• Die Europäische Datenschutzgrundverordnung verbietet in keiner Weise Wunschzettel-Aktionen zu Weihnachten.

    Berichte, die auf das Gegenteil schließen lassen, sind falsch. Um Geschenke an die Kinder zu liefern, dürfen die Kontaktdaten der Familie aufgenommen werden - vorausgesetzt, die Eltern stimmen zu. Das sind die Regeln, die schon seit 20 Jahren gelten. Die Datenschutzgrundverordnung hat daran nichts geändert.

    Ausgangspunkt für die Berichterstattung war eine Wunschzettel-Aktion der Stadt Roth in Franken. Die Stadt hat in der Zwischenzeit ein Wunschzettel-Formular veröffentlicht, mit dem die Zustimmung der Eltern eingeholt wird.

    Individuelle Aktionen von Städten oder anderen Einrichtungen werden durch die EU-Vorschriften nicht verhindert. Bei Unsicherheiten über die Umsetzung der neuen Datenschutzbestimmungen sollte sich jeder, der personenbezogene Daten verarbeitet, an seine nationalen Datenschutzbehörden - in diesem Fall an die Datenschutzbehörde Bayerns - wenden. Die nationalen Datenschutzbehörden sind beratend tätig, um Fehlinterpretationen der Vorschriften zu vermeiden.

    Hintergrund

    Die EU-Datenschutzgrundverordnung, die seit Mai 2018 gilt, hat die für diese Situation geltenden Rechtsvorschriften von vor 20 Jahren nicht geändert. Wie zuvor sollte bei Minderjährigen die Zustimmung der Eltern oder des gesetzlichen Vormunds im Einklang mit dem nationalen Recht erteilt werden. Bei der Einholung dieser Einwilligung sollte klargestellt werden, zu welchem Zweck die Daten erhoben und verarbeitet werden, auch an wen sie weitergegeben werden.

  • Sicherheit Jugendliche 300Das Internet ist Bücherei, Informationszentrale, Sammelplatz, Spielwiese und Einkaufsstraße für Millionen von Menschen. Wer noch vor 20 Jahren gedacht hat, diese Technologie setze sich nicht durch, der hat sich nachweislich geirrt. Gerade für Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren ist das Internet längst ein fester Bestandteil des Alltags, wie Zähneputzen und Schulbesuch.

    Doch wer im Internet regelmäßig unterweg ist, der sieht nicht nur die guten Seiten der weltweiten Vernetzung, er wird auch mit den üblen Seiten konfrontiert. Daher gibt es seit vielen Jahren die EU-Initiative klicksafe und den "Safer Internet Day", der in diesem Jahr am 05. Februar stattfinden wird und der Jugendliche, aber auch Eltern, Journalisten und anderweitig Interessierte für die Schwierigkeiten und Probleme, die das Netz mit sich bringt, sensibilisieren soll.

    In diesem Jahr steht der "Safer Internet Day" unter dem Motto: "Together for a better internet" und nimmt besonderen Bezug auf Hass und Hassrede im Internet, ein Thema, dass die meisten jungen Menschen direkt oder indirekt schon einmal erfahren oder gesehen haben. Die aktuelle JIM-Studie 2018 des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest zeigt, dass bereits zwei Drittel der Jugendlichen im Internet mit Hassbotschaften in Kontakt gekommen sind und jeder dritte Jugendliche schon einmal mitbekommen hat, dass im Bekanntenkreis jemand per Smartphone oder online zum Zielobjekt von Hassnachrichten und Mobbing wurde.

    Umso wichtiger ist es, diesen Hassbotschaften und Gemeinheiten im Internet etwas entgegen zu setzen. Deshalb ruft klicksafe getreu des diesjährigen Mottos Jugendliche sowie Schulen auf, sich mit eigenen Beiträgen und Projekten für ein besseres Internet einzusetzen.

    Auch auf regionaler Ebene werden viele verschiedenen interessante Veranstaltungen, von Online-Aktionen bis zu Workshops rund um das Thema "Internetsicherheit" angeboten: In Essen können beispielsweise bei einer Mediensprechstunde Eltern ihre Fragen rund um das Thema "Digitale Medien" los werden. An Journalisten richtet sich eine Tagung in Frankfurt, in der es darum geht, sich effektiv vor Cyberkriminellen zu schützen. Weitere Angebote lassen sich auf der Website von klicksafefinden.

    Wie auch in den vergangenen Jahren koordiniert klicksafe als deutscher Partner des Insafe-Netzwerks die bundesweiten Veranstaltungen und Aktionen zum Safer Internet Day 2019 zusammen mit den Internet-Hotlines jugendschutz.net, internet-beschwerdestelle.de (durchgeführt von eco und FSM) und der Nummer gegen Kummer (Helpline). Auch Institutionen, Stiftungen, Unternehmen, Schulen, Jugendorganisationen, Bildungseinrichtungen, Vereine und Privatpersonen können am weltweiten Aktionstag teilnehmen.

    klicksafe ist eine Initiative im CEF Telecom Programm der Europäischen Union für mehr Sicherheit im Internet. Sie wird gemeinsam von der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (Koordination) und der Landesanstalt für Medien NRW umgesetzt.