Die zweite Woche der Veranstaltungsreihe "Populismus und Extremismus in Europa" startete mit einem interessanten Vortrag von Prof. Dr. Ulrike Guérot, Gründerin und Direktorin des European Democracy Lab an der European School of Governance sowie Universitätsprofessorin für Europapolitik und Demokratieforschung an der Donau-Universität Krems. Prof. Dr. Guérot analysierte die Ursachen für den Zustrom populistischer Parteien in Europa und insbesondere in Frankreich.
Dabei ging Prof. Dr. Guérot zunächst auf das demokratische Defizit der EU ein und stellte die These auf, dass die EU tatsächlich nicht sehr gut funktioniere. Ein Problem sei, dass Markt und Staat in der EU getrennt seien. Währungspolitik werde auf EU-Ebene gemacht, aber Distributionspolitik und Fiskalpolitik lägen in den Händen der Mitgliedstaaten. Da eine Abschaffung des Euros keine gute Idee sei, müssten als Alternative diese Politikfelder auf die EU-Ebene gehoben werden, um das Problem zu lösen. Der Angst vor einem europäischen "Super-Staat" entgegnet Prof. Dr. Guérot dabei mit der Idee einer "Europäischen Republik". Dies würde bedeuten, dass alle Unionsbürgerinnen und -bürger politisch (aber natürlich nicht kulturell) gleich würden. Es müsse also Gleichheit bei Wahlen, bei Steuern und beim Gesundheitssystem in der gesamten EU geben.
Neben dem demokratischen Defizit nannte Prof. Dr. Guérot auch das starke Stadt-Land-Gefälle in der EU als Grund für den Anstieg populistischer Tendenzen. In Frankreich gäbe es beispielsweise ein enormes Zentrum-Peripherie-Gefälle und der Front National sei besonders in ländlichen Gegenden mit hoher Arbeitslosigkeit stark. Ein Problem dabei sei, dass in der EU eine Politik gemacht werde, die zwar für Deutschland passend sei, nicht aber für andere Länder, wie etwa Frankreich. Dies führe zu einem Zustrom für extremistische Parteien. Der Front National zum Beispiel sei besonders bei Leuten beliebt, die frustriert sind und keine Zukunftsperspektiv sehen.
Im Anschluss an diese Ausführungen gab es eine Diskussion mit den etwa 110 Zuhörerinnen und Zuhörern im HKW2 der RWTH Aachen, wobei insbesondere die Idee einer europäischen Republik näher beleuchtet wurde.
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Weiterführende Links
- Prof. Dr. Ulrike Guérot
- Department für Europapolitik und Demokratieforschung, Donau-Universität Krems
- European Republic
- Europäische Horizonte
- Veranstaltungseinladung
- Vortragsreihe "Populismus und Extremismus in Europa"

Aktivitäten des EUROPE DIRECT Informationsbüros Aachen
Mit einem spannenden Vortrag von Prof. Dr. Volker Heins, Mitglied der sozialwissenschaftlichen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum sowie Senior Fellow und Leiter des Forschungsbereichs "Interkultur" am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen, ging die erste Woche der zweiwöchigen Vortragsreihe "Populismus und Extremismus in Europa" zu Ende.
Zuletzt ging Prof. Dr. Heins auf vier typische Einwände ein, die im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise oft angebracht würden, und erläuterte, wie man diesen entgegenwirken könne. In der anschließenden Diskussion, die von Prof. Dr. Helmut König vom Institut für Politische Wissenschaft der RWTH Aachen moderiert wurde, konnten die etwa 90 Zuhörerinnen und Zuhörer im Generali-Saal im Super C schließlich Fragen an Prof. Dr. Heins stellen.
Lange Zeit war man im politischen Denken der sogenannten Säkularisierungsthese gefolgt, die besagt, dass im Spannungsfeld zwischen Moderne und Religion die Religion langfristig einen Bedeutungsverlust erfahren wird. Rationalisierung, Individualisierung und Ausdifferenzierung von Gesellschaften, die Auflösung alter, vor allem ländlicher Traditionen und die Demokratisierung würden dafür sorgen, dass die Religion auf nationaler und internationaler Ebene immer weiter in den Hintergrund gedrängt werde.
Hobbes, Spinoza und Rousseau sind in ihrem Arbeiten geprägt worden durch den 30-jährigen Krieg, der von 1618-1648 in Europa wütete und im Grund ein Krieg zwischen Katholiken und Protestanten war. Alle drei stellten sich die Frage, wie man Kriege, die auf Religion basierten, eindämmen könne.
In der Realität ist kein Staat diesen Denkern vollständig gefolgt, allerdings hat sich – vor allem in europäischen Demokratien, um die es an diesem Abend ging – eine Trennung von Religion und Staat herausgebildet. Dies äußert sich darin, dass der Staat das alleinige Waffenmonopol bekam und der Staat sich wiederum dazu verpflichtet, diese Waffen nicht mehr zum religiösen Kampf einzusetzen.
Gefährdet der Populismus die Demokratien Europas? Dieser Frage widmete sich Prof. Dr. Frank Decker bei seinem Vortrag „Populismus und Extremismus in Europa“ im Rahmen der „Europäischen Horizonte“ am Dienstag, 31. Mai vor rund 130 Zuhörern.
Meist vertreten Anhänger des Populismus die Ansicht, dass sie stellvertretend für eine angeblich homogenen Volkskörper stehen. Charakteristisch ist der Wunsch nach einer charismatischen Führerpersönlichkeit, die die Interessen der Populisten nach außen vertreten kann. Doch trotz all seiner Forderungen ist es häufig so, dass populistische Parteien in Bedrängnis geraten, wenn sie an der Regierung beteiligt werden (siehe beispielsweise die Schill-Partei). Einerseits, weil ihre Forderungen sich in Systemen, die auf Kompromissen basieren, nicht durchsetzen lassen, andererseits, weil sie plötzlich selbst zu dem Establishment gehören, welches sie vorher vehement bekämpft haben.
Die Vortragsreihe "Populismus und Extremismus in Europa" des EUROPE DIRECT Informationsbüros und der Initiative Europäische Horizonte startete mit einem informativen Vortrag von Prof. Dr. Claus Leggewie, Politikwissenschaftler, Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen und Mitherausgeber der Blätter für deutsche und internationale Politik.
Insgesamt, so die Hauptaussage des Vortrags, beschäftigen wir uns zu viel und zu wenig mit Rechtspopulisten. Zum einen verstünden wir noch zu wenig über Rechtspopulismus und müssten uns mehr damit auseinandersetzen, zum anderen gäben wir den Rechtspopulisten zu viel Raum und stärkten sie dadurch indirekt. Um dem Rechtspopulismus entgegenzuwirken sei es wichtig, ein eigenes Narrativ zu entwickeln.
EUROPE DIRECT fährt zum Europafest nach Brüssel
Am Nachmittag erkundeten die Teilnehmer das Europa-Viertel nach eigenem Belieben. Sie informierten sich bei den zahlreichen Veranstaltungen und Infoständen zur Arbeit in der EU und bei den EU-Institutionen, Praktikumsmöglichkeiten, Förderungen, politischen Vereinigungen und aktuellen Arbeitsbereichen der EU. Somit war für jeden etwas dabei und je nach Interesse konnten auch individuelle Schwerpunkte gesetzt werden.
Auf Einladung des Rotaract Clubs Aachen hielt das EUROPE DIRECT Informationsbüro heute einen Vortrag über die EU und die Europaarbeit der Stadt Aachen.
Welche Chancen bietet der Digitale Binnenmarkt Unternehmern und welche Risiken sind zu beachten? Wie kann mit neuen Technologien am besten umgegangen werden? Mit diesen Fragen beschäftigte sich eine Informationsveranstaltung, die von der Wirtschaftsförderung der Stadt Aachen, dem EUROPE DIRECT Informationsbüro Aachen, dem Bundesverband IT-Mittelstand, der Gründerregion Aachen, der Handwerkskammer Aachen und der IHK Aachen ausgerichtet wurde.
Auf Einladung des EUROPE DIRECT Informationsbüros Aachen und des Deutsch-Französischen Kulturinstituts Aachen referierte Prof. Dr. Marc Ringel, Professor für Energiewirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Geislingen, über die internationale Energie- und Klimaschutzpolitik mit einem Fokus auf Deutschland und Frankreich.
Planspiel „Teller oder Tank“ am 11. Mai 2016 in der Gesamtschule Langerwehe
Schüler des Gymnasiums Baesweiler im Europäischen Klassenzimmer des Grashauses
In Erinnerung an die Schuman-Rede aus dem Jahr 1950, in der der damalige französische Außenminister seine Vision einer neuen friedlichen Zusammenarbeit in Europa vorstellte, feiern wir jedes Jahr am 9. Mai Europatag. Aus diesem Anlass war in diesem Jahr die Künstlerin Suna T.O.P. aus Bad Neuenahr mit ihrer "reisenden Skulptur" zu Gast im Grashaus.
Das Team des EUROPE DIRECT Informationsbüros Aachen war bei der Live-Übertragung der Karlspreisverleihung 2016 im Aachener Rathaus mit einem Informationstand vertreten.
Im Rahmen eines Europatages veranstalteten das EUROPE DIRECT Informationsbüro Aachen und die Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen Workshops zum Thema " Wege ins Ausland" am Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung in Aachen.
Vom 25. bis 27. April tagte das Europäische Jugendparlament in Deutschland e.V. (EJP) am Paul-Julius-Reuter Berufskolleg in Aachen. Das EJP organisiert als gemeinnütziger Verein Parlamentssimulationen für Jugendliche.
Das Interesse an Europa ist auch bei der Jugend in Aachen hoch. Rund 60 junge Menschen haben sich heute in der Cafè und Bar „Zuhause“ in Aachen drei hochinteressante Talkrunden zum Thema „Europe needs YOUth – Europa, wie geht’s weiter?“ angehört. Organisiert wurde der Abend von AEGEE-Aachen, JEF Aachen, der Karlspreisstiftung, dem Hochschulradio, dem MES Studiengang der RWTH und dem EUROPE DIRECT Büro Aachen.
Als Teil des Karlspreisrahmenprogramms fand im Geschwister-Scholl-Gymnasium in Aachen eine Diskussionsveranstaltung zu den Auswirkungen der Flüchtlingskrise auf Religionen in Europa statt.
Ein Abend ganz im Zeichen der "grünen Insel, organisiert von Europe Direct, der Volkshochschule Aachen und dem Masterstudiengang Europastudien der RWTH.
Nach diesem Exkurs in die Geschichte Irlands, gab Anne Pauli vom Institut für Politische Wissenschaft der RWTH Aachen einen Überblick über die heutige wirtschaftliche und politische Lage der grünen Insel. Als Gründe für die Wirtschaftskrise im Jahr 2007, welche Irland besonders hart traf, gab Frau Pauli die Abhängigkeit Irlands von Foreign Direct Investments, die Immobilienblase, sowie die hohe private und staatliche Verschuldung in Irland an. Dieselben Gründe halfen Irland allerdings auch, die Krise schneller zu überwinden als manch andere EU-Staaten. Nichtsdestotrotz mussten die Iren harte Sparmaßnahmen hinnehmen. Die Folgen waren eine Abstrafung der Regierung bei der Wahl im Februar dieses Jahres und dadurch sehr schwierige Koalitionsverhandlungen.
Im Rahmen des Fachforums Politik des Karlspreisrahmenprogramms diskutierte am 7. April der Präsident des Europäischen Parlaments Martin Schulz mit Bernd Mathieu (Chefredakteur Aachener Zeitung/Aachener Nachrichten), mit dem Bestsellerautor Manfred Lütz (Theologe und Psychologe), sowie mit vier jungen Studenten aus Aachen. Zu diesem Anlass machten sich etwa 800 interessierte Bürger aus Aachen und Umgebung auf den Weg in den Krönungssaal des Aachener Rathauses.
Anschließend konfrontierten die vier Studenten von FH und RWTH Aachen (Viktoria Süß, Felix Krampel, Lucia Welter, Malte Wirthmüller) Martin Schulz mit Fragen zur aktuellen Krise der EU. FH-Studentin Viktoria Süß leitete diese Fragerunde ein: "Herr Schulz, wie geht es Ihnen, wenn sie an die EU denken? Schlecht wie noch nie?" auf die Martin Schulz mit einem knappen "Ja. so kann man es sagen" antwortete. Weiterhin sprachen die Studenten den Parlamentspräsidenten auf das Problem der Entsolidarisierung, auf Populismus und Extremismus in Europa und den Einfluss des Parlaments auf die europäische Politik an.
„Im Prinzip ist es einzigartig, was wir hier haben“, so beschreibt Ralf Welter, Dipl. Kaufmann, Lehrbeauftrager an der FH Aachen, den Euro-Währungsraum. Über nationale Grenzen hinweg eine Währung zu nutzen - das gibt es sonst nirgendwo. Mit der gefühlt immer noch neuen Währung und der Währungsreform Anfang der 2000er sind mittlerweile unzählige Probleme und große Krisen verbunden. Stimmen werden laut, die einen Austritt Deutschlands aus dem Euroraum fordern - innerhalb und außerhalb der deutschen Grenzen.
Heute besuchten rund 20 Studierende der Hogeschool Zuyd des Studiengangs "European Studies" aus Maastricht das EUROPE DIRECT Informationsbüro in Aachen. Die Studierenden sind Teil des Projekts "Zukunft Deutschland". Im Europäischen Klassenzimmer im Grashaus stellte Winfried Brömmel zunächst das Informationsbüro in Aachen vor.
Herr Brömmel vermittelte den Bachelorstudenten zudem einen Eindruck von der Stadt Aachen als Europastadt. So wurde ihnen zum Beispiel die Vernetzung mit den Grenzregionen in den Niederlanden und Belgien erklärt, u.a. durch den "Runden Tisch der Bürgermeister", durch die Kooperation der MAHHL-Städte und nicht zuletzt durch die Euregio Maas-Rhein.
Studenten des Studiengangs „European Studies“ von der Haagse Hogeschool informieren sich bei ihrem Besuch bei EUROPE DIRECT über die Europaarbeit in Aachen
Bevor die Bachelorstudenten das Grashaus wieder verließen, nutzten sie noch die Möglichkeit Fragen an das Team von EUROPE DIRECT zu stellen und genauere Einblicke zu erhalten. Außerdem bot sich unseren Besuchern die Möglichkeit, speziell für ihre Zielgruppe bereitgestellte EU-Infomaterialien mitzunehmen.