• Air Berlin insolvent: Damit müssen Fluggäste jetzt rechnen

    Air Berlin: Airline stellt Insolvenzantrag - Damit müssen Fluggäste jetzt rechnen
    Hinweise vom Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland (EVZ)

    Deutschlands zweitgrößte Fluglinie ist pleite. Ein entsprechender Antrag wurde am 15.08.2017 beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg gestellt. In einer ersten Stellungnahme sicherte die Bundesregierung der Fluggesellschaft einen Übergangskredit in Höhe von 150 Millionen Euro zu, mit dem der Flugverkehr für die nächsten drei Monate gesichert sei. Was Reisende jetzt wissen müssen.

    Schon seit einigen Monaten kriselt es bei der Fluggesellschaft. Leidtragende waren dabei viel zu oft die Passagiere, die die Probleme der Airline unmittelbar zu spüren bekamen. „Seit Jahresbeginn sind 176 Beschwerden von Air Berlin-Reisenden aus ganz Europa bei uns eingegangen. Neben Flugverspätungen und Annullierungen, sind vor allem immer wieder verlorengegangene Gepäckstücke der Hauptbeschwerdegrund“, erklärt André Schulze-Wethmar, Jurist beim Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland (EVZ).

    EVZ fordert Insolvenzschutz bei selbstständig gebuchten Flügen

    Pauschalreisende kommen im Falle einer Insolvenz besser weg als Reisende, die den Flug selbstständig gebucht haben. Grund hierfür ist die EU-Pauschalreiserichtlinie. Kommt es zu einer Annullierung, muss der Reiseveranstalter, bei dem die Reise gebucht wurde, für Ersatz sorgen. Selbstbucher schauen hingegen in die Röhre und bleiben meist auf ihren Kosten sitzen.

    „Es wird endlich Zeit, dass der Verbraucherschutz, der seit 30 Jahren für Pauschalreisen eine Selbstverständlichkeit ist, auch auf einzeln gebuchte Flüge ausgedehnt wird. Es kann nicht sein, dass Verbraucher die Fehler bei Misswirtschaft der Airlines selbst ausbaden müssen“, sieht Bernd Krieger, Leiter beim Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland, dringenden Nachholbedarf.

    So sollten sich Verbraucher jetzt verhalten:

    • Bitte nicht voreilig stornieren. Der Flugbetrieb soll schließlich fortgeführt werden. Wenn man von sich aus storniert, kann der Ticketpreis in der Regel nicht zurückgefordert werden, sondern allenfalls die Steuern und Gebühren.
    • Die EU-Fluggastrechte bei Flugverspätung und Annullierung gelten weiterhin. Verbraucher können in der Regel die Zahlung einer Entschädigung verlangen.
    • Grundsätzlich sollten Verbraucher bedenken, dass es von nun an schwer wird, Geld zurückzubekommen. Abgesehen davon ist zurzeit noch nicht klar, wie das Insolvenzverfahren durchgeführt wird. Leider gehen Kunden insolventer Airlines oft leer aus.

    Weiterführende Internetlinks

  • Ärger im Urlaub? Diese Apps helfen weiter!

    EU Kind Strand Ball 300Pünktlich zu den Sommerferien möchte das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) Deutschland auf seine kostenlosen Reise-Apps aufmerksam machen. Für alle EU-Länder sowie Norwegen und Island bieten sie viele Informationen und praktische Tipps. Der Vorteil: Die Apps funktionieren offline. Urlauber sind also nicht auf einen Internetzugang angewiesen.

    Urlaub sollte eigentlich Erholung bedeuten. Doch was, wenn der Flug verspätet, das Mitbringsel defekt ist, oder man nicht alles mitgenommen hat, was man als Autofahrer braucht? Diese drei Apps des Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e.V. helfen weiter:

    „ECC-Net: Travel App“ – Verbraucherrechte für unterwegs
    Ärger mit dem verspätetem Flug, dem Mietwagen oder einem nicht verfügbaren Hotelzimmer kann einem schnell die Urlaubsfreude nehmen. Für gut 100 verschiedene Situationen erklärt die App Verbrauchern ihre Rechte und was vor Ort zu tun ist. Das Besondere: Die passenden Sätze können in 25 europäischen Sprachen abgerufen werden.

    „Mit Erfolg reklamieren“ – App über Gewährleistung in Europa
    Wer den Auslandsurlaub zum Shoppen nutzt und im Anschluss Mängel an der Ware feststellt (beim gekauften Kleid geht z. B. die Naht auf, oder der Elektrorasierer ist defekt) findet in dieser App Antworten rund um das Thema Gewährleistung. Wenige Klicks genügen und der Kunde weiß, wie im jeweiligen Land die Reparatur einzufordern ist, wann es einen Preisnachlass gibt und welche Fristen eingehalten werden müssen.

    „Mit dem Auto ins Ausland“ – Reisebegleiter für Autofahrer
    Damit bei Autofahrten ins Ausland keine Unsicherheit aufkommt, informiert die App zu Themen wie Tempolimit, Maut, Tanken, Verkehrsregeln oder Panne und Unfall. Nutzer können alle Informationen passgenau für das jeweilige Reiseland und ihre individuelle Situation auswählen (Fahrt mit PKW, Wohnwagen, Reisen mit Kindern oder Haustieren). Eine Checkliste hilft zudem dabei, sich gut vorbereitet auf den Weg zu machen.

    Die vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) geförderten Apps sind im iTunes Store und Google Playstore erhältlich.

  • Auto-Umweltplakette für Frankreich

    Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz informiert

    Immer mehr Städte in Frankreich führen aufgrund zu hoher Feinstaubwerte Umweltzonen ein. Ab 1. November kommt die Plakettenpflicht nach Straßburg. Umweltzonen gibt es bereits in Paris, Lyon, Grenoble und Lille. Weitere Städte werden nachziehen. Auch deutsche Autofahrer benötigen die Plakette, die inklusive Versand 4,80 Euro kostet.

    Keine einheitliche Regulierung in Sicht
    "Wir bedauern es sehr, dass es keine einheitliche europäische Umweltplakette gibt, die in der gesamten EU ihre Gültigkeit hat", sieht Dr. Martine Mérigeau, Vorstand beim Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e. V. (ZEV), die unterschiedlichen Regulierungen kritisch. "Oft klebt auf der Windschutzscheibe schon der Sticker eines Automobilclubs sowie der Maut-Aufkleber für Österreich oder die Schweiz. Wenn das so weitergeht, ist das Sichtfeld bald vollständig eingeschränkt."

    Für wen ist die Plakette Pflicht?
    Die französischen Kommunen können frei entscheiden, ob die Plakettenpflicht ganzjährig, zum Beispiel in Paris, oder nur bei Feinstaubalarm, zum Beispiel im Großraum Lille, gilt. In beiden Fällen müssen sowohl französische als auch ausländische Fahrzeuge, also Pkw, Motorräder, Busse und Lkw, in einer Umweltzone die Plakette an der Windschutzscheibe haben.

    Sechs unterschiedliche Plakettenfarben
    Je nach Fahrzeugtyp und Schadstoffklasse gibt es die Plakette in sechs unterschiedlichen Farben: Grün, Violett, Gelb, Orange, Rot und Grau. Keine Plakette gibt es für:
    -Motorräder ohne EURO-Norm und Erstzulassung vor dem 1. Juni 2000
    -Pkw, Wohnmobile und Nutzfahrzeuge unter 3,5 Tonnen mit EURO 1 beziehungsweise ohne EURO-Norm und Erstzulassung vor dem 1. Januar 1997 (Pkw) beziehungsweise 1. Oktober 1997 (leichte Nutzfahrzeuge)
    -Lkw, Busse und Wohnmobile über 3,5 Tonnen mit EURO 1,2 oder ohne EURO-Norm und Erstzulassung vor dem 1. Oktober 2001

    Wer ohne die Plakette in eine Umweltzone fährt, muss in Zukunft mit einem Bußgeld rechnen. Für Leichtfahrzeuge (unter 3,5 Tonnen) beträgt das bis zu 68 Euro. Bei Fahrzeugen mit einem Gesamtgewicht über 3,5 Tonnen sogar bis zu 135 Euro.

    Wie kommen Verbraucher an die Umweltplakette?
    Fahrzeughalter können die Plakette über die Website des französischen Umweltministeriums für 4,80 Euro (inklusive Porto ins Ausland) bestellen: www.certificat-air.gouv.fr/de/demand .
    Für die Bezahlung wird eine Kreditkarte benötigt.
    Das ZEV rät vom Kauf bei Drittanbietern ab, da diese meist hohe Bearbeitungskosten in Rechnung stellen und letztlich macht der Drittanbieter nichts anderes, als die Plakette über das Ministerium zu kaufen.