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VoxEurop

The talk of the continent
  1. Osservatorio Balcani e Caucaso Transeuropa, Trento – Trotz der neuen Gesetze und Strafverschärfungen für jene, die ihre Partnerinnen töten, ist die Zahl der Feminizide in Europa nach wie vor besorgniserregend. Mehr....
  2. Beim jüngsten EU-Sozialgipfel am 17. November in Göteborg wurden 20 zusätzliche Massnahmen zur Stärkung der sozialen Säule der EU beschlossen und damit auch zur Bekämpfung der Auswirkungen der Krise und des Populismus, der daraus das grösste politische Kapital schlägt. Die 20 Prinzipien, die ihnen zugrunde liegen, lassen sich in drei Kategorien einteilen : “Chancengleichheit für den Zugang zum Arbeitsmarkt”, “soziale Absicherung und Wiedereingliederung” und “gerechte Arbeitsbedingungen”. Der Text über die europäische Säule der sozialen Rechte ist nicht verbindlich, da die Kompetenz für die Sozialpolitik bei den Mitgliedsstaaten liegt. Er stellt allerdings eine entscheidenden Annäherung an eine sozial und wirtschaftlich gerechtere EU dar.

    Eine von der Bertelsmann-Stiftung veröffentlichte Studie kommt zu dem Schluss, dass sich Europa von der wirtschaftlichen Krise erholt hat und zudem auf dem Gebiet der sozialen Gerechtigkeit Fortschritte macht. Auf Grundlage von fünf Kriterien und den Tätigkeiten der Mitgliedsstaaten auf diesen Gebieten, wurde ein Index erstellt : Armutsvorsorge, Bildungsgleichheit, Zugang zum Arbeitsmarkt, sozialer Zusammenhalt und Kampf gegen Diskriminierung, Gesundheit und intergenerationelle Gerechtigkeit.

    Für alle Staaten kann in den letzten Jahren eine positive Entwicklung festgestellt werden – allerdings gibt es bedeutende Unterschiede zwischen den einzelnen Staaten. So stehen die skandinavischen Staaten wie Dänemark, Schweden und Finnland an der Spitze des Index, gefolgt von der Tschechischen Republik, Slowenien, Holland, Österreich und Deutschland. Am Ende der Gruppe der 28 steht Griechenland, auf den Plätzen direkt davor Bulgarien und Rumänien.

    Eine unmittelbare Folge der wirtschaftlichen Erholung in der EU war die Erholung des Arbeitsmarktes mit positiven Ergebnissen in 26 der 28 Mitgliedsstaaten und einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote, die von 11 % im Jahr 2013 auf 8,7 % zurückgegangen ist. Die Staaten, die am stärksten durch die Krise betroffen waren, haben dabei am meisten von dieser Entwicklung profitiert. So ging in Griechenland die Arbeitslosigkeit von 27,7 % im Jahr 2013 auf 23,7 % im Jahr 2016 und in Spanien im gleichen Zeitraum von 26,2 % auf 19,7 % zurück. Auch die Rate der Jugendarbeitslosigkeit verringerte sich in Südeuropa. In Griechenland etwa fiel sie von 60 % in 2013 auf den aktuellen Stand von 47,3 %. Ähnlich sieht das Bild in Spanien aus, mit einem Rückgang von 55,5 % auf 44,4 %. In Italien beträgt die Jugendarbeitslosenquote derzeit 37,8 %. Über die gesamte EU ging die Jugendarbeitslosigkeit von 23,6 % auf 18,7 % zurück.

    Als Folge dieser positiven Tendenz ist auch das Risiko für Armut und soziale Ausgrenzung zurückgegangen : Mussten während der Wirtschaftskrise 2012/13 noch 24,7% der EU-Bevölkerung mit einem akuten Armutsrisiko leben, so sind es aktuell 23,4%. Nichtsdestotrotz sind davon immer noch 117,5 Millionen Menschen betroffen. Der Unterschied zwischen Nord- und Südeuropa ist dabei beträchtlich. So leben derzeit in Griechenland immer noch 35,6% der Bevölkerung mit einem erhöhten Risiko auf Armut oder sozale Ausgrenzung, in Spanien 27,9% und in Italien 28,7%. Im Vergleich dazu liegen die Zahlen für Dänemark, Finnland und die Tschechische Republik, den drei führenden Ländern bei der Armutsbekämpfung, zwischen 16,7 und 13,3%. Das Risiko für bestimmte Gruppen der Gesellschaft, z.B.

    Für Kinder und Jugendliche, kann dabei beträchtlich höher liegen : So müssen EU-weit 26,5% der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren mit dem Risiko auf Armut und soziale Ausgrenzung leben – das entspricht ungefähr 25 Millionen Menschen.

    Die folgende Grafik veranschaulicht die Rang-Entwicklung der EU-Länder im Bezug auf die Armutsbekämpfung und den Zugang zum Arbeitsmarkt. Die meisten Länder – und damit auch der EU-Durchschnitt – haben Fortschritte in beiden Kategorien gemacht, und in den letzten zwei Jahren sogar eine Beschleunigung vorgenommen. Die Ausnahmen sind Griechenland, Bulgarien und Rumänien, die sich hinsichtlich der sozialen Gerechtigkeit ganz am Ende des Rankings befinden.

    Ubersezung vom Christoph Maier

  3. Trotz des zunehmenden Einflusses unverhüllt rassistischer Bewegungen und Parteien in ganz Europa hat die Fremdenfeindlichkeit in europäischen Städten nicht zugenommen. Ganz im Gegenteil: Zwischen 2009 und 2015 hat sich die Einstellung der Bürger gegenüber Ausländern durchschnittlich verbessert. Selbstverständlich gibt es auch Ausnahmen und auffallende Gegentendenzen (insbesondere wenn man berücksichtigt, dass ein städtisches Umfeld meist viel offener ist als andere Gebiete).

    Alle drei Jahre ermittelt das Eurobarometer die Einstellung der Bewohner von rund 80 europäischen Städten. Aus der letzten Umfrage aus dem Jahr 2015 geht hervor, dass mehr als 76 Prozent der Befragten die Anwesenheit von Ausländern als grundsätzlich positiv für ihre Stadt betrachten.

    Der Begriff „Ausländer“ wird im weiten Sinne benutzt, und umfasst sowohl Erasmus-Studenten als auch Flüchtlinge aus Asien oder Afrika. Die Herkunft und Verteilung der ausländischen Bevölkerung an einem bestimmten Ort spiegeln sich vermutlich in den Einstellungen der Bürger wieder. Aus diesem Grund ist es nötig, die ermittelten Fremdenfeindlichkeits-Niveaus in einem allgemeinen Kontext zu betrachten. So ist es beispielsweise möglich, dass es eine direkte Verbindung zwischen der ausgesprochen positiven Haltung der Menschen aus Cluj und der hohen Anzahl europäischer Studenten in der Stadt gibt.

    Ausländerfeindlichkeit in europäischen Städten

    Einstellung der Bewohner gegenüber Ausländern: Die Karte zeigt den Anteil der Befragten, die folgender Aussage zustimmten: „Die Anwesenheit von Ausländern ist für meine Stadt positiv.“ (Eurobarometer, 2015)

    Die Farben zeigen die Unterschiede zwischen dem europäischen Durchschnitt und dem ermittelten Messwert in jeder einzelnen Stadt.

    Die negativsten Meinungen wurden im europäischen Vergleich in Italien, der Türkei und Griechenland verzeichnet. Seit der vorherigen Umfrage hat sich insbesondere die Einstellung der italienischen und türkischen Stadtbevölkerung verschlechtert, sowie eine zunehmende Verbreitung feindseliger Gefühle gegenüber Ausländern festzustellen. 5 der 10 ausländerfeindlichsten Städte liegen in Italien.

    Dagegen ist die Fremdenfeindlichkeit in Griechenland im Vergleich zu den Vorjahren deutlich zurückgegangen. Grund hierfür ist vermutlich das sich abzeichnende Ende der Wirtschaftskrise, zumal die Situation an jene Spaniens, Irlands und Portugals erinnert.

    Entwicklung des Phänomens

    Die Pfeile zeigen, wie sich die Einstellung gegenüber Ausländern in 75 europäischen Städten entwickelt hat. Die Angaben wurden dem Eurobarometer 2009-2015 entnommen.

    Insgesamt scheinen Mittel- und Südwesteuropa viel offener zu sein, als dies gewöhnlich dargestellt wird. Und obwohl die Feindseligkeit gegenüber Ausländern ganz besonders in Polen und der Slowakei zunimmt, befinden sich dort dennoch fünf der zehn europäischen Städte mit der niedrigsten Fremdenfeindlichkeitsrate. Darunter Cluj-Napoca, wo 95 Prozent der Bewohner angaben, die Anwesenheit von Ausländern zu schätzen. Die anderen Städte der Region sind: Burgas, Piatra Neamț oder Danzig.

    Die ausländerfeindlichsten Städte Europas: Athen, Istanbul, Turin, Ankara, Rom, Bologna, Palermo, Neapel, Lüttich, Ostrau

    Die ausländerfreundlichsten Städte Europas: Cluj-Napoca, Reykjavík, Kopenhagen, Piatra Neamț, Zürich, Lissabon, Vilnius, Dublin, Burgas, Danzig