Asylbewerber, die in der EU eintreffen, geführt.

Gleichwohl ist in Griechenland nach wie vor eine große Zahl irregulärer Migranten und Asylbewerber zu verzeichnen und bleibt die Lage auf der Westbalkanroute instabil, was ein potenzielles Risiko für Sekundärmigration in sich birgt.

Die Kommission hält es daher nach dem Vorsorgeprinzip für gerechtfertigt, den betroffenen Mitgliedstaaten nach Prüfung alternativer Maßnahmen zu gestatten, die derzeitigen Kontrollen an den Binnengrenzen als außergewöhnliche Maßnahme für einen weiteren begrenzten Zeitraum von drei Monaten zu verlängern. Solche Kontrollen müssen gezielt erfolgen und hinsichtlich Umfang, Häufigkeit sowie räumlicher und zeitlicher Ausdehnung auf das unbedingt notwendige Maß beschränkt werden.

14 02 24 FlaggeEntgegen anderslautender Berichte muss der Zoo Leipzig seine chinesischen Kleinhirsche (Muntjaks) nicht aufgrund einer EU-Verordnung töten. Die Verordnung über invasive gebietsfremde Arten von unionsweiter Bedeutung  schreibt nicht das Töten von Tieren vor. Reinhard Hönighaus, Sprecher der EU-Kommission in Deutschland, erklärte dazu am Montag in Berlin: „Laut der Verordnung sind Zoos zwar dazu verpflichtet, zur Umsetzung der Verordnung beizutragen, das heißt, die Ausbreitung der in der Liste aufgeführten Arten (wie der Chinesischen Muntjaks) zu verhindern. Sie können aber jedes Tier bis zu seinem natürlichen Tod halten - wenn sie sicherstellen, dass die Tiere sich nicht vermehren oder entkommen.“

Die erste EU-Liste über invasive gebietsfremde Arten enthält 37 Pflanzen- und Tierarten, die eine Gefahr für die Artenvielfalt in Europa darstellen. Dazu gehören auch die Kleinhirsche (Chinesische Muntjaks). Die Mitgliedstaaten sind angehalten, gegen eine weitere Verbreitung der aufgeführten Arten vorzugehen. Die Mitgliedstaaten sind verpflichtet, angemessene Maßnahmen zu ergreifen, um dieses Ziel zu erreichen. Aus der Verordnung ergibt sich keine Verpflichtung zur Schlachtung von Tieren.

Zudem gelten für die 37 Arten auf der EU-Liste der invasiven Arten Übergangsfristen hinsichtlich eines generellen Verkaufs- und Beförderungsverbotes. Artikel 32(2) der Verordnung legt fest, dass kommerzielle Bestände aller auf der Liste aufgeführten Arten innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten der Liste verkauft werden können. Die Tiere können transportiert werden, auch in andere EU-Staaten. Es gilt auch hier die Vorgabe, eine Vermehrung oder das Entkommen der Tiere zu verhindern. Die Übergangsfrist läuft für alle 37 aufgeführten Arten bis zum 2. August 2017.

14 06 16 VerbraucherrechteJeder Europäer besitzt als Bürger der Europäischen Union bestimmte Rechte, darunter das Recht auf Freizügigkeit, konsularischen Schutz sowie das aktive und passive Wahlrecht bei Kommunal- und Europawahlen unabhängig vom Wohnort in der Europäischen Union. Doch viele EU-Bürger üben ihre Rechte aus Unkenntnis nicht vollständig aus, wie ein am Dienstag von der EU-Kommission vorgelegter Bericht zeigt. „87 Prozent der Europäer sind sich ihrer Unionsbürgerschaft bewusst, das ist mehr als jemals zuvor. Dennoch sind ihnen nicht immer die mit der Unionsbürgerschaft verbundenen Rechte bekannt“, so Věra Jourová, EU-Kommissarin für Justiz, Verbraucher und Gleichstellung.

„Wir möchten die Bürgerinnen und Bürger darin bestärken, sich besser über ihre Unionsrechte zu informieren, um sie auch leichter in Anspruch nehmen zu können“, so Jourová weiter.

EU-Kommissar Dimitris Avramopoulos, zuständig für Migration, Inneres und Bürgerschaft, erklärte: „Um dafür zu sorgen, dass die Bürgerinnen und Bürger der EU ihre Rechte in Zeiten zunehmender Globalisierung und grenzüberschreitender Herausforderungen uneingeschränkt wahrnehmen können, werden wir uns weiter für die Verbesserung der Sicherheit innerhalb der EU und die Stärkung des Schutzes an unseren gemeinsamen Außengrenzen einsetzen.“

Zur  Stärkung der mit der Unionsbürgerschaft verbundenen Rechte und der gemeinsamen Werte der EU plant die Kommission unter anderem Folgendes:

  • Eine europaweite Informationskampagne, um die Bürger besser über die mit der Unionsbürgerschaft verbundenen Rechte zu informieren.
  • Förderung des ehrenamtlichen Engagements: Die Kommission möchte jungen Menschen in Europa mehr Chancen geben, einen sinnvollen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten und Solidarität zu zeigen. Das am 7. Dezember 2016 auf den Weg gebrachte Europäische Solidaritätskorps bietet jungen Menschen die Möglichkeit, wertvolle Berufserfahrung zu sammeln und gleichzeitig Menschen in Not zu helfen.
  • Entwicklung eines zentralen digitalen Zugangstors, um den Bürgern einen einfachen Online-Zugriff auf Informationen und Unterstützung in einer Vielzahl von Verwaltungsfragen zu bieten.
  • Ausbau der Bürgerdialoge und öffentlichen Debatten für den Meinungsaustausch mit EU‑Bürgern, um ihnen eine klarere Vorstellung davon zu vermitteln, wie sich die EU auf ihr tägliches Leben auswirkt. Seit Amtsantritt der Juncker-Kommission haben bereits 125 Bürgerdialoge mit EU-Kommissaren stattgefunden.
  • Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger bei der Teilnahme an EU‑Wahlen, sowohl als Wähler als auch als Kandidaten, insbesondere im Vorfeld der Wahlen von 2019 durch Förderung bewährter Verfahren.

Europäer sind sich mehr denn je ihres Status als Bürger der Union bewusst und der Anteil der Europäer, die mehr über ihre Rechte erfahren möchten, steigt weiter. Vier von fünf Europäern wissen insbesondere das Recht auf Freizügigkeit zu schätzen, welches es ihnen gestattet, an einem beliebigen Ort in der EU zu arbeiten, zu studieren oder einer Geschäftstätigkeit nachzugehen (Eurobarometer vom Dezember 2016). Dennoch üben viele EU-Bürger ihr Wahlrecht bei Europa- und Kommunalwahlen aus Unkenntnis nicht aus und vielen ist nicht bekannt, dass sie konsularischen Schutz durch die Botschaften der anderen Mitgliedstaaten in Anspruch nehmen können.

Wer die Staatsbürgerschaft eines EU-Mitgliedstaats besitzt, ist automatisch auch Unionsbürger. Die Unionsbürgerschaft ersetzt nicht die nationale Staatsbürgerschaft, sondern ergänzt sie.

17 01 23 HoganZum Auftakt der Grünen Woche in Berlin hat EU-Agrarkommissar Phil Hogan den Fahrplan für die Reform der EU-Agrarpolitik nach 2020 skizziert. Der Prozess für die Modernisierung der Gemeinsamen Agrarpolitik in der nächsten Finanzierungsperiode beginne am 2. Februar mit einer breit angelegten öffentlichen Konsultation, sagte Hogan am Donnerstagabend bei der Eröffnung der weltgrößten Agrar- und Ernährungsmesse. „Unser Ziel ist es, Wege zu finden, wie die Agrarpolitik zu modernisieren und zu vereinfachen ist. Ich bin mir der Komplexität unserer Politik sehr wohl bewusst und möchte mich dafür einsetzen, dass sie für die europäischen Landwirte einfacher wird.“  Ende des Jahres 2017 werde die Kommission eine Mitteilung zur Zukunft der EU-Agrarpolitik vorlegen.

„Die Grüne Woche sorgt für ein großes Engagement der Landwirtschaft mit den Bürgern“, sagte Hogan. „Das ist wichtig, denn wir brauchen die Unterstützung von möglichst vielen Menschen - vor allem unserer Stadtbürger -, um unsere Landwirte und ländlichen Gemeinschaften für die bevorstehenden Herausforderungen zu stärken.“

„Als EU-Kommissar für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung habe ich stets deutlich gemacht, dass die Landwirte und der breitere Agrar- und Ernährungssektor eine umfassende und vorrangige Rolle bei der Erfüllung der gesellschaftlichen Erwartungen für eine umweltverträgliche Nahrungsmittelproduktion spielen müssen. Aber es ist gleichermaßen wichtig, dass die Bürger die Landwirtschaft verstehen und wie viel qualifizierte Arbeit und Hingabe nötig ist, um qualitativ hochwertige Lebensmittel zu produzieren und dabei Klima und Umwelt zu schützen. Die Grüne Woche ist eine ausgezeichnete Gelegenheit, um dieses gegenseitige Verständnis zu stärken“, so Hogan weiter.

Zuerst müssten die Landwirte die Verantwortung für den Wandel übernehmen. Doch Bürger und Politiker müssten auch akzeptieren, dass Landwirte für ihren Einsatz für die Umwelt die richtigen Anreize benötigen. „Wer ist besser aufgestellt als die Landwirte, um die Wasser- und Bodenerhaltung zu verbessern? Wer ist besser aufgestellt als die Landwirte, um bei der Schaffung wirklich nachhaltiger Nahrungsmittelproduktionssysteme voranzugehen? Wer ist besser aufgestellt als die Landwirte, um bei der Bewältigung der steigenden weltweiten Nahrungsmittelnachfrage voranzugehen?“, fragte Hogan an das Publikum gerichtet.

Mit dem Karlspreis 2017 wird der britische Historiker Timothy Garton Ash wegen seines herausragenden wissenschaftlichen und publizistischen Werks ausgezeichnet, das wertvolle Beiträge zum Selbstverständnis Europas geleistet hat und leistet.

Die besondere Rolle des europäischen Engländers wird betont, der gegen den Brexit argumentierte. Doch vor allem wird sein Einsatz um eine funktionierende Gesellschaft und die Demokratie in Zeiten der Globalisierung und Digitalisierung herausgehoben. Die Preisverleihung wird am Himmelfahrtstag, 25. Mai, im Krönungssaal des Aachener Rathauses stattfinden.

Timothy Garton Ash wird mit dem Aachener Karlspreis ausgezeichnet. Das haben der Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp und der Vorsitzende des Direktoriums der Gesellschaft für die Verleihung des Internationalen Karlspreises zu Aachen, Dr. Jürgen Linden, am 22.01. im Rathaus der Stadt bekanntgegeben. Die Preisverleihung, bei der der renommierte britische Historiker und Publizist für seine Verdienste um die Einheit Europas ausgezeichnet wird, findet am Himmelfahrtstag, 25. Mai, im Krönungssaal des Aachener Rathauses statt. In einer ersten Reaktion sagte Garton Ash dem Direktoriumsvorsitzenden Linden, dass er sich geehrt fühle und über diese hohe Auszeichnung sehr freue.

Die Begründung des Direktoriums
In der Begründung des Karlspreisdirektoriums heißt es: "In Würdigung seines herausragenden wissenschaftlichen und publizistischen Werks ehrt das Direktorium im Jahre 2017 den Historiker Prof. Timothy Garton Ash, einen überzeugenden und bedeutenden englischen Europäer und europäischen Engländer, der das Vereinigte Königreich zur europäischen Wertegemeinschaft zählt und wertvolle Beiträge zum Selbstverständnis Europas leistet; der gegen den Brexit argumentierte, heute unter dem Ergebnis leidet, aber nicht aufgeben will, für eine enge Bindung des Vereinigten Königreichs und der EU einzutreten."
Oberbürgermeister Marcel Philipp beschrieb Garton Ash, den das Direktorium einstimmig am Samstag gewählt hat, als Historiker, der den europäischen Integrationsprozess nicht nach kurzfristigen oder tagespolitischen Ereignissen bewerte: "Er sieht die Krise vor dem Hintergrund komplexer Zusammenhänge und weist darauf hin, dass unsere Welt durch die digitale Revolution und Vernetzung große Umwälzungen erlebt und dabei die vertraute Ordnung überwunden wird." Garton Ash ist ein weltweit anerkannter Experte für Europäische Gegenwartsgeschichte am St. Antony's College der Universität Oxford.

Für eine offene Debattenkultur und die Verteidigung der Wahrheit
Mit Garton Ash ehre das Karlspreisdirektorium einen Verfechter der Demokratie und ihrer Prinzipien, die besagen, dass eine liberale und offene Debattenkultur sowie die Verteidigung der Wahrheit gegenüber der Lüge in der Kommunikation erhalten bleiben müsse, heißt es in der ausführlichen Begründung.
Direktoriumsvorsitzender Dr. Jürgen Linden hob hervor, dass der britische Historiker Garton Ash "den Populisten und Vereinfachern unserer Zeit die Stirn bietet und Ideen entwickelt, wie wir uns in der globalisierten Welt verhalten sollten". Dabei gebe er wichtige Anstöße für den Erhalt unserer Werte wie Freiheit, Frieden und Demokratie sowie Wahrhaftigkeit, Toleranz, Recht und Selbstbestimmung.
Linden betonte, dass die Gestaltung der gemeinsamen europäischen Zukunft "heute mehr denn je den offenen Dialog braucht", und sie brauche die Beteiligung vieler - der Bürgerinnen und Bürger, der Politik und der Wirtschaft, der Kultur und der Wissenschaft. Für den Karlspreis biete ein Preisträger Garton Ash den Aufbruch zu neuen Debattenformaten und Darstellungsformen.

Geschichtswissenschaft, Journalismus und politische Analyse
Beeindruckt zeigt sich das Karlspreisdirektorium vor allem davon, dass Garton Ash "jener herausragende Grenzgänger zwischen Geschichtswissenschaft, Journalismus und präziser politischer Analyse" sei, der keinesfalls allein in der Historie verbleiben würde. Linden sagte es so: "Er hat schon früh gesagt, wie Europas neue Geschichte erzählt werden könnte. Als eine ehrliche und selbstkritische Darstellung jenes Fortschritts, der uns von den jeweiligen Vergangenheiten hin zu den gemeinsamen Zielen einer gemeinsamen Zukunft führt." Denn klar sei, wie Garton Ash sagt, "dass wir nicht einfach stehen bleiben können. Wenn wir nicht vorwärts gehen, gehen wir rückwärts. Nicht vorwärts, betone ich, zu irgendwelchen idealisierten Vereinigten Staaten von Europa, sondern zu einer praktischen Konstruktion, die stark genug ist, dem Sturm zu widerstehen".
Debatte über die Redefreiheit angestoßen
Garton Ash, der durchaus ein kritischer Begleiter Europas ist, stelle die Frage nach dem Funktionieren der künftigen Gesellschaft. Das Karlspreisdirektorium erinnert in diesem Zusammenhang an eine breite Debatte über die Redefreiheit (http://freespeechdebate.com), die Garton Ash am St. Antony's College in Oxford ins Leben gerufen hat: Wissenschaftliche Einrichtungen und Journalisten, Nichtregierungsorganisationen und Privatpersonen - Teilnehmer aus der ganzen Welt diskutieren seither Konflikte, die aus der Kollision unterschiedlicher Überzeugungen entstehen.
Diese Debatte lieferte dem Historiker den Stoff für sein 2016 unter dem Titel "Redefreiheit" erschienenes Werk, in dem er die liberale Idee der Rede- und Meinungsfreiheit in das 21. Jahrhundert übersetzt und zehn Grundprinzipien der Kommunikation in einer vernetzten Welt vorschlägt. Oberbürgermeister Philipp sagte: "Das ist die hochaktuelle Antwort eines großen Wissenschaftlers auf ,fake news' und Hasspredigten, auf Populismus und Vereinfachung; ein flammendes Plädoyer für die Freiheit des Wortes, den offenen Diskurs."

"Der unbekehrbare englische Europäer"
Dass mit Timothy Garton Ash nun ausgerechnet in den Brexit-Wirren ein "unbekehrbarer englischer Europäer" mit dem Karlspreis ausgezeichnet werde, bezeichneten Linden und Philipp als reizvoll. Für ihn selbst, so zitiert das Direktorium Garton Ash, stellten sich für die nahe Zukunft zwei Aufgaben, die in einem gewissen Spannungsverhältnis stehen: Nachdem sich das britische Volk für den Brexit entschieden habe, wolle er alles daransetzen, "den Schaden für dieses Land zu beschränken. Da wir in bestem Glauben vorhergesagt haben, dass der Brexit katastrophale Folgen haben werde, liegt es nun an uns, sicherzustellen, dass wir nicht Recht behalten." Andererseits müssten alle Europäer aber alles dafür tun, um sicherzugehen, dass die Europäische Union ihre Lektion aus diesem schmerzlichen Rückschlag gelernt habe.
Das Karlspreisdirektorium sieht in Ash, der bereits im Jahre 2013 in Aachen mit der Karlsmedaille für europäische Medien, die "Médaille Charlemagne pour les Médias Européens", ausgezeichnet worden ist, einen "leidenschaftlichen Kämpfer für den Verbleib des Vereinigten Königreichs in der Union". Der Tag des Referendums am 23. Juni 2016 sei "die größte Niederlage seines politischen Lebens" gewesen. Das Direktorium erkennt in Garton Ash "einen Briten, der rein rechtlich gesehen ab 2018 oder 2019 kein EU-Bürger mehr sein, der aber, genau wie Großbritannien immer ein europäisches Land sein wird, komme, was da wolle, immer ein Europäer bleiben" werde.

"Mit Leidenschaft und intellektueller Schärfe"
Fazit des Karlspreisdirektoriums in seiner Begründung: "Mit dem Historiker und Publizisten Prof. Timothy Garton Ash ehrt das Direktorium einen herausragenden englischen Wissenschaftler, der mit Leidenschaft und intellektueller Schärfe den Weg der Europäischen Union begleitet und kommentiert und der der Gemeinschaft auch gedankliche Tiefe gibt. Mit seinem wissenschaftlichen und publizistischen Werk gibt Timothy Garton Ash bedeutende Anstöße, den Herausforderungen einer globalen und vernetzten Welt mit Prinzipien zu begegnen, die auf zutiefst europäischen Werten basieren."