Grashaus-Workshop "Demokratie und Verantwortung"

20 Schüler*innen des 10. Jahrgangs der Maria Montessori Gesamtschule besuchten den Workshop „Demokratie und Verantwortung“, organisiert von EUROPE DIRECT Aachen. Im Zentrum stand die Frage: "Wie können wir in einer Demokratie Verantwortung übernehmen?".

Zunächst erläuterte der Referent die Geschichte des Gebäudes. Das Grashaus war ab 1267 ein Rathaus, dann ein Gefängnis und schließlich wurden die Räumlichkeiten für das Stadtarchiv genutzt. Als die Räume des Grashauses für das Archiv nicht mehr ausreichten, zog dieses in den 1980iger-Jahren in die Nadelfabrik um. Heute werden die Räume des Grashauses für das „Europäische Klassenzimmer“ von EUROPE DIRECT Aachen genutzt.

Im Workshop ging es um die Demokratie, wie sie entstanden ist, welche Vorteile sie hat und wie man Verantwortung in einer Demokratie übernehmen kann. Mit Hilfe von Piktogrammen wurden die Schüler*innen zunächst an das Thema „Demokratie“ herangeführt. Hier waren z. B. eine Wahlurne, eine Friedenstaube, eine Justitia und andere Symbole zu sehen.

Anschließend wurden die Jugendlichen in Gruppen eingeteilt, um eine Präsentation zu verschiedenen Themen vorzubereiten. Die erste Gruppe arbeitete zur Geschichte der Demokratie. Sie präsentierte ihren Mitschüler*innen die Errungenschaften der attischen und der französischen Demokratie. In Athen durften Frauen nicht wählen. Das führte uns zur zweiten Arbeitsgruppe, die sich mit dem Frauenwahlrecht beschäftigte. Dieses wurde 1918 in Deutschland eingeführt. Als letztes Land in der EU erlaubte Liechtenstein erst 1984 Frauen zu wählen.

25 07 09 Workshop MMG Plakat 250Danach wurden mehrere Beispiele für zivilen Ungehorsam vorgestellt. Die geplante unsachgemäße Entsorgung der Ölplattform Brent Spar 1985 in der Nordsee durch den Ölkonzern Shell führte zu großen Protesten in der Bevölkerung. Diese sorgten dafür, dass Shell gezwungen wurde, die Ölplattform nicht im Meer sondern an Landordnungsgemäß zu entsorgen. Die schwarze US-Bürgerin Rosa Parks setzte mit ihrem Streik im Bus in den USA durch, dass die Rechte von Schwarzen erweitert wurden. Greta Thunberg erlangte große Aufmerksamkeit mit ihrer Bewegung „Fridays for Future“. Ausgehend von diesem Beispiel und der Kritik eines deutschen Politikers diskutierte die Gruppe darüber, ob solche Proteste angemessen sind, oder ob Jugendliche besser zur Schule gehen sollten. Der Referent betonte, dass ziviler Ungehorsam nicht die einzige Form sei, Verantwortung in einer Demokratie zu übernehmen. Man könne sich auch in Institutionen engagieren, wie z. B. in Parteien, Vereinen oder in anderen Ehrenämtern. Man könne auch eine eigene Partei 25 07 09 Workshop MMG Urkundensaal 300gründen. Ein Beispiel für eine neue Partei stellten zwei Schülerinnen vor. Sie hatten sich ein Konzept für eine neue Partei mit dem Namen „Frieden und Freiheit“ überlegt. Die Gruppe diskutierte abschließend noch darüber, welche Überlegungen eine Wahlentscheidung beeinflussen würden.

Der Workshop endete mit der Besichtigung des beeindruckenden Urkundensaals im Grashaus.