In ihrem dritten Bericht zum demografischen Wandel hat die EU-Kommission die wichtigsten Herausforderungen und Auswirkungen der demographischen Entwicklung in der EU dargelegt.
Anlässlich der Veröffentlichung des Berichts betonte EU-Kommissarin Dubravka Šuica, zuständig für den Mittelmeerraum: „Dieser Bericht liefert die Fakten, die den Mitgliedstaaten helfen sollen, sich auf die Zukunft vorzubereiten. Demografie ist kein isoliertes Thema mehr – sie muss bei jeder wichtigen politischen Entscheidung berücksichtigt werden. Durch Investitionen in Qualifikationen, Pflege, Talente, Produktivität und regionalen Zusammenhalt können wir die Wettbewerbsfähigkeit, Widerstandsfähigkeit und das Wohlergehen Europas für die kommenden Jahrzehnte stärken.“
Bevölkerungsrückgang und steigende Lebenserwartung
Der vom Gemeinsamen Forschungszentrum erstellte Bericht bestätigt, dass die Bevölkerung Europas derzeit ihren Höchststand erreicht hat; die Bevölkerung der EU, die heute 450,6 Millionen Menschen umfasst, wird Prognosen zufolge bis 2050 auf rund 445 Millionen und bis 2100 auf 398,8 Millionen sinken, was einem Rückgang von insgesamt etwa 11,7 Prozent entspricht und ein Niveau erreicht, das zuletzt in den 1970er Jahren zu verzeichnen war.
Gleichzeitig leben die Europäer*innen länger als je zuvor: Die Lebenserwartung bei der Geburt wird im Jahr 2024 81,5 Jahre erreichen, was die Fortschritte im Gesundheitswesen, beim Lebensstandard und bei den sozialen Bedingungen widerspiegelt. Bis 2050 wird fast jede*r dritte EU-Bürger*in 65 Jahre oder älter sein – heute ist es noch jeder Fünfte –, während die Lebenserwartung bis zum Jahr 2100 bei Frauen 90 Jahre und bei Männern 86 Jahre überschreiten könnte. Ein Kind, das 2023 in der EU geboren wird, kann damit rechnen, bis zum Alter von 75,3 Jahren ein Leben ohne schwere Erkrankungen zu führen.
Herausforderungen und Chancen
Diese Entwicklungen bringen erhebliche Herausforderungen mit sich, die von Arbeitskräftemangel und angespannten öffentlichen Haushalten bis hin zu Belastungen für die Pflegesysteme, die Bildungs- und Ausbildungssysteme sowie den regionalen Zusammenhalt reichen.
Gleichzeitig bieten die Veränderungen auch Chancen. Ein Beispiel hierfür ist die wachsende „Longevity-Economy“, die neue Märkte für Produkte, Dienstleistungen und Innovationen erschließt, die speziell auf ältere Menschen zugeschnitten sind, und damit neue Wege für Wirtschaftswachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen eröffnet. Dies kann Innovationen im Gesundheitswesen, in der Technologiebranche und bei Finanzdienstleistungen vorantreiben.
EU-Demografie-Werkzeugkasten
Der EU-Bericht zum demografischen Wandel bietet eine Grundlage für die Empfehlungen des EU-Demografie-Werkzeugkasten. Der Werkzeugkasten enthält politische Instrumente, die nationalen, regionalen und lokalen Behörden dabei helfen, diese demografische Trends in die Politik einzubeziehen.
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